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» Ostalbkreis | Montag, 25. Mai 2009

Lehrermangel droht

1228 Schüler wollen zum nächsten Schuljahr an einem der beruflichen Gymnasien des Ostalbkreises aufgenommen werden. Zu viele. 384 Schüler kommen auf eine Warteliste. Hinzu kommt ein zweites Problem: An den beruflichen Schulen droht ein dramatischer Lehrermangel. Stand heute fehlen ab Herbst 42 Lehrer. Von Ulrich Gessler

OSTALBKREIS. Ein in den Augen des Schul– und Kulturausschusses, der im Landratsamt getagt hat, insgesamt unhaltbarer Zustand, zumal sich auch an der Technikerschule 42 Schüler und an den Berufskollegs zur Erlangung der Fachhochschulreife 325 Schüler mit einem Platz auf der Warteliste abfinden müssen. „Diese Situation ist nicht akzeptabel“, betonte Landrat Klaus Pavel.
Normalerweise reicht Jugendlichen ein Notendurchschnitt von 3,0 in den Kernfächern Deutsch, Mathe und Englisch, um einen Platz an einem der beruflichen Gymnasien zu ergattern. Dieses Jahr reicht nicht einmal ein Schnitt von 2,4, um im ersten Anlauf aufgenommen zu werden. Nun hoffen die Schulleiter und Kreispolitiker, dass sich unter den Bewerbern viele Schüler befinden, die sich gleichzeitig um einen Ausbildungsplatz bemühen. Aufgrund von Doppelbewerbungen könnten damit die Wartelisten deutlich schrumpfen. In den Vorjahren war das jedenfalls so. Pavel indes fürchtet, dass dieses Jahr im September die Enttäuschung bei einigen Schülern groß sein wird, wenn sie nicht die Chance bekommen, auf eine weiterführende Schule zu wechseln. Einig waren sich die Ausschussmitglieder, dass der Kreis hier gegensteuern muss. „Wir müssen unter Umständen die Klassen vergrößern oder weitere Poolklassen bilden“, sagte Edelbert Krieg (CDU). Von fast schon einer kleinen Katastrophe sprach Herbert Witzany (FW), und Dr. Carola Merk-​Rudolph forderte, dass Schüler mit dem geforderten Notenschnitt auch der Wechsel ermöglicht werden müsse.
Aufgrund des demografischen Wandels werde sich die Situation an den Schulen wohl in etlichen Jahren entspannen. Diese Entwicklung helfe den Schülern heute aber nicht, erklärte die SPD–Kreisrätin.
Auf Drängen von Krieg sagte Pavel zu, dass der Kreis bis Juli alle Realschüler anschreibt, um so noch vor der Sommerpause zu erfahren, ob sie ihre Bewerbung aufrecht erhalten. Sollte sich herausstellen, dass dies für eine Schülerzahl in Klassenstärke zutrifft, soll der politische Druck auf Stuttgart verstärkt werden.
Das gilt auch für die Lehrerversorgung. Pavel äußerte Unverständnis dafür, dass das Land jedes Jahr fertige Lehrer nicht in den Schuldienst übernimmt. Das sei politisch nicht akzeptabel. Besser wäre doch, sie für weiterführende Schulen zu qualifizieren. „Dann muss man eben ein Konjunkturpaket III machen und in Lehrer investieren“, schlug der Kreischef vor.
 

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