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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 02. Dezember 2009

OB Richard Arnold und Wirtschaftsbeauftragter Klaus Arnholdt besuchten gestern das Gmünder voestalpine Polynorm-​Werk

Durch die Entwicklung und den Einsatz neuer Technologien ist das Werk Schwäbisch Gmünd von voestalpine Polynorm bislang bemerkenswert gut durch die Wirtschaftskrise gekommen. Darüber informierte sich gestern Oberbürgermeister Richard Arnold. Von Manfred Laduch

SCHWÄBISCH GMÜND. „Innovationen und neue Technologien ermöglichten uns einen erfolgreichen Weg durch die Krise“, erklärte Geschäftsführer Benno Rammelmüller dem OB und dem städtischen Wirtschaftsbeauftragten Klaus Arnholdt. Die Entwicklung und Umsetzung des „phs ultraform“-Verfahrens für pressgehärteten Stahl „spüren wir täglich im Wettbewerb“, ergänzte Rammelmüller.
In kürzester Zeit von
900 auf 70 Grad gekühlt
In dem Verfahren entstehen für Automobile Strukturteile mit höchsten Anforderungen an Festigkeit und Korrosionsschutz. Diese Teile werden im Presshärteprozess geformt und in kürzester Zeit von 900 auf 70 Grad gekühlt. Die dadurch erzielte Veränderung im Stahl erlaubt wesentlich dünneres Material, was zum Beispiel bei einem 7er–BMW zu 20 Kilogramm Gewichtsersparnis führt. 2005 wurde auf dem Gügling eine Pilotanlage in Betrieb genommen, 2008 die weltweit erste Serienanlage. „Das ist ein neues Geschäftsfeld für den Standort, der allein mit Pressen nicht langfristig zu sichern gewesen wäre“, betonte der Geschäftsführer.
Entscheidend für diese Entwicklung sei das Werkzeugbau-​Knowhow in Gmünd gewesen. Weitere Aufträge lägen unter anderem für den Mercedes GLK, den Porsche Panamera, den 5er GT von BMW, den künftigen BMW 6er sowie die Nachfolger der Porsche 911 und Boxter vor.
Ein weiteres Thema der Zukunft werde die Halbwarmumformung von Aluminium werden. Dieses Verfahren verbessert die Dehnungseigenschaften des spröden Metalls – bei der Verformung kommt es zu weniger Rissen. Dies stelle ebenfalls eine Technologie für die langfristige Standortsicherung dar.
Um diese sicherzustellen hat sich das Unternehmen auch außerhalb des Automobilbaus umgetan und in einem anderen Bereich schon drei Neukunden mit einem langfristigen Gesamtauftragsvolumen von 50 Millionen Euro gewonnen. „Sie sehen, wir lamentieren nicht, sondern wir tun etwas“, sagt Benno Rammelmüller.
Derzeit hat voestalpine Polynorm 400 Mitarbeiter, davon 20 Auszubildende. 100 Leiharbeiter wurden im Verlauf der Krise abgebaut. Im November sei die länger genutzte Kurzarbeit erstmals für einen Monat ausgesetzt worden, ab Januar will das Unternehmen komplett raus aus dieser Unterstützung.
Der Umsatz 2008/​09 lag bei 80 Millionen Euro; 2009/​10 rechnet Geschäftsführer Dr. Harald Traxler mit 60 bis 65 Millionen: „Unter normalen Umständen gibt es keine Gefahr für den Standort.“
 

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