Schmerzen im Brustkorb ernst nehmen
Brustschmerzen können sehr vielfältige und unter Umständen auch lebensbedrohliche Ursachen haben. Deshalb ist eine ärztliche Abklärung dringend notwendig.
SCHWÄBISCH GMÜND
(pm). Bei Beschwerden, die über einen längeren Zeitraum bestehen oder immer wieder auftreten, sollte der Haus– bzw. Facharzt abklären, ob sich hinter den Schmerzen eine ernste Erkrankung verbirgt. Durch eine frühzeitige Therapie kann oft der Verlauf der Erkrankung günstig beeinflusst werden.
Bei allen Schmerzen im Brustkorb, die plötzlich eintreten und die der Patient in dieser Form nicht kennt, sollte sofort ein Notarzt alarmiert werden. Insbesondere bei Verdacht auf einen Herzinfarkt ist Eile geboten. Herzinfarkt bedeutet Lebensgefahr. Der Infarkt kann lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen und führt zum Untergang von Herzgewebe.
Jeder dritte Mensch mit einem Herzinfarkt stirbt, bevor er die rettende Klinik erreicht. Deshalb muss sofort reagiert werden. Die schnelle Behandlung in der Klinik bewahrt das Herz vor schweren Schäden. Vorausgesetzt, Betroffene oder Angehörige alarmieren umgehend den Rettungsdienst.
Schmerzen im Brustbereich können verschiedene Ursachen haben. Von nahezu allen Organen im Brustkorb können Schmerzen ausgehen. Am häufigsten sind jedoch Erkrankungen des Herzens, wie beispielsweise der Herzinfarkt. Um schnellstmöglich die Ursache der Beschwerden erkennen und eine gezielte Behandlung einleiten zu können, wurde in der Kardiologischen Abteilung am Klinikum Schwäbisch Gmünd unter der Leitung von Chefarzt Professor
Dr. med. Holger Hebart und den beiden Leitenden Ärzten
Dr. med. Stefan Nagenrauft und Wolfgang Schels ein Behandlungspfad definiert.
Der Behandlungspfad gewährleistet Patienten, die mit akuten und unklaren Brustschmerzen in das Klinikum Schwäbisch Gmünd kommen, eine unverzügliche medizinische und pflegerische Aufnahme in der Zentralen Notaufnahme mit sofort anlaufender Erstdiagnostik. Hierzu zählen
u. a. die körperliche Anamnese, ein Labortest sowie ein EKG und eine Röntgenaufnahme. Ziel des standardisierten Verfahrens ist es, mit Hilfe von gezielten Erstmaßnahmen ernste und möglicherweise lebensbedrohliche Krankheiten, wie einen Herzinfarkt, eine Lungenembolie oder einen Gefäßeinriss, umgehend zu erkennen und dadurch die Überlebenschancen des Betroffenen zu erhöhen.
Aus diesem Grund arbeiten am Klinikum Schwäbisch Gmünd Ärzte und Pflegefachkräfte, Mitarbeiter des Zentrallabors und der Röntgenabteilung Hand in Hand, um bei Patienten mit akuten und unklaren Brustschmerzen rasch eine erste Diagnose stellen und die entsprechende Therapie einleiten zu können.
Sollte sich bereits bei der Erstuntersuchung der Verdacht auf einen Herzinfarkt bestätigen, so wird eine Herzkatheteruntersuchung mit anschließender intensivmedizinischer Betreuung durchgeführt. Bei
50 bis
70 Prozent der Infarktpatienten zeigen sich bereits von Beginn an typische, die Diagnose sichernde Veränderungen im EKG– und Labor-Befund. Liefern diese Befunde keine eindeutigen Ergebnisse, führt die Zusammenschau aller Befunde (Beschwerden, EKG, Labor, Herzkatheteruntersuchung) zur sicheren Diagnose.
Um das verschlossene Herzkranzgefäß so schnell wie möglich wieder zu eröffnen und damit den Untergang von Herzgewebe zu verhindern oder so klein wie möglich zu halten, müssen sofort therapeutische Maßnahmen ergriffen werden.
Bei der Ballonaufdehnung (PTCA = Perkutane Transluminale Coronare Angioplastie), wird von der Leiste oder vom Arm aus ein biegsamer, millimeterdünner Schlauch über die Arterie ins Herz geschoben. Mit Hilfe von Kontrastmitteln können die Herzkranzgefäße im Röntgenbild dargestellt und der Ort des Gefäßverschlusses ermittelt werden. Danach wird versucht, mit einem Führungsdraht die verschlossene Stelle zu passieren. Mit Hilfe eines unter hohem Druck stehenden Ballons kann man das Gerinnsel und zugleich die Gefäßverengung beseitigen. Meist wird, um das Behandlungsergebnis zu sichern, eine Gefäßstütze aus Metall (Stent) eingelegt. Die PTCA kann noch bis zu
24 Stunden nach dem Infarkt eingesetzt werden. In
90 Prozent der Fälle gelingt es, mit der PTCA-Methode den Blutfluss wiederherzustellen. Diese Methode setzt jedoch voraus, dass ein Herzkatheterlabor mit einem erfahrenen Team
24 Stunden an jedem Tag der Woche zur Verfügung steht.
Die hohe Erfolgsquote der PTCA erklärt die kontinuierlich steigende Zahl der Herzkatheterlabore, der Ballonaufdehnungen und der Stentimplantationen in Deutschland. Auch das Klinikum Schwäbisch Gmünd hat sich dieser Entwicklung angepasst und mit der Einrichtung des Herzkatheterlabors das klinische Angebot im Bereich der Kardiologie weiter ausgebaut.
Mit dem Team um die beiden Leitenden Ärzte
Dr. med. Stefan Nagenrauft und Wolfgang Schels steht rund um die Uhr hochqualifiziertes Fachpersonal zur Verfügung, welches die kompetente Versorgung von Herzinfarkt-Patienten und anderen akuten kardiologischen Notfällen sicherstellt. Mit der Einrichtung des Messplatzes am Klinikum Schwäbisch Gmünd stehen seitdem fast die gesamten invasiven und nicht-invasiven Diagnostik– und Therapieverfahren der Kardiologie zur Verfügung.
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