Der Waldstetter Bürgermeister Michael Rembold bei der Haushaltseinbringung: Kreativ sein
Wer den Waldstetter Schultes kennt, dem war klar: Michael Rembold vermied in seiner Haushaltsrede am gestrigen Abend Wehklagen und Gejammer, sondern sprach davon, der unverschuldeten Krise mutig, kreativ, mit viel Augenmaß und Sensibilität zu begegnen. Von Karl Schleicher
WALDSTETTEN. Rembolds ungebremster Optimismus stützt sich auf die „starken Säulen“ in der Gemeinde. In den anstehenden zwei schwierigen Haushaltsjahren, so Michael Rembold einleitend, seien für eine positive Gemeindeentwicklung ein verantwortungsbewusstes, über den Tellerrand hinausschauendes, verlässliches, nachhaltiges Handeln und Wirtschaften mehr denn je erforderlich. Das Jahr
2009 könne im Rückblick durchaus positiv gewertet werden, da aufgrund der Zuführungsrate von einer Million alle Bauvorhaben, also Friedhöfe, Bezirksamt, Straßen und Wege, ohne Schulden finanziert werden konnten. Nach vielen Jahren mit positiver Zuführungsrate und ohne Neuverschuldung seien
2010 allerdings eine Kreditaufnahme und Rücklagenentnahme unvermeidlich, außerdem gebe es eine negative Zuführung, also vom Vermögens– in den Verwaltungshaushalt. Man spare bei Unterhaltungsmaßnahmen der kommunalen Einrichtungen, die allerdings in den letzten zehn Jahren auf Vordermann gebracht worden seien. Bewusst verzichte der Haushalt auf Steuererhöhungen, eine maßvolle Erhöhung des Wasserzinses sei unvermeidbar.
Gemäß seinem Naturell legte der Schultes Wert darauf, die momentane Krise als Chance und Herausforderung zu begreifen und ihr mutig, kreativ, mit Augenmaß und Sensibilität zu begegnen. Rembold nannte als starke Säulen der Stuifengemeinde, auf die sein „ungebremster Optimismus“ beruhe: harmonische Bürgerschaft, vorbildliche Vereinsgemeinschaft, herausragende Bildungslandschaft, soziale und karitative Einrichtungen, vorbildliches ehrenamtliches Engagement, schlagkräftige Wirtschaft, sehr gute Mitarbeiter sowie einen starken Gemeinde– und Ortschaftsrat. Die Verwaltung sei für die Bürgerschaft nicht nur zuständig, sondern auch verantwortlich. Dies bedeute unter anderem, Wege in schwierigem Gelände aufzuzeigen und mutig voranzugehen, das Geld ohne große Gebührenerhöhungen zusammenzuhalten, Mittelkürzungen nicht zum Schaden der Gemeinde vorzunehmen und Mittel so einzusetzen, dass Synergieeffekte entstehen.
Auch wenn der Schuldenstand nach dem Rückgang von
3,
6 Millionen
2003 auf etwas mehr als zwei Millionen
2009 sich im kommenden Jahr erstmals wieder auf rund
2,
38 Millionen Euro erhöhe, so der Bürgermeister, könne in Waldstetten von soliden und stabilen Gemeindefinanzen ausgegangen werden. Dazu trage auch die anvisierte Gewerbesteuer von zirka
800 000 Euro bei.
Abschließend erläuterte Michael Rembold die Schwerpunkte
2010 und
2011, die die Gemeinde — auch mit Fördermitteln, unter anderem aus dem Konjunkturpaket — finanzieren wolle: die Schulerweiterung der Realschule, energetische und Sanierungsmaßnahmen in den Kindergärten, der Bergschule und der Stuifenhalle, schnelle Internetverbindungen, Beschaffung eines Mannschaftstransportwagens für die Wißgoldinger Feuerwehr, weiterer Ausbau der Kinderbetreuung und Beginn der Ortskernsanierung . Die meisten dieser Maßnahmen sah Rembold unter den Überschriften „Familien– und bildungsfreundliche Gemeinde“ und „Nachhaltigkeit in ökologischen und energiesparenden Maßnahmen“.
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