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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 31. Dezember 2009

Bürger aus nah und fern haben seit der Eröffnung im Frühjahr das Limesinformationszentrum im Rotenbachtal besucht

Zahlreiche Bürger zeigen sich begeistert von der am 17. Mai im Rahmen des Aktionstages „Am Limes grenzenlos“ eingeweihten Informationsanlage im Rotenbachtal. Bürgermeister Dr. Joachim Bläse und Michael Schaumann von der Zentralstelle Kultur der Stadt Gmünd zogen gestern Bilanz. Von Nicole Beuther

SCHWÄBISCH GMÜND. Die Rekonstruktion der unterschiedlichen Grenzbefestigungen von Obergermanien und Raetien mit Teufelsmauer, Holzpalisaden, Wall und Graben sowie die Reliefs, die am Wegesrand stehen, fügen sich in die Umgebung ein, als seien sie schon immer Teil von ihr gewesen. Ein Landschaftsmodell stellt die topografische Lage der Kastelle und des Grenzverlaufs im 2. Jahrhundert n. Chr. dar; die Nachbildung eines römischen Meilensteins informiert über die Entfernung Schwäbisch Gmünds zu bedeutenden römischen Städten.
Die Vergangenheit ist nicht weit entfernt von der wenige Monate alten und dennoch beeindruckenden Rekonstruktion der Palisade. Der Weg vom Eingang des Rotenbachtales führt vorbei an den ebenfalls nachgebildeten Weihesteinen und Reliefs zum Originalschauplatz der ehemaligen römischen Provinzgrenze. Erhaltene Holzpalisaden-​Reste aus bis zu 55 Zentimeter dicken Eichenstämmen finden sich in einem Bachbett rund einen Kilometer von der Ausgangsposition entfernt. Eine sinnvolle Sache auch für Schulklassen, wie Bläse findet. Denn gerade für die Jüngeren sei es wichtig, die damaligen Begebenheiten anschaulich zu vermitteln. Konzipiert und umgesetzt wurde das ganze in enger Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege sowie dem Limesinformationszentrum in Aalen. Bezuschusst wurde das Projekt mit Mitteln aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum des Landes Baden-​Württemberg. Insgesamt habe man 230 000 Euro in die Anlage investiert, so Bläse. 84 000 Euro Zuschuss gab es vom Land. Vor zwei Wochen wurde ein Glasdach auf dem Uferpavillon installiert — damit schließt sich der Kreis der Arbeiten, die von Fachmännern teils ehrenamtlich durchgeführt wurden. Dankbar zeigt sich Bläse auch für die Unterstützung des ehemaligen Präsidenten der Landesdenkmalpflege, Prof. Dr. Dieter Planck, der eine besondere Beziehung zu der UNESCO–Welterbestätte in Schwäbisch Gmünd hat. So war er maßgeblich an der Erforschung des Gräberfelds bei der Kastellanlage Schirenhof beteiligt. Im Rahmen seiner Abschiedstour besuchte Planck bedeutende archäologische Stätten des Landes, unter anderem machte er, in Begleitung des Regierungspräsidenten Johannes Schmalzl, auch Halt in Schwäbisch Gmünd. Dabei hatte Planck einen Wunsch: „Vergesst Kleindeinbach nicht.“ Etwas, was auch Bürgermeister Bläse im Auge behalten möchte. Von der Anlage des dortigen Kleinkastells sind, zumindest oberhalb der Erdoberfläche, heute keine Spuren mehr sichtbar. Bläse kann sich gut vorstellen, das Kastell eines Tages kenntlich zu machen.

Führungen durchs Rotenbachtal finden das ganze Jahr statt und können unter anderem beim Gmünder i-​Punkt gebucht werden.
 

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