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» Sport | Mittwoch, 23. Dezember 2009

Schach: Sechs Großmeister wollen beim 22. Staufer-​Open mitmachen Vladimir Epishin sitzt wieder als Favorit am Brett

Das 22. Staufer-​Open im Schach beginnt am Samstag, 2. Januar 2010. Sechs Großmeister wollen mitmachen – aber es gibt erschreckend wenig Voranmeldungen. Dennoch hoffen die Verantwortlichen auf ähnliche Teilnehmerzahlen wie in den Vorjahren. Von Matthias Reichert

Das Telefon bei Organisator Wernfried Tannhäuser klingelt ständig, die 50 Plätze im Gästehaus der Finanzschule sind längst alle weg. Aber in der Breite ist die Resonanz zurückgegangen. „Die Voranmeldungen sind ganz schlecht, ich weiß nicht wieso“, sagt Gerhard Friedrich, Kassier der ausrichtenden SG Schwäbisch Gmünd. Gerade 50 Schachspieler haben das Startgeld bisher schon überwiesen – „das waren seither um diese Zeit mehr als doppelt so viele“.
Gewöhnlich melden sich um die 150 vorher an, der Rest kommt bei Turnierbeginn. Im Vorjahr haben 325 beim Hauptturnier mitgemacht, es waren aber auch schon über 400. Friedrich hofft jetzt, dass der Schwung der Anmeldungen über die Feiertage eintrudelt.
Die Spitze ist stark wie gewohnt. Dafür sorgt schon Vladimir Epishin, der vor einigen Jahren beim 17. Open als Favorit nur 15. geworden war. Der eigenwillige russische Großmeister (GM) hat ein ELO-​Rating über 2600 und zählt damit zur erweiterten Weltspitze. Knapp über ELO 2600 rangiert der deutsche GM Rainer Buhmann. Der Mannheimer, der für Solingen in der Bundesliga spielt, wurde im Vorjahr in Gmünd geteilter Erster. Er ist Siebter der aktuellen deutschen Rangliste, GM Alexander Graf ist Ranglisten-​Achter. Graf möchte im Stadtgarten die Scharte vom Vorjahr auswetzen, als er zweimal verlor, mit dem Turniersieg nichts zu tun hatte und nur 28. wurde. Auch der russische GM Vladimir Burmakin ist wieder dabei, der hier zuletzt vor drei Jahren gewonnen hat.
„Ich habe jede Menge Anfragen“, berichtet Organisator Tannhäuser – aber die wenigen Freizimmer für Profis sind längst weg. Ebenfalls vorne mitmischen wollen eine Reihe Internationaler Meister, darunter Frank Zeller und Josef Jurek von der Gmünder Oberliga-​Mannschaft.
Beim Staufer-​Open gibt es viele „Wiederholungstäter“, weiß Tannhäuser. „Teils kommen sie nach zehn Jahren wieder, oder als Papa mit dem Sohn.“ Das Hauptturnier beginnt am 2. Januar um 10 Uhr, Meldeschluss ist eine Stunde vorher. Jeder spielt neun Runden, ein Spiel dauert bis zu fünf Stunden. Siegerehrung ist an Dreikönig um 15 Uhr. Im Preisfonds sind über 8500 Euro, der erste Platz ist mit 1500 Euro dotiert.
Rückläufig sind auch die Voranmeldung für das 16. Senioren-​Open, das am 2. Januar um 14 Uhr beginnt. Im Vorjahr kämpften hier 67 Starter um Sachpreise. Die Senioren spielen zwei Tage länger, hier steht der Sieger nach neun Runden am 8. Januar um 14.30 Uhr fest. Eine feste Größe im Turnierkalender ist das eintägige Kinderturnier im Staufer-​Open. Am Montag, 4. Januar, tragen bei der 15. Auflage ab 10 Uhr die Nachwuchsspieler unter 14 Jahren in vier Altersgruppen Schnellpartien im Jugend-​Grand-​Prix der Schachverbände Baden und Württemberg aus. 98 starteten hier ein Jahr zuvor, damit saßen damals in allen Turnieren des Schachfestivals insgesamt 490 Schachspieler an den Bretten.
 

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