Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung

Anzeige

Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Freitag, 19. Juni 2009

Walter Giers freut sich über die Realisierung seiner Ideen trotz meist fehlender Würdigung

Ein Gmünder Bürger hat besonders gestaunt und sich gefreut, als in dieser Woche der obere Marktplatz in eine Lagunen– und Palmenlandschaft verwandelt wurde: Walter Giers, der diese Idee schon vor einiger Zeit dem Gmünder OB vorgeschlagen hatte. Von Heino Schütte

SCHWÄBISCH GMÜND. Der international bekannte und erfolgreiche Medienkünstler und Gestalter Walter Giers (72) ist zwischenzeitlich in vielen deutschen Städten ein gefragter und bezahlter Experte, wenn es um Fragen der optischen Stadtentwicklung geht. Dies nicht nur in Fragen der Beleuchtung, Spezialgebiet des Elektronikkünstlers. Die Optik, so zeigt die Erfahrung, hat auch starke Wirkung auf Identität und soziales Miteinander in einer Kommune. Mit Ideen und Konzepten ist Walter Giers seiner Heimatstadt Schwäbisch Gmünd in den letzten Jahrzehnten treu geblieben, dies größtenteils ehrenamtlich. Sein wichtigstes Werkzeug, wenn er hier irgendwo im Straßencafe sitzt und seine Visionen entwickelt: Die Zigarette, ein Bleistift und ein Notizheft. Immer wieder überrascht er mit ganzen Ideen-​Katalogen. Was ihn ärgert, so brachte er dieser Tage im Gespräch mit unserer Zeitung zum Ausdruck, sei jedoch die Beobachtung: Immer wieder mache er Vorschläge, die zunächst wenig beachtet werden, dann aber plötzlich doch realisiert werden und sich sodann meist die Stadtoberen mit diesen Federn zu schmücken wissen. Und für ihn bleibe dann nicht mal ein Wort einer Würdigung. Neuestes Beispiel: Palmen, Sand und Karibikstimmung auf dem oberen Marktplatz. Diese Idee sei Bestandteil der „Gmünder Blätter“ gewesen, die er schon vor Jahren dem Oberbürgermeister überreicht habe. Bei weiterer Betrachtung entpuppen sich noch viel mehr einstige Visionen des außergewöhnlich kreativen Gestalters und Denkers als Projekte, die greifbar geworden sind. Der Prophet im eigenen Land muss halt, so die alte Erfahrung, besondere Geduld aufbringen. Heftig beschmunzelt wurde seinerzeit die Giers-​Forderung nach Schaffung eines Parks mit Inseln im Bereich des Zusammenflusses von Rems und Josefsbach, damit die Bürger und Besucher der Stadt die historische Flusslandschaft auch erleben können. Dazu schlug er auch die Einbeziehung des „Grabens“ Josefsbach mit der Zwingeranlage aus dem Mittelalter vor. Dies alles und noch viel mehr übrigens nachlesbar und dokumentiert im 2001 im Verlag der Rems-​Zeitung erschienenen Buch „Stadtkultur am Beispiel Schwäbisch Gmünd“. Die Vision von Walter Giers wurde immerhin Grundkonzept der Gamundia– und Landesgartenschauplanung. Weiter: Giers forderte schon vor zehn Jahren eine stolze und selbstbewusste Präsentation der Stadtmauerreste im Osten der Stadt, auch dass sich die ausländischen Mitbürger dort nicht länger mit ihren Kulturen verstecken mögen. Alles das soll jetzt in Angriff genommen werden. Und Aufwertung der westlichen Innenstadt durch eine Markthalle nach Vorbild südeuropäischer Länder. Die Markthalle ist Programm des neuen OB Richard Arnold.
 

Noch keine Kommentare vorhanden.

Neuen Kommentar hinzufügen