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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 24. Dezember 2009

Die über 100 Jahre alte Franzburger Kleinbahn scheint sich an ihrem Altersruhesitz am Gmünder Zeiselberg richtig wohl zu fühlen

Jetzt im Winterkleid entfaltet die außergewöhnliche, private Eisenbahnsammlung am Zeiselberg in Schwäbisch Gmünd einen besonders romantischen Reiz.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Es ist eine faszinierende Sache, die Nachbarn und Spaziergänger in der Oberen Zeiselbergstraße immer wieder gerne bewundern (bitte natürlich nicht das Privatgrundstück betreten!). Gerade jetzt in den Vorweihnachtstagen notieren sich ja viele kleine und große Kinder den Wunsch nach einer Modelleisenbahn auf den Zettel fürs Christkind. Der Gmünder Wolfrad Bächle hat sich jedoch den Traum von einer echten Eisenbahn in seinem Garten erfüllt, will die großen Fundstücke auch sorgsam pflegen und als Museumsstücke der Nachwelt bewahren.
Bereits vor einigen Jahren nahm er eine ausrangierte Diesel-​Rangierlok zu sich. Die berühmte „Köf“ wurde schon seit den 30er-​Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut und versah lange Zeit in großen Stückzahlen in fast allen größeren Bahnhöfen zuverlässig ihren Dienst im Rangierbetrieb und auf Nebengleisen. Die Gmünder kennen die nicht gerade rasante „Köf“ besonders noch von der Industrienebenbahn, die quer über die Mutlanger Straße bis zur Zahnradfabrik (Heute GOA und TOOM-​Baumarkt) führte.
Absolutes Schmuckstück ist seit einigen Monaten nun die historische Franzburger Kleinbahn. Die Rems-​Zeitung berichtete seinerzeit über den nicht unkomplizierten Transport mit Anlieferung per Schwerlast-​Autokran. Nun scheint es so, als habe der über 100 Jahre alte Dampfzug, der zuletzt im Bahnbetriebswerk Greifswald nahe der Ostsee beheimatet war, einen angenehmen Altersruhesitz gefunden. Von der Straße aus betrachtet, sind oft ganze Kindergartengruppen fest davon überzeugt, dass dort oben zwischen Zeisel– und Klarenberg Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer und eben seine Wilde 13 zu Hause sind. In der Tat hat die kleine, aber immerhin zwölf Tonnen schwere Dampflok gewisse Ähnlichkeit mit dem fauchenden und stets abenteuerlustigen Gefährt von Lummerland. 1993 wurde die Lok bei Vulcan Stettin gebaut und erst 1969 ausgemustert. Die Herzen der Familie Bächle schlagen sowohl beruflich als auch privat für Modellbahnen und Eisenbahngeschichte. Zur Sammlung gehören auch ein historischer Güterwaggon und mehrere Signaleinrichtungen. Auch Schienen wurden zunächst in den Garten gehievt, damit das „rollende Material“ auch auf einem originalgetreuen Untergrund „zum Stehen“ kommt.
 

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