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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 29. Juni 2009

Pfarrer Robert Kloker wurde für die Gemeinden St. Peter und Paul und St. Franziskus berufen

Gestern feierte die katholische St.-Peter-und-Paul-Gemeinde auf dem Hardt ihr Patrozinium. Dies wurde zu einem besonderen Festtag, denn Seelsorger Robert Kloker wurde für die Gemeinden St. Franziskus und St. Peter und Paul als Pfarrer eingesetzt.

SCHWÄBISCH GMÜND (kos). Der Gottesdienst, an dem auch Dekan Pius Angstenberger teilnahm, wurde musikalisch durch die Messe in G-​Dur von Franz Schubert mit Solisten, Chor und Orchester unter Leitung von Frank Dürr bereichert. Dekan Dr. Pius Angstenberger begrüßte die Gemeinde und dankte Pfarrer Kloker für die Bereitschaft, nun auch Franziskus und Peter und Paul als leitender Pfarrer vorzustehen. Er sei dankbar, dass keine Vakanz entstanden sei. Für die Gemeinden stellte er heraus, dass die Nähe am Menschen die Aufgabe aller sei. Isolde Hübner, 2. Vorsitzende des Kirchengemeinderats, verlas die Ernennungsurkunde des Bischofs von Rottenburg-​Stuttgart, Gebhard Fürst, für Pfarrer Kloker. Im Vertrauen auf den Heiligen Geist versprach dann Pfarrer Kloker, diesen Dienst für die Gemeinden St. Franziskus und St. Peter und Paul anzunehmen.
Danach hielt er die erste Predigt im neuen Amt über Petrus und Paulus als die „Apostelfürsten“, die man schon früh zusammen nannte und verehrte und deren Gedächtnis seit der Mitte des 3. Jahrhunderts am 29. Juni gefeiert wird. Und der 29. Juni 2009 sei ein ganz besonderes Datum, weil an ihm das offizielle Paulusjahr zum 2000. Geburtstag des Apostels Paulus enden würde. Pfarrer Kloker stellte die Frage, was uns diese beiden heute nach fast 2000 Jahren mit auf den Weg des Lebens und des Glaubens geben können. Da sei Petrus, der Neugierige, der wissen wolle, was sich hinter den Worten und Versprechungen dieses Jesus aus Nazareth verberge. Petrus sei einer gewesen, der etwas riskiert habe. Doch sei er auch der Schwache und Hoffnungslose angesichts der bevorstehenden Katastrophe in Jerusalem gewesen. Pfarrer Kloker wollte wissen, ob man nicht auch manchmal neue Wege gehen und alles auf die Zukunft setzen möchte? Oder ob man noch auf den Menschen, der sage, wo es lang gehe, warte. Petrus habe etwas riskiert. Aber es mache ihn sympathisch, dass er auch schwach, mutlos in Situationen der Bedrängnis und Bedrohung gewesen sei. Bei allem Großartigen sei er doch einer wie wir geblieben.
Dann sei da Paulus, der zweifelnde Skeptiker, der lieber beim Vertrauten, der Tradition der Väter bleibe und diese als seine vertraute Wahrheit verteidige. Auch das sei sympathisch: Warum sollte man der Schnelllebigkeit der Gesellschaft mit ihren Heilsversprechen huldigen? Da bleibe man lieber bei dem, was man habe! Aber Paulus überrasche und lasse sich selbst überraschen, plötzlich sei der Skeptiker zum Überzeugten und Fürsprecher der frühen Kirche geworden. Hier sei er wieder „ganz menschlich klein geworden: in der radikalen Erschütterung einer sicher geglaubten Vertrautheit mit dem Alten und Gewohnten“.
Pfarrer Kloker zog die Verbindung zu den beiden Gemeinden, wo man vor Neuem stehen würde. Die Seelsorgeeinheit werde umgesetzt, vier Gemeinden müssten sich einen Pfarrer teilen, und umgekehrt müsste ein Pfarrer vier Gemeinden und einer Seelsorgeeinheit mit sieben Teilen gerecht werden. „Da möchte man — wie der frühe Paulus — doch auch lieber beim Gewohnten und Alten bleiben, keine Frage! Aber ich glaube, die neue Situation können wir nur bewältigen, wenn wir es bewusst miteinander tun!“ Er wünschte, dass man sich weiter von der Nachfolge Jesu faszinieren lasse und Gemeinde Jesu Christi leben und darstellen werde.
 

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