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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 30. Dezember 2009

Die Jahresbilanz der von der RZ befragten Gmünder Einzelhändler fällt positiv aus, optimistisch blicken sie auch ins Jahr 2010

Manfred Noppel, stellvertretender Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes in Baden-​Württemberg, blickt abwartend auf das kommende Geschäftsjahr. 2009 sei der Einzelhandel an einer Krise „vorbeigeschrammt“; „2010 wird es unter Umständen schwieriger.“ Die Gmünder Einzelhändler aber sprühen geradezu vor Optimismus. Von Nicole Beuther

SCHWÄBISCH GMÜND. „Sonst könnte ich es ja gleich bleiben lassen“, begründet Renate Altmann vom gleichnamigen Modegeschäft ihre positive Stimmung. Die Geschäftsfrau zeigt sich insgesamt zufrieden mit dem Jahresgeschäft. Die Tendenz, dass die Lage schwieriger wird, sei zwar zu spüren, doch bange ist Altmann nicht zumute. Sie zählt auf ihre Stammkundschaft und gute Ware.
Der Billigschiene möchte sich die Inhaberin, die auf Naturmaterialien zählt, auch in der Krise nicht anpassen. „Qualität hat seinen Preis.“ Altmann hofft, dass das Bewusstsein in der Bürgerschaft, Gutes zu kaufen, wächst.
Diese Erfahrung hat Barbara Stange, Inhaberin des gleichnamigen Strumpfmodengeschäftes, bereits gemacht. „Die Kunden legen wieder mehr Wert auf Qualität“, beschreibt sie den Trend des zurückliegenden Jahres. „Ich bin zufrieden und dankbar mit dem Jahr 2009.“ Neben den treuen Stammkunden seien viele neue Kunden hinzugekommen. Warum manche Menschen gerade jetzt in der Krise auf Billigware verzichten, erklärt sich Barbara Stange so: „Wenn man kein Geld hat, dann kauft man lieber ein Teil weniger, aber dafür gute Qualität.“ Und weil sie auch voller Zuversicht in das kommende Jahr blickt, hat sie ihr Sortiment erweitert.
„Ich schaue positiv ins nächste Jahr“, sagt auch Marita Miller vom Gmünder Traditionsgeschäft Unger Mode & Wäsche. „Warum denn alles immer negativ sehen?“, fragt sie. Zwar müsse man mit kleineren Einschränkungen rechnen, dennoch, „ich glaube nicht, dass es so schlimm wird“. Dabei zählt Miller vor allem auf die Stammkundschaft, zu der auch vermehrt Jüngere gehören. Viele würden durch Mund-​zu-​Mund Propaganda auf das Modegeschäft aufmerksam. Gute Qualität und Fachkompetenz heißt hier das Zauberwort. Hierzu zählt die Inhaberin auch die Ehrlichkeit, einem Kunden zu sagen: „Das ist nicht das Richtige für Sie.“ Wichtig sei es auch, die Kunden schon mit einem freundlichen Lächeln zu begrüßen. „Wenn das Personal positiv eingestellt ist, dann überträgt sich das auch auf die Kunden.“ Auch wenn das Modegeschäft im kommenden Sommer sein 140-​jähriges Jubiläum feiert, auf den Lorbeeren möchte man sich nicht ausruhen. „Wir sind immer noch nicht gut genug“, sagt Miller. „Wir arbeiten weiter an uns.“
Keine großen Sorgen macht sich auch Christine Müller von der Raumausstattung „Schwenk Textiles Wohnen GmbH“. Es sei eine durchgehende Auslastung zu verzeichnen gewesen, so Müller. „Ich glaube, dass wir breit aufgestellt sind“, blickt die Inhaberin insgesamt sehr zuversichtlich ins neue Jahr. Auch Müller ist gerade dabei, die Räumlichkeiten zu erweitern. Optimistische Stimmung herrscht auch in der Buchhandlung Stiegele. Im Vergleich zum Vorjahr habe es keine Veränderungen gegeben, zeigt sich Christiane Stiegele-​Feifel zufrieden. „Mit Optimismus geht’s leichter.“
„Man muss positiv denken“, findet auch Stefan Wahl vom Modehaus Dietrich. Mit ein Grund für den Erfolg im zurückliegenden Jahr seien die Werbeaktionen der Stadt, beispielsweise das Angebot, an Samstagen drei Stunden kostenlos zu parken. „Die Kunden sind viel entspannter und schauen nicht ständig auf die Uhr“, so Wahl.
Auch eine Wiedereröffnung hat es in diesem Jahr gegeben. Seit einem Jahr gibt es nun wieder das Teppichhaus Isfahan. „Wegen großer Nachfrage haben wir wieder aufgemacht“, sagt Inhaber Martin Naghdtschi, der sich über einen festen Kundenstamm freut.
 

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