Vier PH-Studentinnen nutzen derzeit das Angebot der PH-Krippe unweit der Pädagogischen Hochschule Gmünd
Seit der Eröffnung vor zwei Jahren hat sich die PH-Krippe in Oberbettringen zu einer wichtigen Einrichtung für junge Frauen entwickelt. Für die 23-jährige Stefanie Simon wäre der Spagat zwischen Familienleben und Studium ohne die Krippe kaum zu bewältigen. Von Nicole Beuther
SCHWÄBISCH GMÜND. Um Studentinnen mit Kleinkindern die Möglichkeit zu geben, uneingeschränkt Vorlesungen besuchen zu können, wurde
1997 die PH-Krippe im Kindergarten Sonnenschein ins Leben gerufen. Träger ist das Eltern-Kind-Zentrum Wippidu.
Noemi ist ein alter Hase in der Einrichtung. Schon mit sieben Monaten kam sie hierher. Als der kleine Sonnenschein am
20. Januar
2007 das Licht der Welt erblickte, änderte sich das Leben ihrer Mutter, der
23-jährigen Stefanie, schlagartig. Abendliche Partys gehörten nun der Vergangenheit an. Diesem Lebensabschnitt weinte die PH-Studentin jedoch keine Träne nach. Schon immer habe sie sich vorstellen können, Mutter zu werden, so Stefanie, die vier jüngere Geschwister hat. „Für die habe ich immer die Kindergeburtstage organisiert“, erzählt sie. Und auch beruflich möchte sie später mit Kindern zu tun haben.
Die Eislingerin, die einige Jahre in Waldhausen gelebt hat, studiert Mathe, Kunst und Sport auf Grundschullehramt. Bis zum neunten Schwangerschaftsmonat habe sie Vorlesungen besucht, erinnert sich Stefanie, die drei Monate nach der Geburt wieder das Studium aufnahm. Zunächst blieb Noemi in der Obhut der Familie, mal war die eine Omi an der Reihe, mal die andere. Als die Kleine sieben Monate alt war, entschloss sich Stefanie, sie in die Kinderkrippe zu bringen. „Dabei hatte ich ein gutes Gewissen“, sagt die
23-Jährige. Sie ist von der Einrichtung überzeugt. Und auch Noemi scheint das kleine Kinder-Paradies zu gefallen. Kuschelecke, verschiedene Spielbereiche, Bauecke, Maltisch und Außenspielbereich lassen keine Wünsche übrig. Im Ruheraum haben die Kleinen die Möglichkeit, sich auszuruhen und zu schlafen. Durch die Homepage der Hochschule hat Stefanie früh von der PH-Krippe erfahren. Dass hier neben einer guten Erziehung auch auf Bewegungsförderung, Musik und Tanz Wert gelegt wird, gefällt ihr besonders gut. Auch auf gesunde Ernährung wird geachtet.
„Die Krippe ist zudem gut bezahlbar“, kommt die
23-Jährige auf den finanziellen Aspekt zu sprechen. Bezahlbar deshalb, weil die Pädagogische Hochschule die Elternbeiträge der Studentinnen bezuschusst — übernommen werden in der Regel die Hälfte der Kosten. Vier Frauen nutzen derzeit das Angebot.
Die kleine Noemi kommt dreimal in der Woche. Die PH-Krippe ist montags bis freitags von
14 bis
18 Uhr geöffnet. Da sich Stefanie am Ende ihres Studiums befindet,
2010 möchte sie fertig sein, war es möglich, die meisten Vorlesungen auf die Mittagszeit zu verlegen. Vorlesungen am morgen sind nur möglich, wenn sich Noemis Großeltern um sie kümmern. Ohne die Omas wäre das alles auch nicht möglich, sagt Stefanie, die auch zum Lernen an die PH fährt.
Der Verein Wippidu als Träger des ganzen möchte mit der PH-Krippe und den anderen Einrichtungen für Kleinkindbetreuung einen Beitrag zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf innerhalb der Gesellschaft leisten. Dabei soll neben dem Wohl des Kindes auch die Schaffung von Rahmenbedingungen im Vordergrund stehen. Die PH-Krippe ist ein echter Zugewinn für junge Mütter, die studieren und ohne diese Einrichtung noch eine weitere Hürde zu bewältigen hätten.
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