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» Sport | Freitag, 04. Dezember 2009

Boxen: Artur Hein kämpft morgen in der Ludwigsburger Arena

Er ist kein Neuling mehr im Profiboxen, aber auf seinen elften Kampf freut sich Artur Hein wie bisher auf keinen der vorangegangenen. Endlich darf der Großdeinbacher einmal in der Nähe seiner Heimat in den Ring steigen und fühlt sich dabei fast wie in seinem eigenen Wohnzimmer, wenn er morgen in Ludwigsburg gegen Mile Nikolic antritt.

Der erste Auftritt als Berufsboxer in Baden-​Württemberg rückt für Artur Hein immer näher. Heute geht es für den Wahl-​Berliner zum obligatorischen Wiegen, ehe dann die Spannung bis zum Kampf am morgigen Samstag stetig steigen wird. In der Arena Ludwigsburg ist der 24-​Jährige im Vorprogramm von Marco Huck zu sehen, der zu vorgerückter Stunde seinen Weltmeistergürtel der WBO im Cruisergewicht gegen Ola Afolabi verteidigen wird. Zuvor muss sich Dominik Britsch im Ring beweisen. Auch für den Neckarsulmer kommt der Austragungsort einem Heimspiel gleich. Im Mittelgewicht will seinen Gürtel der IBF gegen Cleber Argente Alves verteidigen. Der Südamerikaner ist ein harter Brocken. Eine echte Herausforderung für Britsch. Ab 22.15 Uhr überträgt die ARD live aus der Barockstadt und wird mit Sicherheit ein großes Augenmerk auf den Kampf der Schwergewichtler Alexander Povetkin und Leo Nolan legen. Der Russe Povetkin ist der Führende der Weltrangliste der IBF und damit Pflichtherausforderer für einen der ganz großen im Ring, Wladimir Klitschko. Im nächsten Jahr soll das große Duell mit dem Ukrainer stattfinden. Der 30-​Jährige nutzt deshalb das Aufeinandertreffen mit dem Amerikaner Nolan als Formüberprüfung. Doch der Russe, der bisher eine makellose Bilanz von 17 Siegen in 17 Kämpfen vorweisen kann, hat sich mit dem 37-​Jährigen einen harten Konkurrenten rausgesucht. Der Amerikaner verließ in 28 Kämpfen 27 Mal den Ring als Sieger. Insgesamt stehen neun Duellen auf dem Programm in der Arena Ludwigsburg.
Als Fünfter darf Hein dabei in den Ring steigen. Der Kampf des Halbschwergewichtlers gegen Mile Nikolic ist auf acht Runden angesetzt. Doch geht es nach dem Großdeinbacher, soll der Fight nicht so lange dauern. Gerne würde er seine K.o.-Quote in die Höhe treiben und die Auseinandersetzung vorzeitig beenden. In der Hälfte seiner zehn Kämpfe konnte der 24-​Jährige bisher den Ring vorzeitig in Jubelposition verlassen.
Selbstbewusstsein mit einer Portion Vorsicht vermischt, so präsentiert sich Hein, der in Berlin mit Coach Karsten Röwer zusammenarbeitet. „Ich habe mich weiterentwickelt“, sagt der Halbschwergewichtler über die Arbeit mit Röwer, der erst seit dem Frühjahr für den Großdeinbacher verantwortlich zeichnet. Viel an seiner Technik und an neuen Kombinationen, habe er gearbeitet und sich weniger mit dem kommenden Gegner beschäftigt. Keineswegs aus Überheblichkeit, Hein hat Respekt vor dem Konkurrenten, aber sich selbst weiterzuentwickeln steht momentan einfach im Vordergrund.
„Ich will meine Explosivität und meine K.o.-Gefährlichkeit zeigen“, kündigt Hein forsch an. K.o.-Gefährlichkeit zeigte zuletzt aber auch sein morgiger Konkurrent. Der Start in die Profilaufbahn verlief für den Serben alles andere als rund. Drei Niederlagen hagelte es für den heute 26-​Jährigen in den ersten drei Kämpfen. Doch die letzten drei Kämpfe konnte er siegreich gestalten und war dabei sogar zweimal vorzeitig erfolgreich. Deshalb ist eine Einschätzung seiner Leistungsfähigkeit nicht einfach. Sollte Hein die Form der ersten zehn Kämpfe abrufen können, wird er mit Sicherheit den Ring als Sieger verlassen – vor vielen Freunden das erklärte Ziel.
 

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