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Mittwoch, 27. Mai 2009
Leichtathletik, Baden-Württembergische Jugend-Mehrkampfmeisterschaften in Bernhausen: Qualihürde übersprungen
Das traditionsreiche Fleinsbachstadion, in dem Guido Kratschmer 1980 seinen legendären Zehnkampf-Weltrekord aufstellte, war Schauplatz der baden-württembergischen Mehrkampf-Jugendmeisterschaften. Der Höhepunkt für die Fans der LG Staufen war der Titelgewinn der A-Jugend-Mädchen im Vierkampf. Von Hans Bendl
Dabei fehlte am ersten Tag Coach Lutz Dombrowski, der beim Meeting in Weinheim benötigt wurde. Ihn ersetzte Kollege Walter Köpf jedoch zur vollsten Zufriedenheit. Er sah gleich zu Beginn die wohl beste Einzelleistung, als Alexandra Kitzenmaier ihre im Vorjahr erzielte Bestzeit über
100 m Hürden um zwei Hundertstel auf prächtige
15,
18 Sekunden drückte und damit die Norm für die deutschen Jugendmeisterschaften (
15,
20) unterbot. Nach
1,
52 m im Hochsprung,
9,
63 m (bisher
9,
30 m) im Kugelstoßen und
26,
12 Sekunden über
200 Meter hatte die württembergische Vize-Hallenmeisterin im Fünfkampf
2754 Vierkampf-Punkte gesammelt und sich damit um
55 Zähler gesteigert. Das bedeutete Platz sieben.
Erstaunlich gut schlug sich die württembergische B-Jugend-Hallenmeisterin Julia Köpf bei den Älteren. Trotz zweier Hänger in ihrem ersten Lauf über die höheren Hürden schaffte sie hier nie erwartete
15,
87 Sekunden, sprang
1,
55 m hoch und stieß die Kugel
9,
57 m (zuvor
9,
29 m in der Halle). Niemand hätte der jungen Iggingerin über
200 Meter
26,
66 Sekunden zugetraut, mit denen sie ihre seitherige Bestzeit gleich um anderthalb Sekunden herunterschraubte. Mit
2649 Punkten wurde sie im Vierkampf Neunte.
Auch die gleichaltrige Verena Beyer überraschte. Sie legte die
100 m Hürden in
16,
53 Sekunden zurück. Im Hochsprung steigerte sie sich auf
1,
55 m und mit der Kugel auf
9,
55 m. Kaum zu glauben waren aber ihre
26,
34 Sekunden in ihrem ersten
200-m-Rennen.
2597 Punkte verschafften der Zimmernerin den zehnten Platz im Klassement.
Obwohl sie erst zwei Tage zuvor in einem anstrengenden
4 x
400-m-Lauf mitgewirkt hatte, stellte sich Lea Saur für die Mannschaft zur Verfügung. Mit großem Kampfgeist kam sie immerhin auf
2361 Punkte und Rang
16. Zwei Plätze hinter ihr verbesserte sich Franziska Schurr um elf Zähler auf
2152 Punkte, obwohl sie tags zuvor einen schlimmen Fahrradsturz zu verkraften hatte, dessen Spuren im Gesicht unübersehbar waren.
Mit dieser sportlichen Einstellung wurde den fünf Mädchen der verdiente Lohn zuteil: Mit
12 513 Punkten gab es für die
LG Staufen die umjubelte Goldmedaille vor der LAV Tübingen mit
12 251 Punkten und der chancenlosen
LG Leinfelden-Echterdingen mit
8780 Punkten.
Am zweiten Tag stieß dann auch Trainer Lutz Dombrowski zur Truppe. Alexandra Kitzenmaier hätte im Weitsprung mehr als
5,
37 m erreichen können, wäre sie nicht bei der Landung auf den Allerwertesten zurückgefallen. Nach
28,
34 m im Speerwerfen lief sie über
800 Meter mit ausgezeichneten
2:
21,
39 Minuten die zweitbeste Zeit aller Athletinnen und kämpfte sich im Siebenkampf mit
4667 Punkten noch auf den fünften Platz vor. Problemlos hatte sie damit auch die DM-Norm (
4300 Punkte) trotz ihrer Wadenbein-Beschwerden gemeistert. Eine dreiwöchige Wettkampfpause ist für sie jetzt zunächst einmal angesagt.
Julia Köpf sprang
5,
00 m weit, verbesserte sich im Speerwerfen von
28,
85 m auf
30,
14 m und über
800 Meter um über acht Sekunden auf
2:
29,
72 Minuten, was mit
4383 Punkten Platz zehn bedeutete. Obwohl Verena Beyer den Balken nicht traf, wurden dennoch
4,
95 m im Weitsprung gemessen. Klasse auch ihre
800-m-Steigerung von
2:
30,
70 auf
2:
27,
11 Minuten. Mit
4325 Punkten wurde sie Elfte und erfüllte als B-Jugendliche somit ebenfalls noch die Norm für die deutschen Meisterschaften der A-Jugendlichen. Die unverwüstliche Lea Saur (
800 m in
2:
28,
61) steuerte noch
3952 Punkte (Rang
13) bei.
In der Siebenkampf-Mannschaftswertung schob sich nun Tübingen mit
13 438 Punkten knapp an den Gmünderinnen vorbei auf das oberste Podest. Mit
13 375 Punkten gab es für die
LG Staufen wie
2008 Silber und die Einsicht, dass die Team-DM-Norm von
12 000 Punkten souverän geschafft wurde.
Einziger
LG–Teilnehmer bei der männlichen Jugend A war Tobias Kerker. Gleich zu Beginn verbesserte er sich im
100-m-Lauf um acht Hundertstel auf
11,
82 Sekunden. Im Weitsprung stand er allerdings völlig neben sich und brachte nur
6,
12 m zuwege. Auch im Kugelstoßen schien er mit
12,
35 m noch nicht den Frust weggesteckt zu haben. Erst im Hochsprung ging es mit ansprechenden
1,
88 m (bisher
1,
85 m) und im
400-m-Lauf mit
53,
28 (seither
53,
65) Sekunden aufwärts. Mit einer Steigerung um
222 auf
3294 Punkte wurde der Mutlanger im Fünfkampf Neunter.
Seine höchste Punktzahl kassierte Tobias Kerker trotz Müdigkeit zu Beginn des zweiten Tages über
110 m Hürden. Hier lief der amtierende Regionalmeister
15,
92 Sekunden. Den Diskus warf er
35,
04 m, im Stabhochsprung übertraf er mit
4,
10 m seinen Hausrekord um zehn Zentimeter. Nach
43,
90 m mit dem Speer aus dem kurzen Anlauf begann nun das große Rechnen. Würde die
1500-m-Zeit ausreichen, um die DM-Norm von
6300 Punkten im Zehnkampf zu knacken? Nach
4:
52,
94 Minuten hatte sich der
18-Jährige zwar völlig verausgabt. Aber
6345 (bislang
6158) Punkte und Platz fünf stellten alle Beteiligten zufrieden.
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