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» Schwäbisch Gmünd | Freitag, 03. Juli 2009

Neue Werkrealschule sowie Arbeits– und Gesundheitsschutz für Lehrer/​innen Themen bei GEW-​Hauptversammlung

Die Mitgliederversammlung des Ortsverbandes Schwäbisch Gmünd der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beschäftigte sich mit der Beförderung von Hauptschullehrer/​innen nach A 13, der neuen Werkrealschule sowie dem Arbeits– und Gesundheitsschutz für Lehrer/​innen.

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). Zu Beginn der Versammlung fand die Vorstellung der Kandidat/​innen für die Personalratswahlen an Grund-​, Haupt– Real– und Sonderschulen 2010 statt. Das Vorsitzendenteam Karin Baumgartner, Karl-​Heinz Schunter, Joachim Nussbaum und Jutta Trautmann-​Böhm freute sich darüber, dass viele engagierte Kolleginnen und Kollegen gefunden werden konnten, die bereit sind, für die GEW zu kandidieren.
In ihrem Referat ging Margit Wohner, Bezirksvorsitzende der GEW Nordwürttemberg, zunächst auf die neu geschaffenen Beförderungsmöglichkeiten für Hauptschullehrkräfte ein. Lediglich 20% dieser Lehrkräfte können ab 1. September eine Besoldungsstufe mehr erreichen.
Dieser Einstieg in die Besoldung nach A 13 wurde zwar begrüßt, kritisiert wurde hingegen, dass die vielen, meist weiblichen Lehrkräfte an Grundschulen davon ausgenommen sind. In der Besoldung der Schulleiter/​innen und Konrektor/​innen muss laut Wohner deutlicher als bisher geplant nachgebessert werden. Als geradezu skandalös wurde empfunden, dass Schulleiter/​innen kleiner Grundschulen trotz ständig wachsender Aufgaben keine Besoldungsanpassung erhalten.
Eine weitere Veränderung wird ab 2010 die Einführung der neuen Werkrealschule sein, in der Schüler/​innen nach sechs Jahren einen mittleren Bildungsabschluss erwerben können. Dies wird jedoch nur in zweizügigen Hauptschulen möglich sein. Einzügige sollen, so das Kultusministerium zwar bestehen bleiben können, deren „Sterben“ ist aber programmiert.
Unmut äußerten die Anwesenden nicht nur über das erneute „Hau-​Ruck“- Verfahren, mit dem diese „neue“ Schulart samt neuem Bildungsplan eingeführt werden soll, sondern auch darüber, dass Schüler/​innen für den Übergang von Klasse 9 auf Klasse 10 einen Notendurchschnitt von 3,0 haben müssen. Wer nach der Neunten die Realschule besucht, hat diese Hürde nicht. Die Anwesenden waren sich einig, dass das Schulsystem eine grundlegende Veränderung benötigt. „Mit der Einführung der Werkrealschule wird das dreigliedrige Schulsystem zementiert und ein längeres gemeinsames Lernen aller Schüler rückt in weite Ferne“ so Joachim Nussbaum.
Zum Schluss ihrer Ausführungen ging Wohner auf den Arbeits– und Gesundheitsschutz für Lehrkräfte ein. An allen Schulen im Ostalbkreis wird im Herbst diesen Jahres eine Befragung aller Lehrkräfte zur psycho-​mentalen Belastung durchgeführt.
Sowohl die einzelne Lehrkraft als auch die einzelne Schule erhält eine Auswertung der Daten. Anhand dieser Daten soll es den Kollegien möglich sein zu erkennen, wo Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit ergriffen werden müssen.
Für die einzelnen Lehrer/​innen ist die Befragung freiwillig. Jutta Trautmann-​Böhm erklärte dazu: „Nur wenn möglichst viele Kolleginnen und Kollegen an der Befragung teilnehmen, wird es auch möglich sein, mit den Ergebnissen Forderungen an die Politik zu stellen.“
 

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