Eine „Liebeserklärung an die Rems“
Eine Riesenchance nimmt Konturen an: Vier Jahre nach dem Gmünder Jahrhundertereignis Landesgartenschau 2014 könnte die Stadt ein weiteres Mal im blühenden Blickpunkt stehen. Von Heino Schütte
SCHWÄBISCH GMÜND. Zwecks Realisierung der Vision „Landesgartenschau
2018 in der Region Remstal“ rücken die Städte und Gemeinden am Fluss zusammen. Wiederentdeckt wird hierbei die historische Verbundenheit einer mehr oder weniger schon seit der Römerzeit gewachsenen Raumschaft mit vielen wirtschaftlichen, kulturellen und vor allem auch verkehrstechnischen Verflechtungen. Während seinerzeit auf den Römerstraßen mit Ochsengespannen feine Töpferwaren und Weinfässer durchs Remstal holperten, sind’s heute auf der Remstalautobahn ganze Schlangen von Vierzigtonnern — und an den Wochenenden auf der beliebten „Remstalroute“ Heerscharen von Pedalrittern. Wie prima das Miteinander über dreierlei Kreisgrenzen hinweg zwischenzeitlich funktioniert, zeigt auch das Festival „Remstotal“ mit „Genuss am Fluss“, das im Mai nächsten Jahres diesmal unter der Regie der Gmünder über die
80 Kilometer lange Bühne gehen wird. Die Krönung des neuen Remstal-Miteinanders nun:
15 Städte und Gemeinden haben jetzt ihre Bewerbung für Ausrichtung einer gemeinsamen Landesgartenschau
2018 im Landwirtschaftsministerium abgeliefert. Der Gmünder Gemeinderat hatte diesem Schritt kürzlich zugestimmt. „Es wäre ein Ereignis mit Pilotcharakter“, so beschreibt anlässlich der Antragsstellung auch die „Stuttgarter Nachrichten“ und stellt den Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky mit einem netten Zitat an die Spitze der Rems-Bewegung: „Wir peilen keine Blumenpräsentation an, sondern eine Liebeserklärung an die Rems.“ Auch andere Oberbürgermeister und Bürgermeister im Remstal verdeutlichen bei vielerlei Gelegenheiten, dass die Rems ihre frühere, bedauerliche Rolle als Kloake und oft trennendes Gewässer längst abgelegt habe. Landschaftsarchitekt Johann Senner aus Überlingen, der schon für die Gmünder Bewerbung für
2014 als Vorplaner und Ideengeber verantwortlich zeichnete, spricht im Hinblick auf die jüngste Bewerbung von einem „grünen Perlenband“, das er gestalten möchte . Jede teilnehmende Kommune werde sich als Perle verstehen, um sich mit mindestens einem großen Projektschmuckstück einzubringen. Angedacht ist beispielsweise ein spektakuläres und kontrastreiches „Kultur-Ufer“ in Waiblingen oder auch ein ökologischer Wasserpark unter Einbeziehung der Seen bei Plüderhausen und Lorch-Waldhausen. Das insgesamt
80 Kilometer lange Landesgartenschaugelände hätte absoluten Pilotcharakter. Der Haken: Die Vorplanung präsentiert auch einen Kostenvoranschlag in Höhe von
73 Millionen Euro, wobei ein Großteil natürlich von den Kommunen selbst aufgebracht werden müsste. Befürchtungen einer Doppelbelastung für Gmünd gleich im Anschluss an die Landesgartenschau
2014 sieht die Stadtverwaltung nicht, ganz im Gegenteil. Rathaus-Pressesprecher Klaus Arnholdt berichtet, dass dieser besondere Umstand der Stadt Gmünd bei den anderen Remstal-Kommunen bekannt und respektiert werde. Mit ihren Projekten für
2014 gehe die Landesgartenschaustadt Schwäbisch Gmünd sozusagen in Vorleistung für
2018, so dass damit mehr oder weniger der doppelte Effekt für eine Investition erreicht werden könnte. Als größte Stadt im Remstal, so Klaus Arnholdt weiter, sehe sich Gmünd natürlich in einer besonderen Leuchtturm-Verpflichtung für das Gesamtprojekt. Selbstverständlich werde man sehr gerne zu dem dann schon geschaffenen Rems-Erlebnis im Gartenschaugelände
2014 für
2018 noch Attraktionen draufsetzen. Angedacht ist beispielsweise ein ökologischer Remspark im Bereich der Krähe. Auch beim „Zapp“ könnte die Rems mitsamt Ufer verschönert und erlebbar gemacht werden. Insgesamt also strahlende Perspektiven für Gmünd im „Doppelpack
2014/
18“.
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