Lindach hat einen „Honigbär“
Auf den ersten Blick hält man ihn nur für eine Skulptur. Beim genaueren Hinsehen erkennt man allerdings den doppelten Nutzen. Der „Lindacher Honigbär“ dient einem Bienenvolk als Wohnung. Von Martina Laduch
Früher schon suchten sich Bienen alte, hohle Bäume oder Baumstämme zum Bau ihres Stocks aus. Das sind allerdings wilde Bienen, die es heute noch sehr selten gibt. Bei einem Sonntagsspaziergang am Stausee Rehnenmühle entdeckte der „Vater“ des „Lindacher Honigbären“ am Wegrand einen schönen Baumstamm, gut abgelagert und ca.
120 Jahre alt. Er kaufte ihn dem Besitzer ab und es kam ihm die Idee, diesem alten Fichtenstamm in einen Bienenstock zu verwandeln.
Mit der Motorsäge begann die Grobarbeit und in ca.
120 Stunden Feinarbeit entstand ein Kunstwerk, das nicht nur schön anzusehen ist, sondern ein ganz besonderes Innenleben verbirgt.
So ein schöner Bär muss doch genutzt werden, dachte sich Reinhold Stierl, von Beruf Lehrer für Sport, Technik und Werken. Seine große Leidenschaft ist allerdings die Imkerei. Gedacht — getan: der Baumstamm wurde ausgehöhlt und zu einer Bienenwohnung verwandelt.
Ohne „Starthilfe“ funktioniert das allerdings nicht. Zuerst wurden Holzstücke mit Wachsstreifen eingebaut, damit die Bienen einen Grundstock darauf aufbauen können, so Reinhold Stierl. Normalerweise suchen sich Bienen ihre eigene Königin aus und füttern diese heran.
Da Stierl aber ein ganz junges Bienenvolk von ca.
10 000 Tieren in den „Bärenbauch“ eingesetzt hat, gab er ihnen eine etwas größere noch nicht zur Königin herangereifte Biene aus einem seiner anderen Stöcke dazu.
Das junge Bienenvolk fühlt sich in seiner neuen Wohnung sehr wohl und die Königin wird bestens versorgt. Auch wenn das Wetter einmal nicht mitspielt, hat Reinhold Stierl eine Futterhilfe gleich mit eingebaut. Eine Mischung aus Zucker und Honig sorgt dann für eine gute Versorgung der Bienen.
Schön ist, dass das Innenleben des „Lindacher Honigbären“ besichtigt werden kann. Reinhold Stierl hat auf der Rückseite ein „Schaufenster“ eingebaut, von dem er sein neues Bienenhaus täglich kontrollieren kann. Auch Kindergartengruppen und Schulklassen sind daran sehr interessiert und Stierl hatte schon viele Kinder zu Besuch.
Eine tolle Idee, Kindern zu zeigen, wo der Honig auf ihrem Frühstücksbrot herkommt. Er freut sich auf weitere Anmeldungen und ist am späten Nachmittag unter Tel.
0 71 71/
7 47 12 zu erreichen. Wer den „Lindacher Honigbär“ bestaunen möchte: Er steht an der Ortsdurchfahrt auf der Ecke Hans-Diemar-Straße/Hintere Gärten.
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