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» Ostalbkreis | Samstag, 25. Juli 2009

Große LEV-​Exkursion „Bäche, Seen, Weiher“

Das Rad muss nicht immer wieder neu erfunden werden, und auch in der Landschaftspflege gilt, dass sich mit dem Studium guter Ansätze und gelungener Projekte im Zweifelsfall viel Geld, Arbeit und Ärger einsparen lässt.

OSTALBKREIS (pm). Der Landschaftserhaltungsverband Ostalbkreis (LEV) ist im gesamten Ostalbkreis für die Landschaftspflege zuständig. Auf einer Exkursion vor einigen Tagen wurden hierzu unter dem Motto „Bäche, Seen, Weiher — Landschaftspflege insbesondere im nördlichen Kreisgebiet“ verschiedene Beispiele vorgestellt, die beeindruckten.
Über 80 Exkursionsteilnehmer aus Gemeinden, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Naturschutz konnten vom Ersten Landesbeamten Hubert Götz und von Landeskonservator Reinhard Wolf vom Regierungspräsidium Stuttgart begrüßt werden. „Hier im Ostalbkreis läuft in der Landschaftspflege vieles besser als anderswo“, lobte Wolf die Arbeit des LEV–Teams.
Als erstes von fünf Exkursionszielen stellte LEV–Geschäftsführer Ralf Worm das Vorbecken des Bucher Stausees vor, wo der LEV zum Schutz der Vogelwelt durch Mähen, Mulchen und Entbuschen ein Zuwachsen der Uferzone verhindert. Hierbei ist Josef Rief einer von über dreihundert Landwirten, die auf insgesamt 1400 Hektar Fläche im Landkreis beim Erhalt von bunten Blumenwiesen und Weiden helfen.
An der Rot unterhalb des Haselbach-​stausees konnten die Exkursionsteilnehmer eine Bachrenaturierung auf 1200 Metern Länge begutachten. Der Wasserverband Obere Jagst und die Stadt Ellwangen haben dieses und weitere Projekte sehr wohlwollend begleitet und so war Ellwangens Bürgermeister Bux auch voll des Lobes über die Maßnahme. Mit dem Bagger wurde der bisherige Kanal wieder in einen stark gewundenen, natürlichen Wiesenbach verwandelt. Mit diesem und weiteren bereits umgesetzten Projekten, so Worm, nehme der Ostalbkreis in der Disziplin der naturnächsten Bachrenaturierung bundesweit einen Spitzenplatz ein.
Lehrreiches über Seerosen konnten die Exkursionsteilnehmer am Häsleweiher erfahren. Hier wurden von den Landwirten Joachim Köhler und Walter Lober vor staunenden Augen Seerosenhybriden ausgerissen, um die in ganz Baden-​Württemberg nur hier vorkommende Glänzende Seerose in ihrem Bestand zu erhalten. Bei Schönau im Jagsttal demonstrierten Ludwig und Matthias Feil mit dem Freischneider, wie schweißtreibend Böschungspflege ist, die hier zum Schutz der seltenen Pechnelke betrieben wird.
Das Ergebnis der besonders intensiven Zusammenarbeit zwischen den Comboni-​Missionaren im Josefstal und dem LEV war Anlass für den letzten Exkursionspunkt. Über 1500 Meter renaturierter Lauf des Sixenbachs auf sieben Hektar Auefläche wurden vorgestellt. Fast eine Urlandschaft, in der sich die vier Auerochsen, die Halter Martin Hertlein dort seit kurzem weiden lässt, augenscheinlich sehr wohlfühlen.
Die Herde um die Kuh Elisa werde in Kürze durch einen Stier und ein weiteres Kalb ergänzt, so Worm.
Nach der Vorstellung der Arbeit und der Räumlichkeiten der Comboni-​Missionare durch Bruder Bernhard und Pater Christian stand ein gemeinsames Mittagessen auf dem Programm, welches in seiner Qualität sicher dazu beitrug, die vielfältigen gewonnenen Eindrücke sehr positiv in Erinnerung zu behalten. Die Teilnehmer bedankten sich herzlich.
 

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