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» Schwäbisch Gmünd | Dienstag, 15. Dezember 2009

Zwei Theateraufführungen beim Musikverein Herlikofen

Ein Mal im Jahr, in der Regel um die Jahreswende, finden in Herlikofen Theateraufführungen statt. Turnusmäßig ist in diesem Jahr der Musikverein Herli-​kofen an der Reihe. Ausgewählt wurde eine bekannte alte Posse, nämlich die „Pension Schöller“, die ins schwäbische Milieu übertragen wurde.

GMÜND-​HERLIKOFEN (pm). Der Übergang zwischen extensiver Leidenschaft für ein Steckenpferd oder eine Überzeugung und dem, was in bürgerlichen Kreisen gemeinhin als „verrückt“ gilt, ist fließend. Diese Problematik steht im Mittelpunkt des Geschehens in dem von Carl Laufs und Wilhelm Jacoby geschriebenen Schwank. Der Selfmademan Nikolaus Lämmle, wohnhaft auf dem Lande in einem fiktiven Ort namens Grabbentannweiler, der – wie er selbst von sich sagt – eine Nase für ein gutes Geschäft hat, hat als neueste Idee die Einrichtung einer Privaten Heilanstalt für Nervenkranke ausschließlich für gut Betuchte ins Auge gefasst. Um sich zu informieren bittet er seinen Neffen Alfred, ihn in eine solche Anstalt zu führen. Da dieser jedoch keine derartige Einrichtung kennt, auf der anderen Seite aber die von Nikolaus zugesagte finanzielle Unterstützung dringend braucht, führt er seinen Onkel auf Anraten seines Freundes Wagner in die Familienpension Schöller. Nikolaus, der sich in einer Nervenheilanstalt wähnt, findet dort auch prompt die „Verrückten“, die er gesucht hat. Da ist zum einen ein Weltreisender, der mit geradezu unglaublichen Abenteuern, die er in vielen Ländern der Erde erlebt hat, aufwarten kann. Zum anderen gibt es da eine Trivialliteratur produzierende Schriftstellerin, die, im Bemühen Stoff zu sammeln, ihren Mitmenschen gewaltig auf den Geist geht. Ein cholerischer pensionierter Major wird nicht müde, die Ungerechtigkeit anzuprangern, die zu seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst geführt hat. Und – gewissermaßen als Highlight – ist ein Möchtegernschauspieler mit von der Partie, dessen Karriere als klassischer Mime ein ausgeprägter Sprachfehler im Wege steht.
Die Pension wird vom Ehepaar Schöller geleitet. In ihre Tochter Frida verliebt sich Nikolaus‘ Neffe Alfred, und auch Paula, die Nichte von Nikolaus und Tochter seiner Schwester Ulrike findet ihren Deckel. Mit im Ensemble befindet sich der kesse Kellner Emil vom Café „Häberle“. Und dann ist da noch ein ominöser Oberleutnant …!?
Die Theaterspielgruppe des Musikvereins Herlikofen hat diese Posse unter der Regie von Walter Spohn und Roland Hägele einstudiert und wird sie am 2. und 9. Januar 2010 in der Gemeindehalle Herlikofen jeweils um 19.30 Uhr auf die Bretter bringen, die bekanntlich die Welt bedeuten. Karten gibt es im Vorverkauf beim i-​Punkt in Schwäbisch Gmünd, bei Elektronik Kolhep, In der Hub 14, bei der Bäckerei Wendel, Kerkerstraße 3 und in Ute’s Lädle, Iggingerstr. 7 in Herlikofen.
 

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