84 Projektanträge für das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR)
OSTALBKREIS (pm). Bereits in der ersten Antragsrunde für das Jahr 2009 kamen über 120 Förderanträge im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum Baden-Württemberg aus dem Ostalbkreis.
63 Anträge konnten davon bislang vom Land eingeplant werden. Dahinter steht die beachtliche Summe von rund sechs Millionen Euro, mit der Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen, Kommunen und Privatpersonen vom Land gefördert werden.
Etwa
1,
1 Mio. Euro der Fördermittel für Unternehmen werden von der Europäischen Union kofinanziert. Sofern alle Maßnahmen umgesetzt werden, können dadurch über
100 Arbeitsplätze neu entstehen.
70 Prozent dieser Arbeitsplätze werden in Betrieben geschaffen, die die Innovations– und Nachhaltigkeitskriterien der
EU erfüllen und daher auch von europäischen Fördermitteln profitieren.
Ein Novum im
ELR war die aktuelle Sonderausschreibung, für die bis zum
8. Mai
2009 Anträge gestellt werden konnten. Möglich war dies im Rahmen des Konjunkturpakets II der Bundesregierung, wodurch die Fördermittel des Landes mit Bundesmitteln aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm aufgestockt werden. Der Schwerpunkt in der Förderung liegt dabei auf rasch umsetzbaren Maßnahmen, die eine konjunkturstabilisierende Wirkung entfalten.
Wirtschaftsförderer Rainer Fünfgelder und Andrea Hahn von der Koordinierungsstelle für
EU–Strukturförderung des Landkreises haben ein Antragspaket für die Sonderausschreibung mit
84 Projektanträgen aus
23 Städten und Gemeinden im Ostalbkreis zusammengestellt, das jetzt dem Regierungspräsidium Stuttgart (
RP) und dem Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum (
MLR) vorgelegt wurde. Gerade in wirtschaftlich schwieriger Zeit will man mit einem starken Antragspaket präsent sein, um Unternehmensinvestitionen zu fördern.
Wenn alle Vorhaben umgesetzt werden könnten, entspricht dies einem Investitionsvolumen im Kreis von über
41 Mio. Euro und einer möglichen Fördersumme von rund
5,
9 Mio. Euro. Außerdem könnten direkt
119 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Wieviel Geld aus dem Fördertopf des
ELR tatsächlich in den Ostalbkreis fließt, entscheidet sich voraussichtlich im Juli
2009.
Das
ELR fördert sowohl gewerbliche, kommunale als auch private Maßnahmen in den Kategorien Grundversorgung, Arbeiten, Gemeinschaftseinrichtungen und Wohnen. Im kommunalen Bereich ist beispielsweise die Neugestaltung öffentlicher Plätze in Aalen-Ebnat, Bopfingen-Kerkingen, Pflaumloch, Ruppertshofen, Gmünd-Bettringen und Täferrot-Tierhaupten geplant. Die energetische Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses ist in Neuler-Gaishardt vorgesehen.
Doch nicht nur Mittel des Bundes und des Landes werden über das
ELR ausgereicht. Auch die Europäische Union übernimmt die Kofinanzierung bestimmter gewerblicher Projekte. Besondere Vorteile bot von
2000 –
2006 die europäische Strukturförderkulisse nach Ziel-
2, in der der Ostalbkreis als einer von drei Landkreisen in ganz Baden-Württemberg mit
20 Städten und Gemeinden im westlichen Kreisgebiet von Mögglingen bis Lorch und von Waldstetten bis Gschwend verankert war. Aus diesem Strukturfonds wurde dabei die millionenschwere Anschubfinanzierung für den Gewerbe– und Industriepark Gügling genauso finanziert, wie das interkommunale Gewerbegebiet Göggingen/Leinzell oder Neuausweisungen bzw. Gewerbeflächenerweiterungen in Eschach, Iggingen, Böbingen, Mögglingen, Heubach oder Waldstetten, um nur einige Beispiele zu nennen. Auch die umliegenden und kleineren Kommunen haben die europäische Förderung genutzt und konnten gemessen an der Einwohnerzahl ihre wirtschaftsnahe Infrastruktur aber auch Gemeinschaftseinrichtungen enorm stärken.
Ein besonders herausragendes Beispiel der
EU–Strukturförderung im Ostalbkreis ist auch das Energiekompetenz Ostalb (
EKO) in Böbingen. Der europäische Wettbewerb „Regio Stars“ zeichnet die europaweit innovativsten Regionalentwicklungsprojekte aus. Im Jahr
2008 gehörte das
EKO zu den
26 Projekten, die die Finalrunde erreicht haben.
Nach der
EU–Ziel-
2-Strukturförderung werden Fördermittel der Europäischen Union über das neue Ziel „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung (
RWB)“ ausgereicht. Dabei werden Fördermittel des Landes Baden-Württemberg aus dem Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (
EFRE) kofinanziert. Das
ELR kann darüber gewerbliche Projekte fördern, die besonders innovative und umweltorientierte Investitionen planen. Von
2007 bis heute konnten solche Projekte im Ostalbkreis mit einer Zuschusssumme von
4,
2 Mio. Euro gefördert werden. Rund zwei Millionen Euro davon stammen aus dem
EFRE. Über
320 neue Arbeitsplätze werden hier geschaffen.
Insgesamt kann der Ostalbkreis auf eine erfolgreiche
ELR–Bilanz blicken. Allein in den Jahren
2000 bis
2009 flossen über
55 Millionen Euro in den Landkreis und lösten ein Gesamtinvestitionsvolumen von mehr als
454 Millionen Euro aus. Die Wirtschaftsförderung Ostalbkreis hat sich seit langem strategisch aufgestellt und nutzt Förderkulissen konsequent. Arbeitsplätze werden in Unternehmen geschaffen, aber Kommunen und Landkreis können dies mit guten Programmanträgen unterstützen, resümieren Fünfgelder und Hahn.
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