In Schwäbisch Gmünd läuft seit Anfang November ein Qualifizierungsprojekt zu Servicekräften für Kraftfahrzeugpflege
„Diese Maßnahme beweist, wie wichtig es ist, gute Kräfte zusammenzubringen“, lobte Oberbürgermeister Richard Arnold. Gestern wurde im Hause Mercedes-Benz ein Qualifizierungsprojekt für zwölf Arbeitslose vorgestellt. Von Manfred Laduch
SCHWÄBISCH GMÜND. Seit anderthalb Jahren gibt es die Qualifizierungsoffensive der Agentur für Arbeit, der Stadt und der abo. In diesem Rahmen brachte Manfred Hommel, Mercedes-Benz-Niederlassungleiter die Idee eines niederschwelligen Angebots im Bereich Kraftfahrzeugpflege ein. Angeboten wird es über das Berufsausbildungswerk Gmünd (
BAW), dessen Leiter Michael Nanz sich gestern freute, dass es gute Chancen gebe, für die Hälfte der Teilnehmer nach der halbjährigen Maßnahme einen Arbeitsplatz zu finden.
Manfred Hommel verwies auf den bei Mercedes-Benz bestehenden Ausbildungspakt für Hauptschüler. Ihm sei es wichtig, auch Menschen an den Arbeitsmarkt heranzuführen, die aufgrund persönlicher Einschränkungen schlechte Chancen auf eine Lehrstelle haben.
„Das ist schon nah dran an Ausbildung, und ich bin stolz darauf, dass das in Gmünd läuft“, freute sich OB Arnold über die auf sechs Monate angelegte Maßnahme. Es sei richtig, gerade in der Krise solche Zeichen zu setzen, meinte der OB.
Die zwölf Teilnehmer, unter denen auch eine Frau ist, sind zum großen Teil Hartz IV-Bezieher, erläuterte Werner Rauh von der abo. Sechs haben einen Migrationshintergrund.
In das Projekt eingebunden ist auch die Gmünder Niederlassung der Firma Auto-Pflege-Zentrum (APZ). Das Unternehmen mit bundesweit
600 Mitarbeitern richtet Fahrzeuge verkaufsfertig her und hat eine ähnliche Qualifizierung bereits im Raum Hannover durchgeführt, wie APZ-Geschäftsführer Peter Klingenmeier erklärte. Es sei für die Leute toll, wenn durch ihre Arbeit ein zuvor hässliches Entlein am Ende als Top-Auto dastehe, das man auch noch für gutes Geld verkaufen könne.
„Ungelernte Kräfte gehen in
der Krise als Erste.“
Clemens Reitzig, Agentur für Arbeit
„Ungelernte gehen in der Krise als Erste“, gab der Leiter der Gmünder Arbeitsagentur, Clemens Reitzig, zu Bedenken. Deshalb habe es in seinem Bereich in diesem Jahr
566 Eintritte in Qualifizierungsmaßnahmen gegeben.
Positiv überrascht über den Teilnehmerkreis zeigte sich Rainer Wagenblast, Ausbildungsleiter Technik bei Mercedes-Benz in Gmünd. Obgleich es bei einigen Sprachprobleme gebe, seien sie extrem engagiert, bereiteten sich auf ihre Einsätze vor und seien sehr zuverlässig.
Die Qualifizierung der künftigen „Servicekräfte für Kraftfahrzeugpflege“ umfasst
120 Arbeitstage. Sie sind aufgeteilt in
60 Tage fachpraktische und
20 Tage fachtheoretische Inhalte.
40 Tage Betriebspraktika gehören dazu, die bei Mercedes-Benz, APZ und anderen Kfz-Betrieben durchgeführt werden.
Zum Abschluss findet ein schriftlicher und praktischer Test statt. Die Teilnehmer/innen erhalten ein Abschlusszertifikat. Michael Nanz, der mit dem
BAW als zertifiziertem Bildungsträger die Grundlagen der Qualifizierungsmaßnahme erarbeitet hat, hofft natürlich, dass dieser dicke Ordner nicht nur einmal zum Einsatz kommt. Wenn am Ende des Lehrgangs im Mai
2010 tatsächlich eine
50-prozentige Übergangsquote in den Arbeitsmarkt gelänge, könnte später im Jahr durchaus ein weiterer folgen.
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