Experten– und Politikerrunde beschrieb gestern bei einer „Gipfelkonferenz“ die reizvolle Zukunft des Hohenstaufen
Auf dem Hohenstaufen, Wahrzeichen unseres Stauferlandes, tut sich einiges. Gestern traf sich dort eine hochrangige Experten– und Politikerrunde, um sich über den Fortgang der Restaurierungsarbeiten zu informieren und eine reizvolle Zukunft des Burgbergs zu beschreiben. Von Heino Schütte
SCHWÄBISCH GMÜND/GÖPPINGEN. Zu der „Gipfelkonferenz“ eingeladen hatte das zuständige Amt Schwäbisch Gmünd des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg. Oberregierungsrat Karlheinz Schwenk konnte stellvertretend für Amtsvorstand Wagenblast neben Landrat Edgar Wolff und OB Guido Till (Göppingen) ganz besonders den Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst,
Dr. Dietrich Birk, auf dem Hohenstaufen willkommen heißen. Der Gast aus Stuttgart gab sich sogleich sachkundig und beschrieb den Hohenstaufen als Burgberg, der durchaus in die Orte mit nationaler Bedeutung einzuordnen ist. Zumindest dokumentiert er ein wichtiges Stück der Landesgeschichte. Fast
70 Burgen, Schlösser und Gärten, so beschrieb der Staatssekretär, befinden sich in der Obhut des Landes. Doch gerade diese einstige Stammburg des Staufergeschlechts, das im frühen Mittelalter bekanntlich politisch wie kulturell die europäische Geschichte prägte, müsse ganz dringend für die Bevölkerung sowie für Touristen ins rechte Licht gerückt werden. Die ganze Runde war sich in der Einschätzung einig, dass die Aufgabe der Sanierung und Pflege der Burgruine auf dem Hohenstaufen in den letzten Jahrzehnten ziemlich vernachlässigt worden sei. Doch gleichzeitig wurde vor Augen geführt, dass dort oben der Umdenkprozess bereits mit konkreten Taten begleitet wird. Erster Schritt sind umfassende Restaurierungs– und Sicherungsarbeiten an den Mauerresten. Kreisarchäologe
Dr. Reinhard Rademacher und Restaurator Gerhard Feldmann führten durch die Baustelle. Sie deuteten auch auf zahlreiche Schäden, die im letzten Jahrhundert durch zwar gutgemeinte, jedoch unsachgemäße Reparaturarbeiten entstanden sind. So wurde mächtig viel Beton und Ziegelstein in die Mauern eingebracht, teils staute sich in Hohlräumen das Regenwasser, Frost sprengte dann ganze Mauerstücke weg. All das wird nun ausgebessert. Auch Wurzelwerk und viel Gestrüpp beschleunigten den „Zahn den Zeit“, der an der Burgruine nagte. Dargestellt wurde, dass zukünftig mindestens zweimal im Jahr die Ruine regelrecht durchforstet werden muss, um weitere Schäden zu vermeiden. Rund
200 000 Euro investieren Land, Stadt und Kreis in die gegenwärtigen Sicherungsarbeiten, die bis Herbst abgeschlossen sein werden. Zwischenzeitlich wurden mit Hilfe der Georadar-Technik weitere, im Boden verborgene Mauerreste aufgespürt. Freigelegt wurde die mittelalterliche Regenwasserzisterne. Weitere Maßnahmen sollen folgen, um die Burganlage zukünftig besser begreif– und begehbar zu machen. Oberbürgermeister Guido Till skizzierte bereits ein völlig neues Wege-, Informations– und Lichtkonzept, das für die Besucher in den nächsten Jahren entwickelt und umgesetzt werden soll. Beschlossene Sache sei bereits das Ende der Albvereinshütte, die eher einem Betonbunker gleicht und in den
70er-Jahren des letzten Jahrhunderts einigermaßen würdelos halb in den Burgberg hinein gebaut wurde. Die Stadt habe die „Hütte“ für
20 000 Euro vom Albverein abgelöst. Bereits im nächsten Jahr werde der Bau abgerissen und unter städtischer Bauträgerschaft als reizvolles Berg– und Burgrestaurant wieder aufgebaut. Und zwar in einem Stil und mit einem Betreiberkonzept, das der Bedeutung dieses Ortes angemessen sei.
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