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» Ostalbkreis | Dienstag, 15. Dezember 2009

Neuer Flächennutzungsplan beschneidet Iggingen deutlich

Etwas befremdet reagierten einige Igginger Gemeinderäte über die Verteilung der Neubaugebiets-​Kontingente auf die einzelnen Gemeinden des Verwaltungsverbands Leintal-​Frickenhofer Höhe. Unterm Strich können sie mit der Fortschreibung des Flächennutzungsplans jedoch leben. Von Gerold Bauer

IGGINGEN. „Leinzell soll als Unterzentrum wachsen dürfen, obwohl die gar keine Flächen dazu haben, und uns wird alles zusammen gestrichen. Das soll mal einer verstehen“, war gestern im Igginger Gemeinderat zu hören, als die Fortschreibung des Flächennutzungsplans auf der Tagesordnung stand. Bürgermeister Klemens Stöckle informierte das Gremium darüber, dass sich die Baulandquote nicht allein an der zur Verfügung stehenden Fläche orientiere, sondern auch daran, wie groß der Zuwachs in den festgelegten Bezugsjahren in der Vergangenheit gewesen ist. Während Iggingen seinerzeit behutsam gewachsen sei, so Stöckle, habe Göggingen in diesen Jahren eben kräftig zugelegt. Statt nun einen Ausgleich zu schaffen, werde nach der Regel verfahren: Wer damals schnell gewachsen ist, wird wohl auch nun noch einen großen Bedarf haben. So lasse sich auch erklären, warum Göggingen in der Fortschreibung ein größeres Zuwachskontingent zugebilligt bekommt, als Iggingen.
Als richtig wurde dies in Iggingen nicht empfunden, aber andererseits auch nicht als tragisch beziehungsweise als Hemmschuh für die kommunale Entwicklung. Bürgermeister und Gemeinderat sind sich nämlich einig darin, dass die „Marschrichtung“ weiterhin nicht auf starkes Wachstum abzielen soll.
Bürgermeister Stöckle sieht in der gezielten Abrundung bestehender Baugebiete sowie in der Bebauung von bisherigen innerörtlichen Brachen ein ausreichendes Entwicklungspotenzial von zehn bis 15 Bauplätzen pro Jahr. Dabei wolle man in den Bebauungsplänen die angrenzenden dörflichen Strukturen aufgreifen. Wohnqualität soll in Iggingen wichtiger sein als quantitatives Wachstum. „Solche hochwertigen Bauplätze lassen sich sicherlich auch gut verkaufen“, ist der Schultes überzeugt — zumal die Nähe zur Stadt und die gute Verkehrsanbindung nach Stöckles Worten viel zur Attraktivität von Iggingen als Wohnort beitragen.
Dipl.-Ing. Ulrike Ambacher, Expertin für Stadt– und Siedlungsplanung beim Mutlanger Ingenieurbüro LK & P, ging in der Sitzung detailliert auf die einzelnen Passagen im Entwurf des künftigen Flächennutzungsplans ein. Anhand einer Power-​Point-​Präsentation verhehlte sie nicht, dass die Kürzungen der potenziellen Wohnbau– und Gewerbeflächen in Iggingen recht deutlich ausfallen. Die Gassenäcker bleiben als Baufläche erhalten, werden aber nicht auf die künftige Siedlungsfläche angerechnet. Erfreulich ist auch, dass im Teilort Schönhardt (mit einem halben Hektar Entwicklungsfläche) und im Teilort Brainkofen die Möglichkeit bestehen wird, in bescheidenem Umfang Neubauten zu erstellen. Im Hauptort Iggingen wurde die bauliche Entwicklung auf wenige Bereiche konzentriert und summiert sich auf eine genehmigte Fläche von 2,2 Hektar. Bezüglich der Erweiterung des Gewerbegebiets in Brainkofen wurden deutliche Abstriche gemacht. „In den 90er-​Jahren waren die Behörden recht großzügig — nun wird um jeden Hektar gefeilscht“, so Stöckle.
 

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