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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 20. Mai 2009

Werbung für Europa

Für ein größeres Interesse an Europa und eine starke Wahlbeteiligung an den Europawahlen am 7. Juni warb die Europaabgeordnete Dr. Inge Gräßle in Gmünd. Zu der Veranstaltung hatten Frauenunion und Europa-​Union gemeinsam eingeladen. Entsprechend groß war der Zuspruch interessierter Zuhörer, die die Gelegenheit zur Diskussion über Europa intensiv nutzten.

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). Man merkte ihr an, dass sie von Europa begeistert und fasziniert ist und ihren Zuhörern etwas von dieser Begeisterung mitgeben will. Dies ist ihr bei der Veranstaltung in den Räumen der Firma Aerocom auf dem Gügling sehr gut gelungen. Vier Politikbereiche, in denen wichtige Weichenstellungen bevorstehen, stellte Dr. Inge Gräßle (MdEP) in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen.
Die derzeitige Finanzkrise beeinträchtige wesentlich auch die Eurozone. Daher sei die Einhaltung der Stabilitätskriterien von Maastricht ein Ziel für jede nationale Regierung. Auch wer künftig in die Eurozone wolle, müsse diese Kriterien einhalten, die Stabilität dürfe nicht aufgeweicht werden, wie dies manche Fraktionen wollten. Es bestehe sonst die Gefahr, dass die Eurozone auseinanderbreche. Dies sei angesichts der Vorteile, die der Euro für Bevölkerung und Wirtschaft mit sich gebracht hätten, unverantwortlich. Die Funktionsfähigkeit des Binnenmarktes sei eine Schlüsselfrage nicht zuletzt für die deutsche Wirtschaft.
Die Zukunft der Europäischen Union hänge mit vielen Entwicklungen auf dem Balkan zusammen. Wie Europa mit den beitrittswilligen Ländern des früheren Jugoslawien und der Türkei umgehe, seien Schlüsselfragen für die Entwicklung Europas und für die Akzeptanz der EU in der Bevölkerung. Die EU sei eine Rechtsgemeinschaft, die sich auf eine funktionierende Justiz, Verwaltung und Polizei stütze. Hier hätten sich schon durch den Beitritt Rumäniens und Bulgariens Probleme aufgeworfen. Nun gehe es vorrangig darum, die EU zu stabilisieren und zu konsolidieren und nicht darum, neue Beitritte zuzulassen. Zur Zukunft der Landwirtschaft in der EU bekannte sich Dr. Inge Gräßle zu einer funktionsfähigen Landwirtschaft, die naturnahe Produkte aus der Region in der Region anbiete. Daher müsse auch die EU–Landwirtschaftspolitik so gestaltet sein, dass die Landwirtschaft vor Ort erfolgreich produzieren könne.
Abschließend warb Dr. Inge Gräßle für eine große Wahlbeteiligung an der Europawahl am 7. Juni, damit die Antragsrechte der Abgeordneten durch starke Fraktionen erhalten blieben. Das Europäische Parlament erhalte durch den Vertrag von Lissabon mehr Parlamentsrechte und damit Gestaltungsmöglichkeiten in über einhundert Politikbereichen. Daher sei ein starkes Parlament als Gestaltungs– und Kontrollinstanz für die Zukunft Europas elementar. Eine engagierte Diskussion schloss sich dem Vortrag an.
Dr. Inge Gräßle war zuvor von dem Kreisvorsitzenden der Europa-​Union, Thomas Eble, auch im Namen der Vorsitzenden der Frauenunion Schwäbisch Gmünd, Claudia Österle, begrüßt worden. Thomas Eble dankte Inge Gräßle für ihre offenen und ehrlichen Worte, mit denen sie auch den Finger in manche Wunde legte. Insgesamt sei die Entwicklung Europas in den vergangenen Jahrzehnten eine Erfolgsgeschichte, die im Sinne der Stabilisierung Europas weiter gehen müsse und ein Europäisches Parlament brauche, das sich auf eine breite demokratische Legitimation berufen könne. Europäische Politik beeinflusse viele Bereiche des Lebens in den Nationalstaaten und deshalb solle auch die Möglichkeit der Mitbestimmung durch eine große Wahlbeteiligung wahrgenommen werden.
Die vielen Besucher der Veranstaltung hatten zu Beginn die Möglichkeit, das Unternehmen Aerocom näher kennen zu lernen. Der geschäftsführende Gesellschafter, Dr. Pfizer, stellte sein Unternehmen vor und führte durch die Fertigungsräume. Aerocom ist seit 2001 auf dem Gügling in Schwäbisch Gmünd niedergelassen und produziert Rohrpostsysteme für Krankenhäuser, Industrie, Banken und Verwaltung. Aerocom ist Weltmarktführer in Rohrposttechnik und Transportlogistik und in 65 Ländern der Erde präsent.
 

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