Über 13000 Personen in Kurzarbeit verhindern höheren Anstieg der Arbeitslosenquote
Der Arbeitsmarkt zeigte sich im Juni in Ostwürttemberg wieder von einer wenig erfreulichen Seite. Nur der Umstand, dass mehr als 13 000 Personen von Kurzarbeit betroffen sind, konnte einen höheren Anstieg der Arbeitslosenquote verhindern.
OSTALBKREIS
(pm). „Nach der kurzen Trendunterbrechung im Mai ist die Arbeitslosenquote in Ostwürttemberg wieder um
0,
2 Prozent auf
5,
2 Prozent angestiegen. Seit März bleibt die Kurzarbeit mit insgesamt
13 176 Personen, davon
2337 im Landkreis Heidenheim und
10 839 im Ostalbkreis weiterhin auf hohem Niveau. Ohne die Kurzarbeit wäre die Arbeitslosenquote heute deutlich höher“, so Hans-Joachim Gulde, Leiter der Arbeitsagenturen in Ostwürttemberg. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote für Baden-Württemberg ist um
0,
1 Prozent gestiegen und liegt jetzt ebenfalls wieder bei
5,
2 Prozent.
Im Ostalbkreis sind
8223 Personen arbeitslos gemeldet, das entspricht einer Quote von
5,
0 Prozent. Hiervon werden
4233 Personen von der Arbeitsagentur (SGB III) und
3990 Personen von der ARGE abo (SGB II) betreut. Im März waren
293 Betriebe mit
10 839 Personen tatsächlich in Kurzarbeit. Von den Unternehmen wurden hier
8859 Männer sowie
1980 Frauen durch Kurzarbeit weiterbeschäftigt. Anzeigen über Kurzarbeit gingen für
4395 Personen ein. Im Landkreis Heidenheim sind
3752 Personen arbeitslos, dies entspricht einer Quote von
5,
6 Prozent; bei der Arbeitsagentur sind
2082 Personen und bei der ARGE Job-Center
1670 Personen arbeitslos gemeldet. Im März waren im Landkreis Heidenheim
101 Betriebe mit
2.
337 Personen in Kurzarbeit. Hiervon waren
1755 Männer und
582 Frauen betroffen. Anzeigen gingen für
585 Personen ein.
Die Zahl der Arbeitslosen ist bei allen Personengruppen, jedoch in unterschiedlicher Höhe angestiegen. Bezogen auf die verschiedenen Personengruppen gibt es folgende Entwicklungen: bei den Männern ist ein Zugang von
195 Personen zu verzeichnen, die Gesamtzahl beträgt
6536 Personen. Damit beträgt der Anteil der Männer
54,
6 Prozent an allen Arbeitslosen. Bei den Frauen sind
5439 arbeitslos gemeldet (plus
163). Die entspricht einem Anteil von
45,
4 Prozent. Die unter
25-Jährigen sind mit
1552 Personen betroffen, das entspricht einer Zunahme von
38 Personen und einem Anteil
von
13,
0 Prozent. Bei den „
50-jährigen und älteren Arbeitslosen“ stieg die Zahl um
150 auf
3130 an; der Anteil liegt hier bei
26,
1 Prozent. Ausländische Arbeitslose sind mit
2376 Personen weiterhin mit einem hohen Anteil von
19,
8 Prozent betroffen; die Zahl erhöhte sich hier um
22.
„Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit wurden
613 neue Stellen gemeldet, das sind immerhin
47 Stellen mehr als im Mai. Hiervon sind
500 Stellen „ungefördert“, also betriebliche, sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Von den gemeldeten Stellen kommen
33,
6 Prozent der Stellen aus dem Bereich der Arbeitnehmerüberlassung,
5,
6 Prozent aus dem Verarbeitenden Gewerbe sowie
10,
0 Prozent aus dem Handel. Die restlichen
50,
8 Prozent verteilen sich überwiegend auf die Dienstleistungsberufe, wie zum Beispiel Sozial– und Erziehungsberufe, Ordnungs– und Sicherheitsberufe sowie Organisations-, Verwaltungs– und Büroberufe“, so Hans-Joachim Gulde zur Entwicklung des Stellenangebotes im Monat Juni.
Der Arbeitsmarkt nach Geschäftsstellen: In der Hauptagentur Aalen sind
2707 Arbeitslose gemeldet, das sind
67 mehr als im Mai. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei
4,
7 Prozent (Vormonat
4,
6 Prozent). In Bopfingen sind
671 Arbeitslose gemeldet, das sind
14 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote beträgt
4,
9 Prozent (Vormonat
4,
8 Prozent). Im Geschäftsstellenbereich Ellwangen sind
744 Arbeitslose gemeldet, das sind erfreulicherweise
34 weniger als im Mai. Die Arbeitslosenquote sinkt auf
3,
3 Prozent (Vormonat
3,
5 Prozent).
Insgesamt
118 Arbeitslose mehr und damit
4101 Arbeitslose sind in Schwäbisch Gmünd gemeldet; dies entspricht einer Arbeitslosenquote von
5,
9 Prozent (Vormonat
5,
7 Prozent). Heidenheim hat
3752 gemeldete Arbeitslose, das sind
193 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote liegt hier bei
5,
6 Prozent, im Vormonat lag sie noch bei
5,
3 Prozent.
Der Agentur für Arbeit wurden seit Oktober letzten Jahres
2847 Ausbildungsstellen gemeldet, das sind
4,
0 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es
3956 Bewerbermeldungen, das sind
9,
0 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. „Erst zum Ende des Berichtsjahres am
30. September
2009 werden wir wissen, ob die Unternehmen ihre Absicht umsetzen konnten, wieder so viele Ausbildungsstellen wie im Vorjahr zur Verfügung zu stellen“, so Gulde.
„Der Anstieg der Arbeitslosenquote ist in den Arbeitsagenturen Ostwürttembergs sehr unterschiedlich ausgefallen. So konnte Ellwangen als einzige Geschäftsstelle die Arbeitslosenquote sogar um
0,
2 Prozent senken, während sie in Heidenheim mit einer Erhöhung um
0,
3 Prozent zu Buche schlägt. Sehr bedenklich stimmt mich auch die hohe Arbeitslosenquote von
5,
9 Prozent in Gmünd; hier müssen wir gemeinsam mit den Verantwortlichen weitere Schritte zur Krisenbewältigung einleiten.“ Die Anzeigen von Kurzarbeit seien zwar leicht zurückgegangen, jedoch sei die Anzahl der Bezieher von Kurzarbeitergeld noch auf hohem Niveau. „Dieses Arbeitsmarktinstrument entlastet immer noch in hohem Maße den Arbeitsmarkt, so dass es bisher nicht zu einem weit höheren Anstieg der Arbeitslosenquote gekommen ist. Es zeigt auch, dass die Unternehmen ihr gutes Personal halten wollen. Auch die Zahl der bislang gemeldeten Ausbildungsstellen zeigt, dass die Unternehmen in der Region weiterhin auf die Zukunft setzen und in Ausbildung investieren“, betont Hans-Joachim Gulde in seiner aktuellen Bilanz.
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