»
Kultur |
Dienstag, 08. Dezember 2009
Aus der Zeit, als es noch den Fortschritt gab: Grafiken von Victor Vasarely in der Waldstetter Titan-Factory
Als Victor Vasarely vor zwölf Jahren starb, konnten simple Grafikprogramme Ähnliches wie seine Op-Art-Werke schon lange produzieren. Inzwischen wirft man einen nostalgischen Blick auf sein Werk.
AUSSTELLUNG
(rw). Ja, waren das noch Zeiten, als man diese so mechanisch scheinende Art der trompe-l-oeil-Malerei noch von Hand fabriziert hat, wenn auch in vielen Drucken reproduziert und manchmal auch schlicht kopiert. Den Künstler hat’s wenig geschert, ihn interessierte ähnlich wie Andy Warhol die Demokratisierung der Kunst durch Reproduzierbarkeit. Das ging so weit, dass Vasarely-Muster und –Farbstellungen auf Kittelschürzen auftauchten. Seine größte Zeit hatte er in den
60er– und
70er-Jahren, danach verbannten Museen die Op-Art schamhaft ins Depot. Aber es kehrt alles wieder, und ganz war Vasarely sowieso nicht weg. Stephan Knödlers „Titan-Factory“ in der Waldstetter Rudolf-Diesel-Straße, wo gut
20000 (Trau-)Ringe pro Jahr aus dem schwer zu bearbeitenden Metall hergestellt werden, zeigt jetzt
18 Vasarely-Grafiken aus dem Besitz eines von Galerist Matthias Küper (vormals „Der Gmünder,“ jetzt in Stuttgart und Peking) vertretenen Sammlers. Qualitativ hochwertige, wie Küper versichert. Man verweilt vor diesen ausgebeulten Gittermustern, die nach mindestens fünfter Dimension aussehen und erinnert sich daran, dass die Zukunft einmal nach Fortschritt und Raketentreibstoff roch. Apropos Titan: Davon steckte eine Menge in den Triebwerken. (Bis
19. Dezember; Mo – Fr
14 –
17 Uhr nach Voranmeldung, Telefon
0 71 71/
9 80 40.)
Noch keine Kommentare vorhanden.