Ausflug in die Urzeit und die Moderne
Gegensätze passen oft gut zueinander und ergänzen sich. Dies gilt zum Beispiel für den jüngsten Ausflug der Igginger Senioren, die dabei eine Präsentation der Urzeit mit der Besichtigung moderner Architektur verbanden.
IGGINGEN (hh). Am vergangenen Donnerstagnachmittag besuchte der Arbeitskreis „Senioren“ Iggingen mit der Gruppe „Mach mit … ab
60“ in Stuttgart das Museum am Löwentor mit seinen einzigartigen Dokumenten des Lebens aus unterschiedlichen Erdzeitaltern. Ein kurzer Besuch in der Weissenhofsiedlung aus dem Jahre
1927 auf dem Killesberg schloss sich an. Nach Stuttgart ging es zum Abschluss nach Lorch ins Waldcafé.
Zur
42. Ausfahrt der Seniorengruppe aus Iggingen, Brainkofen und Schönhardt waren wieder zahlreiche Teilnehmer erschienen, so dass mit einem voll besetzten Bus nach Stuttgart gestartet werden konnte. Erster Haltepunkt war das „Museum am Löwentor“, das in erster Linie den Fossilfunden aus Baden-Württemberg gewidmet ist.
Im Rahmen einer Führung im
3500 Quadratmeter großen Museum erhielten die Teilnehmer einen kurzen Abriss über die Lebensentwicklung der letzten
600 Millionen Jahre Erdgeschichte. Besonderes Augenmerk gilt den bedeutenden Funden aus den Erdzeitaltern speziell in Baden-Württemberg: Trias (vor
251 Millionen Jahren), Jura (ab
199,
6 Millionen Jahre), Kreidezeit (ab
145,
5 Millionen Jahre), Tertiär (ab
65 Millionen Jahre) und Quartär (ab
2,
6 Millionen Jahre) bis zur Jetztzeit – also des letzten Eiszeitalters. Vielfältige Fossilien, Skelette und Dioramen (Modelllandschaften) vermitteln die Entwicklung der Pflanzen, Tiere und des Menschen in anschaulicher Weise. Schwerpunkte sind die Saurier der Triaszeit, die Säugetiere aus der Tertiärzeit und die Großsäugetiere des Eiszeitalters. Das architektonisch anspruchsvolle Haus aus den Jahren
1981 bis
85 bietet auch heute noch angenehme Rückzug– und Restaurationsmöglichkeiten.
Der Besuch der Weissenhofsiedlung aus dem Jahre
1927 zeigte den Besuchern den bedeutenden Einfluss dieser Wohnbebauung auf die heutige Bauweise.
33 Bauobjekte in
21 Häusern wurden von
17 bekannten Architekten in kürzester Zeit realisiert. Die Stadt Stuttgart und der Deutsche Werkbund suchten nach dem ersten Weltkrieg dringend nach einer neuen Lösung der Wohnungsnot, so entstand eine experimentelle Siedlung am Weissenhof unter der städtebaulichen Planung von Mies van der Rohe.
Beeinflusst durch die Ideen des „Bauhaus“ planen Gropius, le Corbusier mit seinem Vetter Pierre Jeanneret, Hans Scharoun und andere diese Wohnsiedlung. Heute zählen viele Namen zur Avantgarde der Architektur.
1958 wurde die Siedlung unter Denkmalschutz gestellt,
1981 bis
1987 wurde die erhaltene Bausubstanz renoviert.
Nach kurzer Rückreise im Remstal konnten die Senioren den lehrreichen Tag im Waldcafé Muckensee genüsslich ausklingen lassen, dient der Ausflug doch auch in erster Linie der Geselligkeit in der Gemeinde.
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