Experten diskutieren mit den Schulleitungen der Schwäbisch Gmünder Schulen über neue Wege der Qualitätsentwicklung
SEIS (Selbstevaluation in Schulen) — Eine Perspektive für die Schulen der Stadt Schwäbisch Gmünd? So lautete eine Veranstaltung im Kleinen Saal des Prediger, die aufmerksam und mit großem Interesse der Schulen verfolgt wurde.
SCHWÄBISCH GMÜND
(pm). In der vom Kommunalen Bildungsbüro ausgerichteten Informationsveranstaltung für die Schulleitungen der städtischen Schulen referierten kompetente Schulentwicklungsexperten aus ganz Baden-Württemberg über die Möglichkeit einer gemeinsamen qualitätsorientierten Weiterentwicklung der Schwäbisch Gmünder Schullandschaft mit Hilfe des Qualitätsentwicklungsinstruments SEIS.
Der Erste Bürgermeister der Stadt,
Dr. Joachim Bläse, eröffnete die Veranstaltung und betonte, wie wichtig ihm die Kooperation der Schulen mit der Stadt als Schulträger und von welcher Bedeutung die Qualität der Schulen als Standortfaktor der Stadt, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, sei.
Sascha Pelzmann, der Leiter des Kommunalen Bildungsbüros, führte in den Ablauf der Veranstaltung ein und erläuterte die Ziele, die sich die Stadtverwaltung von diesem Projekt erhofft. Es soll darum gehen, dass alle Schulen gemeinsam und konstruktiv an ihrer Qualität arbeiten. Grundlage hierfür müsse allerdings ein für alle Schulen einheitliches Qualitätsverständnis sein. Das Evaluationsinstrument SEIS wäre eine erprobte und bewährte Möglichkeit dies durch Befragungen der Schüler, Lehrer und der Eltern ganz objektiv zu erreichen.
Im Anschluss an diese (Selbst-) Evaluation der Schulen folgt die Umsetzung der aus den Daten der Fragebögen gewonnenen Erkenntnisse in ganz konkrete Taten. In so genannten Praxisforen sollen sich die Schulen über ihre Ergebnisse austauschen, voneinander lernen und so bei der Weiterentwicklung ihrer Schulqualität voneinander profitieren.
Dr. Rüdiger Arnscheid aus dem Kultusministerium berichtete sowohl über die rechtlichen Rahmenbedingungen der schulischen Qualitätsentwicklung in Baden-Württemberg und stellte das Qualitätsentwicklungsinstrument SEIS (Selbstevaluation in Schulen) vor. Mit diesem wissenschaftlich fundierten Instrument könnten alle Schulen der Stadt gemeinsam an ihrer Qualitätsentwicklung arbeiten und sich im Anschluss zusammen auf den Weg zu einer qualitätsorientierten Weiterentwicklung der Schwäbisch Gmünder Schullandschaft in kommunaler Verantwortungsgemeinschaft mit dem Schulträger machen, so der Experte aus Stuttgart.
Im Anschluss stellten Angela Rücker und Monika Römer-Zimmermann, Fachberaterinnen für Schulentwicklung des Regierungspräsidiums, die Unterstützungsangebote hierfür vor und zeigten exemplarisch wie ein gemeinsamer Erhebungszyklus mit SEIS für alle Schulen in Schwäbisch Gmünd aussehen könnte.
Um ein Beispiel gelungener Schulentwicklung unter Einsatz dieses Instruments zu zeigen, erörterte Rolf Wiedenbauer als Leiter des Regionalen Bildungsbüros Freiburg, den Einsatz von SEIS in Freiburg und die Rolle des Schulträgers bzw. des Bildungsbüros dort.
Die Rektorin der Clara-Grunwald-Schule Freiburg, Ingrid Buttmi, und Wolfram Miller, Rektor der Grundschule Ravensburg-Weißenau, berichteten über den Ablauf und Nutzen der Durchführung von SEIS in ihren Schulen.
Nach einer kurzen Pause stellten sich die Referentinnen und Referenten in einer Diskussionsrunde unter der Moderation von Karin Schüttler, der Leiterin des Schul– und Sportamts, den Fragen der interessierten Gmünder Schulleitungen. Es entwickelte sich eine angeregte Diskussion, in der die Schulleitungen ihre Fragen mit den Experten klären konnten.
Wie lange dauert eine Erhebung mit diesem Instrument? Was machen wir mit den daraus gewonnenen Datensätzen? Wer hilft uns danach von „Daten zu Taten“? — diese und viele andere Fragen konnten in diesem Kontext geklärt werden. Insgesamt wurde deutlich, dass SEIS, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der ohnehin schulgesetzlich verpflichtenden Selbstevaluation der Schulen, für einen gemeinsamen Weg der schulischen Qualitätsentwicklung für alle Beteiligten eine gute Chance bietet.
Schulen beginnen sich der öffentlich oft emotional geführten Schulqualitätsdebatte zu stellen und kooperieren hinsichtlich der Verbesserung ihrer Qualität. In diesem Prozess werden sie allerdings nicht alleine sich selbst überlassen, sondern werden sowohl inhaltlich als auch organisatorisch von den Fachberaterinnen des Regierungspräsidiums und der Stadtverwaltung unterstützt — eine Perspektive, bei der selbst Skeptiker zustimmend nickten.
Gegen Ende der Veranstaltung fasste Sascha Pelzmann die grundlegenden Aspekte der Veranstaltung zusammen und gab einen Ausblick darauf, wie das weitere Verfahren ganz konkret in Schwäbisch Gmünd aussehen könnte. Er betonte, dass es darum gehe „Schulen zu profilieren, Stärken zu erkennen und eventuell vorhandene Defizite gemeinsam und konstruktiv auszugleichen“.
In Absprache mit den Fachberaterinnen des Regierungspräsidiums wird im März ein einführender Workshop für die Schulen der Stadt stattfinden, an dem die für einen Einsatz von SEIS notwendigen Schritte nochmals ganz genau besprochen werden, bevor die Schulen selbst entscheiden, ob sie an dem Vorhaben einer gemeinsamen Qualitätsentwicklung mitarbeiten werden.
Dr. Joachim Bläse ermunterte die Schulen abschließend an diesem gemeinsamen Projekt mitzuwirken und sicherte die Unterstützung der Stadtverwaltung zu. Er lobte die hervorragende Organisation der Veranstaltung und die interessanten Vorträge der Referentinnen und Referenten und endete mit seinem ganz persönlichen Weihnachtswunsch „Wir würden uns freuen, wenn unsere Schulen sich zu diesem Schritt entschließen könnten und mit der heutigen Veranstaltung tatsächlich der Prozess einer gemeinsamen schulischen Qualitätsentwicklung einsetzen würde!“
Sollte alles so wie geplant ablaufen, könnte die Stadt Schwäbisch Gmünd gemeinsam mit ihren Schulen schon zum nächsten Schuljahr mit dieser „Qualitätsoffensive“ starten
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