Dr. Heinz Erhard wurde gestern im Prediger mit der Bürgermedaille der Stadt ausgezeichnet
Wenn es ein Musterbeispiel für intensive Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit bei gleichzeitiger persönlicher Bescheidenheit gibt, dann ist das wohl er. Gestern erhielt Dr. Heinz Erhard die Bürgermedaille seiner Heimatstadt Gmünd. Von Manfred Laduch
SCHWÄBISCH GMÜND. Sich in irgendeiner Weise in den Vordergrund zu drängen, das ist seine Sache nicht. Darauf ging auch Oberbürgermeister Richard Arnold in seiner Ansprache ein: „Vielen Bürgern unserer Stadt ist Ihre Tätigkeit im Unternehmen, in der kirchlichen Arbeit und vor allem Ihr persönlicher Bezug zur Arbeit unseres Museums so gut wie nicht bekannt“, wandte er sich an den Geehrten.
Arnold ging kurz auf den beruflichen Lebensweg des
89-Jährigen ein. Nach Studium und der Promotion sowie ergänzenden Erfahrungen in einem anderen Betrieb in der Branche und im Land gewichtigen Unternehmen sei dieser
1954 in die Geschäftsleitung des Familien-Unternehmens Erhard
& Söhne eingetreten und habe die Verantwortung für den kaufmännischen Bereich übernommen.
In den folgenden Jahrzehnten habe Heinz Erhard maßgebend dazu beigetragen, das Unternehmen Erhard
& Söhne auf Nachhaltigkeit und Modernität auszurichten. Das habe er persönlich verfolgen können, erklärte der OB, sei er doch Ferienarbeiter bei Erhard
& Söhne gewesen. Doch nicht nur im Bereich von Beruf und Unternehmen habe sich Heinz Erhard als Weiterführer der Familientradition erwiesen. Auch die kirchliche und karitative Einbindung seiner Familie in die evangelische Kirchengemeinde habe er sehr aktiv gestaltet.
30 Jahre, fünf Wahlperioden lang, war er Mitglied des Augustinus-Kirchengemeinderates.
Im Stillen und Verborgenen habe er viel Gutes bewirkt – zum Beispiel auch in seiner Zeit als Präsident des Rotary-Clubs – und dafür vor gut vier Jahren das goldene Diakonie-Kronenkreuz verliehen bekommen. Die Stadt habe besonders von Heinz Erhards – ebenfalls in der Familientradition liegenden – Engagement für das Museum profitiert. Bis hin zur jüngsten Ausstellung „Weltpatente aus Schwäbisch Gmünd“ habe er immer wieder Ausstellungsstücke gestiftet und vor allem mit seiner großen Erfahrung geholfen. Deshalb sei es für den Gemeinderat keine Frage gewesen, ihm einstimmig die Bürgermedaille zuzuerkennen.
Sehr unterhaltsam schilderte der Geehrte in seiner Dankesrede die fast
200-jährige Geschichte seiner Familie in Gmünd und die des Unternehmens. Der „reingeschmeckte“ Urahn habe in die renommierte Familie Debler eingeheiratet. Schon dieser habe die Tradition begründet, sich nicht nur um die Firma, sondern auch um die Kirche und die allgemeine Bildung zu kümmern. „Ich liebe meine Heimatstadt; ich bin stolz ein Gmünder zu sein“, rief Erhard dem anhaltend applaudierenden Publikum zu.
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