Zwischenbilanz des europäischen Schulaustauschs in der Aula der Gewerblichen Schule
An der Gewerblichen Schule Schwäbisch Gmünd kann man nun auf über drei Jahre des Comenius-Projekts „open circle“ zurückblicken und ist darauf nicht ohne Grund stolz.
SCHWÄBISCH GMÜND (ked). Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler der Fachschule für Gestaltung und des
3-jährigen Berufskollegs Design, Schmuck und Gerät konnten im europäischen Ausland Erfahrungen sammeln und Ihre eigenen Ideen und Fertigkeiten präsentieren. Mit einer kleinen Festveranstaltung und Ausstellung in der Aula der Gewerblichen Schule wurde zum Schuljahresende dieses außergewöhnliche Projekt gewürdigt.
In einer Berichterstattung der Rems-Zeitung wurde vor fast drei Jahren die Frage gestellt, was die vier Designschulen Cardonald College aus Glasgow, Koulutuskeskus Salpaus aus dem finnischen Lahti, Istituto D‘Arte P. Selvatico aus Padua und das Berufskolleg für Design, Schmuck und Gerät der Gewerblichen Schule Schwäbisch Gmünd gemeinsam haben.
Die Antwort war seinerzeit, dass an allen Schulen von Schülerinnen und Schülern mit ihren Lehrerinnen und Lehrern Schmuckstücke entworfen, gestaltet und selbst hergestellt werden. Heute kann hinzugefügt werden, dass sich diese vier Schulen in einem vorbildlichen Austausch über drei Jahre hinweg in Besuchen und gegenseitigen Präsentationen einen Erfahrungsschatz aufgebaut haben und zudem Freundschaften geschlossen wurden, die hoffen lassen, dass die Kooperation weitergeführt wird. In der Aula der Gewerblichen Schule wurden nun die bisherigen Ergebnisse zu einer Zwischenbilanz zusammengetragen und von fachkundigem Publikum gewürdigt.
Nach einleitenden Worten durch den Schulleiter der Gewerblichen Schule, Gerhard Barreith, hat die Comenius Projektkoordinatorin, Sibylle Don, die drei Jahre noch einmal Revue passieren lassen: Sie erinnerte an die vielen Reisen nach Padua, Glasgow und Lahti, an den Besuch der drei Partnerschulen in Schwäbisch Gmünd und die vielen Aktionen in Schwäbisch Gmünd, wie zum Beispiel den Colorit-Workshop, an die feierliche Eröffnung der Ausstellung im Prediger, an die Katalogpräsentation, die Stadtführung und Besuche verschiedener Schmuckgestalter, den Lehrerworkshop, die feierliche Enthüllung der Auszeichnungstafel des Pädagogischen Austauschdienstes am Arenhaus und an das Treffen im Oktober
2008, das ganz im Zeichen des Narrative Exchange (Fundstückaustauschs) und des Teamprojekts stand. Dazu wurde die nähere Umgebung Schwäbisch Gmünds bereist und im Steinbruch bei Holzmaden Hand angelegt, um das schönste Fossil zu finden.
Die Präsentation in der Aula war ein Dankeschön an alle Beteiligten, die Sponsoren, die unterstützenden Firmen, die mitwirkenden Kolleginnen und Kollegen und die Schülerinnen und Schüler, die Schulleitung und nicht zuletzt der Pädagogische Austauschdienst, der das Comenius-Projekt und diese Schulpartnerschaft finanziell im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit drei Jahre gefördert hat. In verschiedenen Präsentationen konnte man sich die unterschiedlichen Projektphasen noch einmal vergegenwärtigen: Zu den drei Jahren standen Infostände mit Computeranimationen, Stellwänden und Schautischen bereit, an denen Schülerinnen und Schüler ausführlichere Informationen gaben. Die vier Schulen wurden vorgestellt und natürlich konnten die entstandenen Schmuckstücke aus dem ersten Projektjahr noch einmal bestaunt werden. Zu sehen war, dass im Berufskolleg für Design, Schmuck und Gerät die Technik des Colorit vorgestellt und beliebig an gestalteten Schullogopins getestet wurde.
Im Istituto d‘Arte Pietro Selvatico wurde niellieren eingeübt, in Glasgow zu winterlichen Temperaturen Silber– und Eisenschmieden thematisiert. Darüber hinaus konnte man durch Fotos Eindrücke von den Ausstellungseröffnungen in den unterschiedlichen Repräsentationsräumen der Städte erhalten. Eines der Schmückstücke des dritten Comenius Projektjahrs, die in Teamwork hergestellt wurden, war besonders dazu geeignet, ausgestellt zu werden: Die achtteilige Schmuckbrosche, die über ein raffiniertes „open circle“ Klick-System zu einer großen Gesamtbrosche zusammengesteckt werden kann, wobei jedes Broschenteil ein Fundstück aus einem der vier Partnerländer enthält, so dass jedes Land durch einen typischen Fund im Schmuckstück fest verankert ist.
Seine Präsentation findet die Gesamtbrosche mit ihren Teilstücken auf einem Poncho, der von einer Person getragen, aber auch in acht Schals zerlegt werden kann und damit seinen acht Schmuckmachern dient und sowohl die Individualität als auch den Teamgeist verdeutlicht.
Drei Jahre Comenius Projekt bedeuteten viel Arbeit und Engagement, aber auch viel Freude und die Chance, über den gewohnten Tellerrand blicken zu dürfen. In diesem Sinne werden sich die erprobten Lehrerinnen und Lehrer im September
2009 zum nächsten Comenius Vorbereitungstreffen in Schwäbisch Gmünd wieder sehen.
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