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» Ostalbkreis | Samstag, 01. August 2009

Pilger aus dem Raum Schwäbisch Gmünd und Aalen waren eine Woche lang in Lourdes und Umgebung unterwegs

„Wir Pilger sind auf der Suche nach unserer bleibenden und erfüllenden Heimat.“ Um aufzubrechen, Altes hinter sich zu lassen, weil das Neue bereits angefangen hat, haben sich Pilgernde aus Schechingen, Böbingen, Leinzell, Mutlangen, Bargau, Rechberg und Gmünd auf den Weg gemacht.

OSTALBKREIS (pm). Auch aus Wasseralfingen und Dewangen traten Gläubige vor kurzem die Bus-​Pilgerreise nach Lourdes an. Diakon Stadler, der die Reise begleitete, und weitere Teilnehmer der Reisegruppe brachten geistliche Impulse aber auch Lustiges und Nachdenkenswertes auf der Fahrt ein, so dass die Reise zu einem Gemeinschaftserlebnis wurde.
Nach Lourdes zu pilgern, so Stadler, heiße: Unterwegs sein, um Gottes Liebe zu uns Menschen konkret zu erfahren, um Wege zu unserem Heilwerden zu suchen. Eine Lourdes-​Pilgerreise sei im Kern kein touristisches Event, sondern ein Glaubensweg, eine bewegende Kommunikation mit Gott. Aufbrechen zu einer Pilgerreise sei immer etwas Spannendes, denn jede Reise habe eine heimliche Bestimmung, die der Reisende noch nicht kenne.
Aufgebrochen sind die Pilger aus dem Ostalbkreis mit der Bitte an Gott, dass die Wallfahrt ihren Glauben festige, ihre Hoffnung stärke und ihre Liebe erneuern möge. Eucharistische Gemeinschaft wurde den Pilgern täglich durch einen Gottesdienst in deutscher Sprache durch den deutschen Pilgerseelsorger Pater Barzen ermöglicht. Am Freitag zelebrierte ein Berliner Pilgerseelsorger mit weiteren deutschen Geistlichen die Messe an der Grotte in Lourdes.
Der erste Tag der Wallfahrt, der die Gruppe bis nach Orange führte, galt der Einstimmung als pilgernde Gemeinschaft Gottes. Am Nachmittag des zweiten Tages traf man dann in Lourdes ein und ließ sich von der Atmosphäre des heiligen Bezirks einfangen und begeistern. Die vielen Pilger bei der Lichterprozession, insbesondere die Schwerstkranken, gezogen von den Samaritern in ihren Rikschas, ließen eine tiefgehende Erfahrung zu, gemeinsam mit Gott unterwegs zu sein. Die gelungenen neuen Mosaiken an der Rosenkranzbasilika, welche die lichtreichen Geheimnisse (Taufe Jesu, Hochzeit zu Kana, Jesu Verkündigung vom Heil Gottes, Jesu Verklärung und Einsetzung der Eucharistie) darstellen, waren angestrahlt und betonten die Freude dieser nächtlichen Prozession. In der unterirdischen Pius-​Kathedrale feierten die Pilger von der Ostalb am nächsten Vormittag gemeinsam mit etwa 20.000 Menschen aus aller Welt den beeindruckenden internationalen Gottesdienst. Am Nachmittag chauffierte Busfahrer Siegfried Österle die Gruppe bei herrlichem Sonnenschein hinauf in ein Pyrenäenhochtal zur Pont d’ Espagne. Der touristische Aspekt dieses Ausflugs ermöglichte, Gottes herrliche Natur in vielerlei Formen zu bestaunen. Von den tief eingeschnittenen Bergbächen mit faszinierenden Wasserfällen bis zur Erfahrung des sich öffnenden Himmels beim Hochsteigen aus dem Tal wurde dieser Tag zu einem die Gemeinschaft prägenden Erlebnis.
Der vierte Tag war reich ausgefüllt von Führungen auf den Spuren der Bernadette in Lourdes und zu ihrem Glaubensweg. Am Nachmittag beteten alle gemeinsam den langen und beschwerlichen Kreuzweg. Hier stand betende Betrachtung und persönliche Reflexion im Mittelpunkt. So wurde dieser Tag der Pilgerschaft zu einer Symbiose, die Einlassen, Zulassen, Verwandlung, Erlösung und Befreiung ermöglichte.
Der fünfte Tag ließ nach der deutschen Messe an der Grotte genügend Freiraum für persönliche Einkehr und Ruhe. Die Führung durch das Bernadette-​Museum ermöglichte, den Lebensweg der Bernadette ganz anschaulich nachzuvollziehen, insbesondere die Anfechtungen und Widerstände, die Bernadette nach den Erscheinungen zu bestehen hatte, sind hier ganz plastisch aufgezeigt. Die allabendliche Lichterprozession und eine stille Zeit vor der Grotte beschlossen diesen eindrucksvollen letzten Tag in Lourdes.
Am sechsten Tag waren die Pilger wieder betend und singend auf der Rückfahrt nach Orange, mit einem Abstecher ans nahe gelegene Mittelmeer. Bei Sonnenschein und leichter Brise nutzten einige die Möglichkeit zu einem erfrischenden Bad und in den Lokalen der Strandpromenade wurden manche kulinarischen Köstlichkeiten genossen.
Am Dreifaltigkeitssonntag führte die Pilgerreise dann über Grenoble, vorbei am Genfer See, dem Neuchateler See nach Bern und Basel und dann über den Schwarzwald zurück in heimatliche Gefilde. Karl Stadelmaier, der die Pilger immer wieder während der Reise mit schönen alten Marienliedern und Gebeten erfreut hatte, dankte dem Busfahrer und der Reiseleitung in herzlicher Art für die gelungene Wallfahrt.
 

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