Zusätzliche Ausgaben für Investitionen aufgrund der Bildungs– und Infrastrukturpauschale
Der Gemeinderat beschloss am Donnerstagabend in seiner letzten Sitzung in alter Besetzung den ersten Nachtragshaushaltsplan 2009 samt Satzung. Damit werden Investitionen finanziert, die bislang nicht Bestandteil des offiziellen Etats gewesen sind. Von Karl Schleicher
WALDSTETTEN. Die Notwendigkeit dazu ergibt sich daraus, dass aufgrund der Bildungs– und Infrastrukturpauschale Projekte beschlossen wurden, für die keine Mittel im Haushaltsplan vorgesehen sind (und auch nicht sein dürfen, denn nur für außerplanmäßige Ausgaben gibt es die Konjunktur-Fördermittel). Dadurch und weil Mindereinnahmen von staatlichen Leistungen von rund
350 000 Euro zu beklagen sind, verändern sich die Haushaltsvolumina sowie die Zuführungsrate und die Rücklagenentnahme.
Kämmerer Gerhard Seiler, gemeinsam mit Gemeindeamtmann Norbert Ilg verantwortlich für den Nachtragsplan, gab die nötigen Erläuterungen. Aus dem Zukunftsinvestitionsgesetz erhält die Gemeinde für alle Schulen und Kindergärten
309 000 Euro aus der Bildungs– und dazu
73 000 Euro aus der Infrastrukturmaßnahme. Diese Gelder stellen
75 Prozent der Aufwendungen dar, do dass also auch die Gemeinde ein Viertel der gesamten Kosten tragen muss. Im April wurde beschlossen, einen Teil der Dachfläche sowie die Fenster des ersten Erweiterungsbaus der Bergschule zu sanieren. Die Einnahmen aus dem Konjunkturprogramm für die Schulen in kommunaler Trägerschaft betragen für diese
175 000 Euro teure Maßnahme
121 500 Euro. Die Infrastrukturpauschale in Höhe von
73 000 Euro wird für die Erneuerung eines Teils der Straßenbeleuchtung verwendet, die
110 000 Euro kostet.
Aufgrund der Steuerschätzung vom Mai
2009 weist der Verwaltungshaushalt
353 000 Euro weniger Einkommenssteueranteil, Schlüsselzuweisungen, kommunale Investitionspauschale und Ausgleichsleistungen aus dem Familienlastenausgleich auf. Erfreulicherweise steigen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer um
100 000 Euro auf
1,
1 Millionen Euro. Durch diese und andere Veränderungen im Verwaltungshaushalt – zum Beispiel Mehrausgaben für den Winterdienst und
50 000 Euro weniger für das Sanierungsprogramm der Gemeindestraßen — verringert sich die Zuführung zum Vermögenshaushalt von
922 700 auf
645 000 Euro.
Für den Vermögenshaushalt wird auf der Einnahmenseite die Rücklagenentnahme um
195 000 Euro von
394 000 auf
589 600 Euro erhöht. Auch hier gibt es weitere Mehrausgaben, zum Beispiel
70 000 Euro für die Heizungsanlage der Schwarzhornhalle oder
43 000 Euro bei den Hausanschlüssen im Baugebiet
Dr.–Hofele-Straße West.
Es wird auch weniger ausgegeben, etwa
55 000 Euro für eine zentrale Steuerung der Regenüberlaufbecken oder
30 000 Euro durch den Verzicht auf einen neuen Mannschaftstransportwagens der Wißgoldinger Feuerwehr. Dazu kommt, dass die Abwasserbeseitigung im neuen Wißgoldinger Baugebiet
100 000 Euro weniger kostet als geplant war. Insgesamt sinken Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt von
12,
711 Millionen auf
12,
474 Millionen. Im Vermögenshaushalt steigen Einnahmen und Ausgaben um
137 000 auf
2,
680 Millionen Euro.
Damit beträgt das vom Gemeinderat gebilligte Gesamtvolumen des Haushaltsplanes
2009 15,
154 Millionen Euro. Der Gesamtbetrag der Verpflichtungsermächtigung sinkt um rund
475 000 auf
665 000 Euro.
Wie Kämmerer Seiler abschließend mitteilte, muss die Gemeinde
2010 mit rund
600 000 Euro weniger Einkommenssteueranteil rechnen, so dass, will man eine Neuverschuldung möglichst lange vermeiden, strikte Sparsamkeit angesagt ist, wie alle Fraktionen unisono ankündigten.
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