Großbrand zerstörte gestern Nachmittag landwirtschaftliches Anwesen mit Pferdehof im Leintal Wohnhaus gerettet
Ein Großbrand bei frostklirrenden Temperaturen machte gestern Nachmittag im Leintal den Feuerwehren aus Leinzell, Gmünd und Iggingen sowie dem Rettungsdienst schwer zu schaffen. Trotz des Einsatzes von mehr als 100 Helfern war ein lichterloh brennendes landwirtschaftliches Anwesen mit einem Pferdehof kaum mehr zu retten.
LEINZELL (hs.) Der riesige Rauchpilz überm Leintal wies nicht nur Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst den Weg, sondern lockte viele Schaulustige an. Gar nicht erfreulich war, dass dadurch die Straße zwischen Leinzell und Täferrot immer wieder blockiert wurde, so dass nachrückende Löschfahrzeuge und Rettungswagen unnötige Probleme hatten. Für die Fahrer war es auf den teils vereisten Fahrbahnen schon schwer genug. Der Großbrand suchte den kleinen Teilort der ehemaligen Ölmühle („Ölhäuser“) bei Leinzell heim. Es war gegen
14 Uhr, als das Feuer aus noch ungeklärter Ursache in einem Pferdestall ausbrach. Der Pächter des Pferdehofes und seine Lebensgefährtin entdeckten das Unglück. Unter großer Gefahr retteten sie noch vier Pferde aus ihren Boxen, versuchten auch das Feuer zu löschen. Hierbei erlitt der
48-Jährige eine Rauchvergiftung und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Rasend schnell breiteten sich die Flammen im Heu und Stroh aus, das im Dachgeschoss gelagert war. Schließlich brannten bereits beim Eintreffen der Feuerwehr die beiden großen, im Winkel aneinander stehenden Scheunen lichterloh. Die Leinzeller Feuerwehr unter ihrem Kommandanten Wolfgang Fischer bekam wenige Minuten später Unterstützung durch die Stützpunktfeuerwehr Gmünd. Das gemeinsame Augenmerk galt der Rettung des angebauten Wohnhauses, ebenso dem Schutz der Nachbarschaft. Die Hitzestrahlung war enorm, auf das gesamte Dörflein ging ein Funkenregen nieder. Schnell machte sich der außergewöhnlich strenge Frost bemerkbar. Armaturen und Schläuche froren immer wieder ein. Stadtbrandmeister Bernd Straile und Kreisbrandmeister Otto Feil forderten weitere Tanklöschfahrzeuge an, das große TLF
24/
50 und dazu den speziellen Schlauchwagen SW
2000 aus Gmünd, um eine mehrere hundert Meter lange Leitung bis zur Lein zu verlegen. Denn der Hydrant vor Ort reichte nicht aus. Die Feuerwehr Iggingen mit Kommandant Thomas Lakner sorgte für die Wasserförderung aus der Lein. Das Feuer schien etwa eine halbe Stunde nach Brandausbruch unter Kontrolle. Doch dann gab es ein riesiges Krachen und gut
20 Meter weit schossen Flammen erneut in den Himmel. Das Scheunengebäude war wegen des Übergewichts eines großes Vorbaus vollkommen eingestürzt und komplett nach vorne gekippt. Eine heikle Situation für die Helfer, doch die aufmerksamen Führungskräfte hatten die Situation kommen sehen und schon Minuten vorher niemanden mehr in diesen Gefahrenbereich geschickt. Zudem befanden sich auch Gasflaschen im Anwesen, ebenso etliche landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, die allesamt ein Raub der Flammen wurden. Das angebaute Wohnhaus konnte erfolgreich abgeschirmt werden. Im Innenangriff schützten Atemschutztrupps Wohnräume und Dachstuhl. Mit Ausnahme eines kleinen Dachschadens blieb das Wohnhaus vor Feuer und Löschwasser von den Feuerwehrleuten sehr gut geschützt. Den Sachschaden beziffert die Polizei auf mindestens
200 000 Euro. Der Schuttberg der Scheunen brannte noch längere Zeit. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen nach der Brandursache aufgenommen. Im Einsatz waren neben den Feuerwehren aus Leinzell, Gmünd und Iggingen auch die beiden Schnelleinsatzgruppen (
SEG) Süd und Nord des
DRK–Kreisverbandes. Insgesamt waren es über
100 Helfer, die nicht nur gegen die Flammen kämpften, sondern auch gegen den extremen Frost. Heiße Getränke waren bei diesem Großeinsatz am vierten Advent mindestens so wertvoll wie Löschwasser. Die Aufräumarbeiten bis weit in die Nacht hinein und das Ordnen der Ausrüstung, besonders der vielen Schläuche war gleichfalls zeit– und kräfteraubend.
Noch keine Kommentare vorhanden.