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» Schwäbisch Gmünd | Samstag, 18. Juli 2009

Ludwig Grimminger wurde gestern als Rektor der Mozartschule Hussenhofen verabschiedet

Eine ganze Ausstellung widmeten die Schüler der Mozartschule Hussenhofen ihrem scheidenden Rektor Ludwig Grimminger, der nach 24 Jahren aus dem Schuldienst ausscheidet und, da waren sich alle einig, in den wohlverdienten Ruhestand geht. Von Nicole Beuther

SCHWÄBISCH GMÜND. Die zahlreichen Bilder der Ausstellung hatten alle dasselbe Motiv: Ludwig Grimminger. Mal in rot, mal in grün, mal mit Wasserfarben, mal mit Buntstiften gezeichnet. Und, wer den Rektor nicht kennen würde, der würde dennoch eines sofort erkennen: Er ist ein fröhlicher Mensch. Auf so ziemlich allen Bildern war er mit einem Lächeln im Gesicht zu erkennen.
„Er war ein Rektor, der immer freundlich und fair zu uns war“, sagte Schülersprecher Sascha Ranzinger. Er habe alle Schüler mit Namen gekannt und sei immer für ein Späßchen aufgelegt gewesen. Kurz: „Wir haben unwahrscheinlich Glück gehabt.“ Er sei zudem ein Rektor gewesen, der sich um den Lebensweg von jedem einzelnen Schüler gekümmert habe. Auch die anderen Redner griffen dieses Merkmal auf, dass sich die Mozartschule unter Ludwig Grimminger zu eigen gemacht hat. Mariette Arndt (Leiterin des Seminars für Lehrerbildung GHS) sagte: „Die wandelnde Bildungslandschaft und die damit verbundenen Änderungen der Ausbildungsstätte war Ihnen immer ein Anliegen.“ Beispielhaft habe Grimminger die richtige Erziehung der Kinder vorgelebt.
„Ach, waren das noch Zeiten“, dachte sich der eine oder andere ältere Zuhörer, als einige Schüler auf die Bühne traten und zeigten, wie es war, damals, als es noch ein sogenanntes „Sprachlabor“ gab. Brav saßen die Schüler an ihren Tischchen und sagten artig im Chor englische Vokabeln auf. „English is so boring“, sagte ein Schüler. Dass englisch reden alles andere als langweilig ist, zeigte Oberbürgermeister Wolfgang Leidig, der als nächster Redner die Bühne betrat und, animiert durch das „Sprachlabor“, die Schüler und das Lehrerkollegium auf englisch begrüßte. Ja, er gehöre noch zu der Generation, die ein Sprachlabor gesehen habe, so Leidig. Er dankte Ludwig Grimminger für die „gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt“. Er bezeichnete den Schulrektor als Wegweiser, dem es stets ein Anliegen gewesen sei, die Zukunftschancen der Schüler auf eine Ausbildungsstelle zu sichern. Er habe die Schullandschaft in Gmünd mitgeprägt, dazu gehöre Verhandlungsgeschick und Konsensfähigkeit; „das haben Sie“. Mit Leib und Seele habe Grimminger die Wichtigkeit der Schule deutlich gemacht. Nie habe der Rektor die Belange der Schule aus dem Visier gelassen.
Ortsvorsteher Johannes Schmid sprach von einem wahren Glücksfall und einem guten Schulkonzept mit einem starken Kollegium dahinter. „Auf diese Schule kannst Du und wir alle mit Recht stolz sein.“ Als Geschenk gab es einen Gutschein für eine Tanzschule. „Danke, dass Sie versucht haben, die Stärken der Schüler zu sehen und sich nicht nur auf die Note beschränkt haben“, sagte die Gesamtelternbeiratsvorsitzende, Frau Altrichter. Immer wieder überraschten die Schüler zwischen den Grußworten mit Bühnenauftritten, die die Besucher zum Lachen brachten. Und zum Schwelgen in Erinnerungen an vergangene Zeiten. Neben dem Sprachlabor gab es auch eine musikalische Zeitreise. „Abba“ trat auf, „Cotton Eye Joe“ wurde getanzt und vieles mehr.
Schuldekan Meinhardt kam sich da „fast vor wie ein Pausenfüller“. Er sprach von einer erfolgreichen Arbeit Grimmingers, die landesweit Anerkennung finde und bei der katholisch/​evangelisch niemals ein trennendes Thema gewesen sei. Er würdigte die Vorbildfunktion des Schulrektors, auch in Bezug auf das Lehrerkollegium. „Die Kollegen erfahren, dass sich Engagement und Einsatz lohnen.“ Er überreichte Grimminger zum Abschied ein Buch mit 50 Wandervorschlägen. Beim anschließenden Titanic-​Song „My heart will go on“ war Gänsehautfeeling angesagt. Man merkte: Die Schüler mögen ihn, ihren Noch-​Rektor. „Herr Grimminger verlässt diese Schule, aber sie geht nicht unter“, zog Konrektor Peter Betz einen nicht bestehenden Vergleich zur Titanic. Auch er sparte nicht mit Lob. „Unter seiner Führung stiegen die Schülerzahlen von Jahr zu Jahr.“ Auch habe er den von der „Reederei“ bestimmten Kurs stets verfolgt. Selbst bei Stürmen habe er seine Mozartschule mit voller Kraft vorausgefahren. „Er suchte nach Wegen, die Eisberge des Bildungswesens zu umschiffen.“
Der Wunsch des Konrektors: „Lieber Ludwig, fahr jetzt mit halber Kraft voraus, geh vor Anker, lass dich einfach mal treiben.“ Dass das nicht so leicht sein dürfte, zeigte das Schulportfolio, bei dem einige Schüler mit Schildern in der Hand über die Bühne spazierten. Zu lesen waren eine Reihe von Projekten, die an der Mozartschule durchgeführt wurden und werden: Projektvorbereitung, Merkator, Jobstart, Faustlos, LRS Förderung, Sprachförderung, Kooperation mit dem Kindergarten, Theaterbesuche, Kernzeitbetreuung, „bewegte Grundschule“, Musicalaufführungen, Schulsozialarbeit.
Der geschäftsführende Schulleiter für Gymnasien, Herr Reichert, ernannte Ludwig Grimminger zum „Lehrer und Rektor des Jahres 2009 in Schwäbisch Gmünd“. Und als dann kurz nach halb eins Ludwig Grimminger mit Fähnchen (siehe rechts) verabschiedet wurde und die Schüler die Bühne stürmten, dachte er nur an eines: An seine Schüler, die eher gehen durften, da sie sonst ihren Schulbus verpasst hätten. „Ich werde mich nächste Woche persönlich von Euch verabschieden“, sagte er. „Dein Blick hat sich immer auf das Wesentliche gerichtet — die Schüler“, sagte der Gmünder Schulleiter Adalbert Muschak. Schulamtsdirektor Rainer Kollmer: „Auf so ein Team können Sie stolz sein.“
 

Kommentare

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  1. Ein guter Mann...
    Er war ein guter Mann an der Mozartschule. Man konnte mit ihm lachen, Spaß machen aber er konnte auch mal streng sein. Der Unterricht mit Herrn Grimminger hat immer Spaß gemacht.
    Er war der beste Rektor, den man sich wünschen konnte. Und jetzt ist er weg und meine ganze 9. Klasse - werde euch alle vermissen...

    Gruß Romina
    (Ich war Schulsprecherin der Mozartschule)
  2. Auch ich kenne Herr Grimminger als einen guten und fairen Rektor. Er war nett und wie schon gesagt auch streng. Ich hoffe für die gesamte Schule und den Schülern und Schülerinnen, dass sein Nachfolger, ebenfalls ein guter und gerechter Rektor ist. Herr Grimminger werde ich und meine ehemalige Klasse ebenfalls sehr vermissen.

    Gruß Ramona Wyliwajtys
    (ehemalige Schülerin der Mozartschule)
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