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» Schwäbisch Gmünd | Sonntag, 06. Dezember 2009

Mitarbeiter und Gäste trafen sich am Portal West zur ökumenischen Barbara-​Andacht

Die rund 200 Mitarbeiter, auf, beziehungsweise in der Gmünder Tunnelbaustelle, trafen sich gestern zur traditionellen Barbara-​Feier. Die ökumenische Andacht fand unter Tage kurz hinter dem Portal West statt.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Der 4. Dezember ist der Heiligen Barbara gewidmet. Weltweit wird sie von Mineuren und Bergleuten als Schutzheilige verehrt, in manchen Ländern auch bei Feuerwehren, Pionieren und Artilleriesoldaten. Wer schon mit den Tunnelbauern zu tun hatte, der weiß, dass es sich zwar um kantige Burschen handelt, die jedoch dem kleinen Barbara-​Altar am Eingang zur unterirdischen Baustelle sehr gläubig und demütig gegenübertreten. Denn die Arbeit dort unten ist voller Gefahren. Der 4. Dezember ist Feiertag der Mineure, um die Schutzheilige anzubeten, verunglückten Kameraden zu gedenken und natürlich auch die Geselligkeit zu pflegen. So standen auch auf der normalerweise rastlosen Großbaustelle des Gmünder Jahrhundertbauwerks gestern alle Räder still. Münsterpfarrer Robert Kloker, der evangelische Pfarrer Matthias Plocher und Tunnelpatin Dr. Christine Blaschczok gestalteten am Nachmittag gemeinsam mit der Kolpingkapelle eine ökumenische Feier.
Empfangen wurde die Gäste zunächst von Mineuren, die — einem alten christlichen Brauch folgend — Barbarazweige verteilten. Deren große Symbolik für Licht und Leben bezieht sich auf das kleine Naturwunder, dass diese Kirschzweige zum 4. Dezember geschnitten werden und daheim in einer Vase zum Weihnachtsfest zu blühen beginnen. Bei der Feier gab es zunächst mahnende Worte von Projektleiter Andreas Decker von der Firma Züblin: Alle auf dieser großen Baustelle mögen weiterhin rücksichtsvoll und umsichtig handeln, um schwere Unfälle zu vermeiden. Ein großes Stück des Tunnels sei bereits geschafft, doch „es bleibt spannend unter Gmünd“. Andreas Decker würdigte bei dieser Gelegenheit besonders Christine Blaschczok. Er habe noch nie erlebt, dass eine Tunnelpatin mit so viel Engagement und Aufmerksamkeit diese Aufgabe wahrnimmt.
Regierungsvizepräsident Josef Kreuzberger zeigte sich in seiner Ansprache beeindruckt über den raschen Fortgang auf dieser gegenwärtig größten Straßenbaustelle im Land. Er beschrieb erneut die enorme Bedeutung dieses Tunnels für die gesamte Gmünder Stadtentwicklung, insbesondere im Hinblick auf die Landesgartenschau. Im geistlichen Teil der ökumenischen Feier stand die Legende der heiligen Barbara im Mittelpunkt. Deren Glaubensstärke bewegte sogar Berge und öffnete den Felsen, in dem sie gefangen war. So entstand auch die Verbundenheit der Bergleute. In Teilen Polens, so wusste Pfarrer Kloker zu berichten, ist der 4. Dezember sogar staatlicher Feiertag.
 

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