»
Sport |
Mittwoch, 24. Juni 2009
Leichtathletik, Baden-württembergische A-Jugend-Meisterschaften in Mannheim: Wißgoldinger verteidigt seinen Titel
Mit Gold für Speerwerfer Patrick Hess, Silber für seinen Disziplinkollegen Jonathan Seidel, 800-m-Läuferin Svenja Sickinger und Hochspringerin Lena Bryxi sowie Bronze für Dreispringerin Julia Köpf kehrte das Team der LG Staufen von den baden-württembergischen A-Jugend-Meisterschaften aus Mannheim zurück. Von Hans Bendl
Dass die Mannheimer leichte Probleme mit der Zeitmessanlage hatten, wurde spätestens bei der Zeitangabe für Martin Schönbachs
100-m-Vorlauf deutlich. Dass der süddeutsche B-Jugend-Hallenmeister nur
11,
55 Sekunden gelaufen sein sollte, wurde leise angezweifelt. Jedenfalls kam er damit nicht weiter. Im Gegensatz zu Sven Zellner, der mit
11,
25 Sekunden seine persönliche Bestzeit um eine Hundertstelsekunde unterbot. Im Zwischenlauf erzielte er genau dieselbe Zeit noch einmal und blieb damit erneut unter der B-Jugend-DM-Norm von
11,
30 Sekunden. Einen Tag nach seiner Abiturfeier hatte Sean Robinson erstaunlicherweise noch die Kraft, im
400-m-Vorlauf seine Bestzeit von
52,
86 auf
52,
22 Sekunden zu drücken. Der B-Jugendliche Andreas Dammenmiller, bisher die
84 Zentimeter hohen Hürden auf der
400-m-Strecke gewohnt, startete erstmals bei der A-Jugend, die wie auch die Männer zehn
91,
4 Zentimeter hohe Hindernisse überwinden müssen. Der Bargauer kam jedoch mit diesem Umstand sehr gut zurecht und wurde mit
59,
25 Sekunden Sechster. Trainer Lutz Dombrowski: „Das war der bisher beste Lauf von Andy.“
Pech hatte die
4 x
100-m-Staffel, die schon nach dem verunglückten ersten Wechsel aufgeben musste. Stabhochspringer Kevin Aichholz tat sich mit den härteren Stäben schwer und musste sich mit
3,
90 m und dem zehnten Rang zufrieden geben. Trotz leichten Problemen mit der Kniekehle zeigte Weitspringer Julian Barth eine stabile Serie und belegte hinter fünf Sieben-Meter-Springern den sechsten Platz. Mit
6,
86 m übertraf er erneut die Norm (
6,
80 m) für die deutschen B-Jugend-Meisterschaften. Gar nicht klappen will es derzeit bei Tobias Kerker, der mit
6,
17 m nicht über Rang
19 hinauskam.
Wochenlang schwächelte Speerwerfer Patrick Hess, dessen Ellenbogen schmerzte. Zudem laborierte er auch noch an einer Bronchitis, von der er auch in Mannheim noch nicht vollständig genesen war. Dennoch bot der Wißgoldinger seinen Gegnern die Stirn und verteidigte gleich mit seinem ersten Wurf von
62,
81 m den Titel, den er
2008 mit
61,
76 m gewann. Das gefiel natürlich Trainer Fred Eberle ebenso wie den Staufen-Fans, deren Glück Jonathan Seidel vollkommen machte, als er sich im zweiten Durchgang von
53,
28 m auf
54,
34 m verbesserte und damit die Vizemeisterschaft nach Alfdorf holte.
Bei der weiblichen Jugend wird Sprinterin Sarah-Lea Effert immer schneller. Mit
12,
59 Sekunden lief sie im
100-m-Vorlauf Saisonbestzeit. Schade nur, dass sie bei der riesigen Konkurrenz nicht mehr in den Zwischenlauf kam. Begeistert war Lutz Dombrowski von der Vorstellung der jungen Verena Beyer, die über
200 Meter schon im Vorlauf mit
26,
32 Sekunden ihre Bestzeit um zwei Hundertstel nach unten drückte und sich im B-Endlauf (Platz zwei) sogar noch auf
26,
17 Sekunden zu steigern vermochte.
Im
800-m-Finale führte die baden-württembergische Juniorenmeisterin Svenja Sickinger die meiste Zeit bei Gegenwind. Kurz vor dem Ziel löste sich ihre Verfolgerin Sarah Hettich (SVK Beiertheim) aus ihrem Windschatten und gewann in
2:
15,
41 Minuten vor der Bettringerin, die in
2:
15,
99 Minuten also wie im Vorjahr Vizemeisterin wurde. Die DM-Norm von
2:
17,
20 war jedoch erneut unterboten worden. Ausgerechnet an der letzten Hürde kam Lea Saur über
400 m Hürden zum Straucheln und fast zum Stehen, sonst wäre mehr als der vierte Platz drin gewesen. Mit
65,
26 Sekunden verfehlte die Gmünderin dennoch nur um sechs Hundertstel die DM-Norm.
Einen ausgezeichneten fünften Platz belegte die erstmals in dieser Formation laufende
4 x
100-m-Staffel der
LG Staufen (Beyer, Effert, Köpf, Vanessa Lehnert) in feinen
49,
61 Sekunden. Im Hochsprung war die deutsche Spitzenathletin Marie-Laurence Jungfleisch (LC Rothaus Breisgau) mit
1,
80 m eine Klasse für sich. Hinter ihr wurde erfreulicherweise die junge Lena Bryxi mit
1,
67 m Vizemeisterin. Bronze gab es für Dreispringerin Julia Köpf, die sich gleich im ersten Versuch um einen Zentimeter auf
11,
44 m verbesserte und sich nun bis auf sechs Zentimeter der DM-Norm genähert hat. Maike Wolf belegte mit
10,
65 m Rang sieben.
Noch nicht ganz zufrieden war Coach Dirk Rösiger mit Kugelstoßerin Cassandra Lüder, die noch nicht alle technischen Probleme ausgeräumt hat. Dennoch können sich
12,
41 m (DM-Norm
12,
20 m) und Platz sechs sehen lassen. Im Hammerwerfen ließ es Saskia Rösiger wieder einmal krachen. Im sechsten Durchgang donnerte sie das vier Kilogramm schwere Gerät auf
45,
62 m hinaus, was Platz vier bedeutete. Damit übertraf sie ihren eigenen, erst vier Wochen alten ostwürttembergischen Rekord um acht Zentimeter. Ein schöner Schlusspunkt hinter diesen Titelkämpfen für die
LG Staufen.
Noch keine Kommentare vorhanden.