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» Schwäbisch Gmünd | Samstag, 25. Juli 2009

Feierliche Zeugnisübergabe an der Pädagogischen Hochschule

Die große Beliebtheit eines Studiums an der PH schlägt sich auch in den Absolventenzahlen nieder. Am Donnerstag war Zeugnisübergabe.

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). PH-​Rektor Prof. Dr. Hans-​Jürgen Albers überreichte 153 Absolventen ihr 1. Staatsexamens-​Zeugnis: 84 mit Schwerpunkt Grundschule, 28 mit Schwerpunkt Hauptschule und 41 „Lehramt an Realschulen“. Auch zwei Promotionsurkunden konnten vergeben werden: Dr. Andrea Lengsfeld (Sachunterricht) und Dr. Andrea Steck (Deutsch). Im Stadtgarten kamen die musikalischen Höhepunkte des Abends – das Streichsextett des Faches Musik unter Leitung von Walter Töws sowie das Flötenquartett unter Leitung von Dietlinde Fuchs besonders gut zur Geltung. Die „Sprechwerkstatt“ der PH unter Leitung der Sprecherzieherin Karin Huber stimmte die angehenden Lehrerinnen und Lehrer mit ihrer Präsentation „Nicht für die Schule … sondern für das Leben“ auf ihren nächsten Lebensabschnitt ein. In seiner Ansprache gratulierte Prof. Albers. Im Hinblick auf die Zukunft der Absolventen betonte er die stürmischen Entwicklungen im Bildungssektor und die derzeitigen Reformprozesse in Schule und Hochschule, die sich in vielfacher Weise äußern: Fast täglich gibt es Nachrichten zu geplanten Änderungen des Bildungssystems. Bildungsfragen sind endlich zum Top-​Thema geworden, das auch Wahlen entscheiden kann. Dies macht sich nun auch in Baden-​Württemberg bemerkbar. Diskussionen um die Stärkung der Hauptschule, um die Absenkung des Klassenteilers, um die Dauer der Schulzeit, die Einführung von Ganztagsschulen, Ausbau und bessere Finanzierung der Frühen Bildung schaffen es bis ganz oben auf die Titelseiten der großen Tageszeitungen. Der Ausbau von Bildungseinrichtungen wird plötzlich als Möglichkeit gesehen, die Konjunktur voranzubringen. Der seit langem verbreiteten Einsicht, dass für ein rohstoffarmes Land wie Deutschland Bildung die wichtigste Ressource für Wohlergehen und Wohlstand ist, scheinen erstmals auch Taten zu folgen — zaghafte, zu zaghafte zwar — aber es tut sich immerhin etwas.“ Albers machte angesichts der großen gesellschaftlichen Bedeutung des Lehrerberufs Mut, sich ein eigenes Profil zu schaffen und mit Zuversicht in das Referendariat und auf den Arbeitsmarkt zu gehen. Albers: „In weiten Teilen Europas, auch in unseren unmittelbaren Nachbarbundesländern herrscht bereits jetzt schon Lehrermangel; auch Baden-​Württemberg hat nun eingesehen, dass unsere Ausbildungsstätten mehr Lehrerinnen und Lehrer brauchen. Von dieser Situation werden Sie in Form verbesserter Einstellungschancen unmittelbar profitieren. Für die Grund-​, Haupt– und Realschulen hat das Kultusministerium seine Prognosen, die bisher von einem baldigen und erheblichen Bedarfsrückgang ausgingen, revidiert. Weil nach neuen Schätzungen auch nach 2015 noch ein erheblicher Lehrerbedarf an diesen Schularten besteht, wurden die Pädagogischen Hochschulen aufgefordert, nicht weniger, sondern mehr Studienanfängerplätze bereit zu stellen.“ Die Verleihung der Promotionsurkunde an Dr. Andrea Lengsfeld und Dr. Andrea Steck nahm Albers zum Anlass, auf die Nachwuchsförderung an der PH einzugehen: „Die Pädagogische Hochschule hat in den vergangenen Jahren der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses besonderes Augenmerk gewidmet. Das trägt Früchte: Derzeit haben wir über 30 Doktoranden an unserer Hochschule“. Albers machte Mut, diese Doktoranden zum Vorbild zu nehmen und die akademische Laufbahn fortzusetzen. Gerade die beiden neuen Masterstudiengänge „Interkulturalität und Integration“ sowie „Bildungswissenschaften“ stellten — so Albers — für die frischgebackenen Lehrerinnen und Lehrer eine interessante Erweiterung ihrer Qualifikation dar. Für die Studierenden zog Nicole Fauser ein gelungenes Resumee ihrer Zeit an der PH. Trotz Kritik an der gegenwärtigen Bildungspolitik und der Umsetzung des Bildungsverständnisses bedankte sich Nicole Fauser im Namen aller für die Chancen, die ihnen das Studium an der PH gegeben hat.
 

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