In gegenseitiger Achtung zuvorkommen
Der Stiftungsrat der Mögglinger Stiftung, bestehend aus Bürgermeister Ottmar Schweizer, Dr. Rainer Spießhofer und Hildegard Vogt, nahm das zehnjährige Bestehen der Stiftung zum Anlass, ein schönes Fest zu feiern.
HEUBACH-LAUTERN (en). „Trinkend und Essend zu spenden — macht es so nicht richtig Freude?“ war die Abschlussfrage des Bürgermeisters in seiner Begrüßungsrede. Lasst uns gemeinsam feiern: Bei guter Unterhaltung mit den Stuttgarter Salonikern und dem Festredner Abt Norbert Stoffels vom Kloster Neresheim, so der Bürgermeister.
Der Stiftungsgedanke war und ist, gutes Geld in Mögglingen zu lassen und damit Projekte zu entwickeln oder zu unterstützen, die die öffentliche Hand nicht tragen kann. Der Bürgermeister meinte, der Zins des in der Stiftung angelegten Geldes sei nicht Geld, sondern er habe eine unglaubliche Wirkung und könne Freude auslösen, wie zum Beispiel bei „Kinder in Bewegung“ und dem Freilichttheater „Wenn das Mühlrad stille steht“. Abt Norbert Stoffels aus Neresheim stellte sich als Rheinländer vor, der bereits seit
1955 auf dem Ulrichsberg ist. Er gratulierte den Mögglingern zu ihrer Stiftung. Abt Norbert Stoffels gab seiner Festrede den Untertitel: Miteinander — Füreinander. Er forderte seine Zuhörer auf, mit in aller Nüchternheit hinzuschauen auf das, was wohl die Ursachen für die derzeitige Finanz– und Wirtschaftskrise sind, in der wir derzeit stecken und die eventuell zu einer Gesellschaftskrise werden kann.
Für den Abt ist die Ursache nicht finanzieller sondern menschlicher Art. Ein bedrohlicher Mangel an Vertrauen zum Nächsten und zu sich selbst. Denn es scheint, als sei sich jeder selbst der Nächste. Er stellte die Frage, wie Vertrauen, verantwortbares Vertrauen wachse. Traue ich dem anderen, weil ich selber gewillt bin, den ersten Schritt zu tun?
Er fühle sich selbst zu jung, um dies aus eigener Erfahrung beantworten zu wollen. Dem Aussteiger, der zum Einsiedler und dann Mönchsvater wurde, Benedikt von Nursia, der vor
1500 Jahren lebte, traute er dies zu. Denn die Benediktinerklöster Lorch, Ellwangen, und Neresheim hätten im Mittelalter unsere Heimat geprägt.
Als „eiserne Ration“ gab er drei Impulsworte an die Festgäste weiter: Einander in gegenseitiger Achtung zuvorkommen. Dies begründe ein solides Miteinander, das nicht einfach, jedoch in multikultureller Gesellschaft umso wichtiger ist. Es ermögliche die lockere Fröhlichkeit, die wir alle brauchen. Als zweites nannte er die „Schwächen an sich selbst und beim anderen zu ertragen.“ Wir sollten einander zubilligen können: Wir sind alle Engel und jeder hat immer einen Flügel in Reparatur. Zum dritten Impuls meinte er, keiner sollte nur auf das eigene Wohl achten, sondern auf das Gemeinwohl. Dieser Satz sei zwar verständlich, werde jedoch abgewehrt. Selbstsucht mache blind und die Balance von Eigenwohl und Gemeinwohl sei eine sich ständig stellende Aufgabe. Gerade dieses Mühen nannte er den Schlüssel zum Erfolg der Stiftung. Er ermunterte den Stiftungsrat, mit allen Spendern ins nächste Jahrzehnt aufzubrechen. Bürgermeister Ottmar Schweizer dankte dem Abt für seine Mut machenden Worte, als Stärkung und Fingerzeig: Macht weiter so in den nächsten zehn Jahren für Mögglingen und seine Bürger.
Dr. Rainer Spießhofer zitierte Theodor Heuss, den ersten Präsidenten der Bundesrepublik: „Der Dank ist immer eine schöne Pflicht“. Und genau dieser Aufgabe wolle er nun im Namen des Stiftungsrates der Mögglinger Stiftung gerecht werden.
Zum einen dankte er Abt Norbert Stoffels für seine kurzweilige und tiefsinnige Rede, wobei er habe erleben dürfen, dass tiefe Gedanken auch auf leichten Sohlen daherkommen können, ohne die Zuhörer zu erdrücken oder zu überfordern. Dank galt auch den „Stuttgarter Salonikern“,als „Orchester der unbegrenzten Möglichkeiten“, den spendern, die den Stiftungsabend in dieser Form möglich machten, den Remsgöckeln, die die Bewirtung übernommen hatten. Der Dank des Stiftungsrates galt aber auch und nicht zuletzt den Bürgern, den Stiftern und Spendern der vergangenen zehn Jahre, die die Stiftung seit ihrer Gründung ideell und materiell unterstützt haben. Spießhofer forderte die Gäste abschließend auf, es sich bei Speis und Trank gut gehen lassen. Der Erlös komme nämlich direkt der Stiftung zugute
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