Projektleiter Andreas Decker informierte im Rahmen der Barbara-Feier über den Stand der Bauarbeiten
Halbzeit ist beim bergmännischen Vortrieb für den Salvatortunnel im Zuge der neuen B-29-Ortsumgehung. Im Rahmen der Barbara-Feier informierte Projektleiter Andreas Decker über den Baufortschritt tief unterhalb Gmünds.
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Dipl.-Ing. Andreas Decker ist Baustellenchef der Arbeitsgemeinschaft Tunnel Schwäbisch Gmünd, zu der sich die vier großen und international engagierten Baukonzerne Züblin, Baresel, Hinteregger und Ostu-stettin zusammengeschlossen haben. Bei der Barbara-Feier im Tunnel nahe des Portals West gab er am Freitag den Gästen auch einen Überblick zum Stand der Baustelle, die ja aus Sicherheitsgründen auch für Besuchergruppen nahezu unsichtbar geworden ist. Denn zu tief im Berg befindet sich nun der Vortrieb mit seinen Bohrungen, Sprengungen und Baggerarbeiten, die nicht ungefährlich sind. Decker bedauerte, dass es leider schon zwei Unfälle mit Schwerverletzten gegeben habe und mahnte alle rund
200 auf dieser außergewöhnlichen Baustelle beschäftigten Mitarbeiter zur größten Vorsicht und Umsicht. Es sei furchtbar, wenn man einen Kameraden und Kollegen verliere, so deutete er tragische Erlebnisse aus anderen Tunnelprojekten an. Besonders auch die zweite Hälfte des bergmännischen Teils der Tunnelarbeiten werde es noch in sich haben, denn nahe der Pfitzerkreuzung werde man nicht nur erneut die Bahnlinie unterqueren, sondern die Mineure kommen unterhalb und seitlich ganz nah an die Rems heran. Insgesamt
2,
2 Kilometer lang wird der Salvatortunnel, wobei
1,
6 Kilometer davon bergmännisch und
0,
6 Kilometer in offener Trogbauweise erstellt werden. Decker informierte: Der Vortrieb gehe besonders zügig im kleineren Rettungstunnel vorwärts und befinde sich nun knapp über
1000 Meter weit im Berg. Der Haupttunnel befinde sich nun mit einer Strecke von
900 Metern einer Überdeckung von etwa
120 Metern unterhalb des Lindenfirstes. An diesem Punkt wird gegenwärtig an der riesigen Kaverne gearbeitet, die an dieser zentralen Stelle des unterirdischen Bauwerks die Ablufttechnik aufnehmen wird. Von dieser seitlich in Richtung Norden gesprengten und gegrabenen Kaverne wird wiederum ein insgesamt
157 Meter hoher Schacht und Kamin bis hinauf an den Lindenfirst gebaut, wo im Taubentalwald, wie berichtet, auch schon die Arbeiten begonnen haben. Kaverne und Lindenfirstschacht verglich Andreas Decker mit der Dimension einer unterirdischen Kathedrale, an deren Seite im Schacht sogar ein Kirchturm fast in der Größenordnung der des Ulmer Münsters (
162 Meter) passen könnte.
Was die zeitliche Abfolge anbelangt, so beschrieb Regierungsvizepräsident Josef Kreuzberger begeistert unter Würdigung des raschen Baufortschritts: „Wir werden bereits Ende nächsten Jahres Licht am Ende des Gmünder Tunnels sehen.“ Der so genannte Durchschlag für den Rettungstunnel, der von kleineren Rettungs– und Feuerwehrfahrzeugen befahrbar sein wird, könnte vielleicht sogar schon im Mai/Juni des neuen Jahres erfolgen. Ein weiterer Bautrupp ist in der Röhre derzeit damit beschäftigt, den im Querschnitt dann fast kreisrunden Tunnel bis zu seiner Sohle auszubaggern und zu betonieren. Rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche wird in der Unterwelt von Gmünd gearbeitet.
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