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» Schwäbisch Gmünd | Dienstag, 29. Dezember 2009

Reservistenkameradschaft hofft auf Sanierung des Denkmals auf dem Leonhardsfriedhof

Politiker, Fabrikanten, Künstler – trotz seiner verkehrsumtosten Lage ist der Leonhardsfriedhof so etwas wie die Vorzeige-​Begräbnisstätte Gmünds. Da will der Zustand des Denkmals für die Gefallenen des deutsch-​französischen Krieges 1870/​71 so gar nicht dazu passen – was sich jedoch ändern soll. Von Manfred Laduch

SCHWÄBISCH GMÜND. Zumindest, wenn es nach der Reservistenkameradschaft Schwäbisch Gmünd und ihrem rührigen Vorsitzenden Karl-​Heinz Wahl geht. Die ehemaligen Bundeswehr-​Soldaten haben schon vor vielen Jahren die Pflege des Denkmals und der insgesamt rund 250 Kriegsgräber auf dem Leonhardsfriedhof übernommen.
2004 wurde die Gedenkstätte an den Krieg von 1870/​71 – in dessen Folge das Deutsche Reich gegründet wurde – von einer armdicken Schicht Efeu befreit. Man erkannte, dass im Sandstein eingelagertes Salz und von außen eingedrungenes Wasser ganze Arbeit geleistet hatten: Drei der marmornen Platten an den Seiten des Sockels kamen den Männern quasi entgegen. Sie sind seither sicher eingelagert. Die Darstellungen auf den vier Seiten der obeliskenförmigen Säule sind kaum noch zu erkennen.
Bei der Gedenkstättenpflege in Weiler sprach Karl-​Heinz Wahl im Sommer Oberbürgermeister Richard Arnold auf das Thema an – schließlich gehört das Denkmal der Stadt. Arnold bat den Großdeinbacher um genauere Informationen, und der 58-​jährige Feldwebel der Reserve ließ das fast 140 Jahre alte Stück von einem Experten untersuchen.
Der stellte fest, dass die Säule nicht mehr zu retten ist. Eine Erneuerung samt Aufarbeiten des Sockels würde mit 20 000 Euro zu Buche schlagen. Auf eine von MdL Stefan Scheffold erbetene Auskunft über mögliche Unterstützung des Landesdenkmalamtes hat Wahl noch keine Antwort. Über die mögliche Gründung eines Projekt-​Fördervereins denkt die Reservistenkameradschaft nach. Wenn man bedenke, dass regelmäßig Blumen und Grablichter auf dem Sockel abgestellt würden, sollten sich doch Menschen finden, die dieses Anliegen unterstützen, hofft Karl-​Heinz Wahl.
Allerdings gibt es ein Problem: Bevor man den Obelisken neu anfertigen kann, muss man wissen, wie er einst aussah.
Erstaunlicherweise gibt es nicht einmal im Stadtarchiv alte Aufnahmen des Denkmals. Für die Stadt wurde es erst nach Entfernung der Efeuschicht fotografisch dokumentiert. Auch bei seiner Suche nach eventuell dem gleichen Entwurf gefertigten Denkmalen aus dieser Zeit blieb Karl-​Heinz Wahl bislang ohne Erfolg.
Auf jeden Fall, so der Großdeinbacher, sollte das Denkmal bis zur Landesgartenschau saniert werden – eventuell samt einer schöneren Gestaltung der größeren Fläche, auf der es steht.
 

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