Das gute Stück des Gmünder Schulmuseums ist zwar nicht verbrannt, bleibt aber weiterhin vermisst
Leider zu früh war die Vorfreude vieler Freunde des Fördervereins Schwäbisch Gmünder Schulmuseum auf eine schnelle Heimkehr der gleichermaßen herzigen wie historischen Bärenschule aus dem Museumsfundus.
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Wie bereits gestern berichtet, hat die Kriminalpolizei Schwäbisch Gmünd offenbar Hinweise aus dem beschlagnahmten Computer des Lindacher Brandstifters sowie aus der Welt des Internet-Auktionen gefischt, wonach teils rund
100 Jahre alte Antiquitäten aus dem reichen Fundus der Museumssammlung möglicherweise verscherbelt worden sein könnten. Vereinschefin Gerda Fetzer, die mit vielen Mitstreitern und Ausdauer die Sammlung zusammengetragen hatte, erkannte in diesen Tagen auf Fotomaterial der Kripo einige Gegenstände wieder, die sie nach dem Feuer im Lindacher Bezirksamt im Brandschutt für verschollen geglaubt hatte. Damals waren sie und weitere Vereinsmitglieder viele Stunden im Einsatz, um Gegenstände und Archivmaterial zu retten und neu zu ordnen. Wie dargestellt, hat sich nun der Verdacht erhärtet, dass der Brandstifter seinerzeit vor Aktivierung seiner Zeitzündereinrichtung das Lager des Schulmuseums in Augenschein genommen hat, um wertvoll erscheinendes Material zu sich zu nehmen.
Vielleicht gibt es sachdienliche Hinweise von Sammlern
Leider, so ist Gerda Fetzer traurig, befindet sich nicht wie zunächst erhofft auch eine Spur zu der vermissten Bärenschule unter dem Nachweismaterial der Kriminalpolizei. Doch sie ist sehr sicher, dass diese sich auch im Dachgeschoss befand. Allerdings nicht im ausgebrannten Teil des Schulmuseumlagers im Dachstuhl, sondern in einem Raum der leerstehenden Dachgeschosswohnung, der nicht so sehr von Hitze und Rauch heimgesucht worden war. Das beweist ihr, dass die Bärenschule nicht verbrannt sei, sondern irgendwo noch existiere. Vielleicht ja bei einem sorgsamen Sammler solcher Antiquitäten. Es handelt sich um einen hellen Holzkasten. Etwa zehn süße Bärenkinder sind dargestellt, die von einem Bärenlehrer in einem historischen Klassenzimmer unterrichtet werden. Das Schaustück war schon Blickfang bei zahlreichen Präsentationen des Fördervereins. Und nicht nur Kinder haben die verschollene Bärenschule in ihr Herz geschlossen.
Vielleicht gibt es ja jetzt unter der Leserschaft unserer Zeitung sachdienliche Hinweise auf den Verbleib. Die anderen Gegenstände, die offenbar vor dem Brand aus dem Fundus des Museumsvereins entfernt wurden, fanden sich jetzt zumindest auf Fotos bei Internet-Auktionen wieder. Die Wiederbeschaffung bleibt dennoch schwierig.
Für Gerda Fetzer ist die sich nun anbahnende, weitere Aufklärung der unglaublichen Straftat von Lindach auch eine gewisse Genugtuung. Denn sie war damals gleich nach dem Brand und dann schließlich auch bei der Gerichtsverhandlung teils rüden Anmerkungen ausgesetzt, bis hin zum Verdacht, sie habe zu Ungunsten des Beschuldigten den Tatort verändert. Mit viel Idealismus und mit einem riesigen Zeitaufwand konnte ein Teil des Sammelgutes gerettet werden und befindet sich nun in neuen Archivräumen in Straßdorf.
Das Gmünder Schulmuseum ist derzeit in Heubach
Das Gmünder Schulmuseum selbst ist derzeit mit seinem beliebten und sehenswerten historischen Klassenzimmer im Heubacher Schloss untergebracht.
Es ist ein anhaltendes Drama: Trotz der Rückschläge und der Odyssee, die nun schon seit über zehn Jahren anhält, hat der Verein noch nicht die Hoffnung aufgegeben, eines Tages mit seiner wertvollen Sammlung ein endgültiges Domizil in der traditionsreichen Schulstadt Schwäbisch Gmünd beziehen zu können.
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