Vortrag: Vergangenheit und Geschichte der Beginen
„Mit beiden Beinen auf der Erde und einer Hand im Himmel“, das sind die Beginen, eine 900 Jahre alte Frauen-Kultur-Bewegung, die heute in moderner Form wieder auflebt. Mehr darüber zu erfahren ist am Dienstag, 21. Juli, um 19 Uhr, im Rokoko-Schlösschen .
SCHWÄBISCH GMÜND
(pm). Geplant ist ein Vortrag mit vielen Bilden
13 große Beginenhöfe in Flandern stehen im Weltkulturerbe der
UNESCO und sind ausgezeichnet als vorbildlich für das Wohnen von Frauen in der ganzen Welt. Jedes Jahr veranstaltet der Dachverband der Beginen
e.V. eine Reise zu diesen atmosphärisch stimmigen Wurzeln. Doch allein in Deutschland gibt es Archiv-Dokumente in über
600 Städten. Um das Jahr
1100 taucht der Titel Begine zum ersten Mal auf,
1120 sind
z.B. Beginen in Braunschweig nachweisbar, seit
1220 gibt es in vielen Städten Europas Hausstiftungen. Immerhin drei bis zehn Prozent der Frauen in den Städten lebten als Beginen.
1992 starb die letzte deutsche Begine in Bremen,
2002 wurde dort der erste neue Beginenhof für
85 Frauen, plus Kinder, bezogen – ein „Expo
2000 Projekt“ mit UN-Auszeichnung
Heutige Frauen wussten von dieser unserer erfolgreichen, so vielfältigen und reichhaltigen Frauen-Kultur-Geschichte nichts mehr. Bis die Beginenbewegung vor einigen Jahren als top aktuell für unsere Zeit wiederbelebt wurde und heute aus allen Nähten platzt: Alleinstehende und alleinerziehende Frauen und Kinder schließen sich zusammen, wollen eine spirituelle, politisch-soziale, tragfähige Gemeinschaft auf freiwilliger Basis, bilden Gruppen, bauen Wohnprojekte und engagieren sich über die eigene Person hinaus. Allein in den letzten sieben Jahren sind in Deutschland zehn Beginenhöfe für etwa
300 Frauen, plus Kinder, neu gebaut oder umgebaut worden und jedes Jahr kommen durch die Initiative von Frauen neue dazu — ein staunenswertes Politikum.
Der Zontaclub Schwäbisch Gmünd lud nun Begine Brita Lieb vom Dachverbandsvorstand der Beginen ein, mit vielen Bildern über die damaligen und heutigen Umbruchzeiten und die Kulturleistungen der Beginen zu sprechen und die Brücke zu schlagen zwischen dem Leben von Frauen im späten Mittelalter und heutigen Frauen. Eine spannende Stunde wird das wohl werden. Alle, doch besonders alleinstehende oder alleinerziehende Frauen, sind herzlich willkommen – und gebeten, ihre Freundinnen mitzubringen
Statt Eintritt wird um Spenden gebeten; die Hälfte geht an die Beginen
e.V., die andere Hälfte erneut an das Zonta-projekt „reduction of obstetric fistula“ in Liberia. Damit wird Frauen geholfen, die unter verheerenden Bedingungen Kinder zur Welt gebracht haben und durch die Folgen – Fisteln im Geburtskanal – ihre Gesundheit verlieren, ihre Familie und alles, was sie aufgebaut haben. Eine Operation kann hier helfen.
Noch keine Kommentare vorhanden.