Projektgruppe Kuhnert, Rieg, Peter und Schmitt legt eine neue Planung vor
Die Projektgruppe Kuhnert, Peter, Rieg und Schmitt gibt nicht auf und hat jetzt einen neuen Plan zur Verkehrsführung auf dem Bahnhofsvorplatz vorgelegt. Allerdings: Die Fraktionsvorsitzenden können sich nicht damit anfreunden — aus unterschiedlichen Gründen.
SCHWÄBISCH GMÜND (pm/rz). Begrenzt auf die Verkehrsführung beinhaltet der Alternativvorschlag weiterhin den Verzicht auf das sogenannte „Straßenknie“ und forderte eine Verkehrslösung, die die völlige Trennung des starken Durchgangsverkehrs vom lokalen Ziel– und Quellverkehr zum und vom Bahnhof vorsieht. Die Anbindung des Taubentals mit einem geringen Gefälle von sechs Prozent und die Tiefgarage unter dem Bahnhofsvorplatz seien weitere Vorteile.
Nach Meinung der Gruppe habe der neue Vorschlag folgende Vorteile: Die Hochschule für Gestaltung könne am Bahnhof realisiert werden. Es stehe ausreichend Fläche zur Verfügung. Der Innenhof könne auch für kleinere Veranstaltungen genutzt werden.
Die großen Open-Air-Veranstaltungen, die sonst im Unipark stattfanden, könnten zukünftig im Remspark stattfinden. Die Gefälle dort sollen lediglich
0,
5 bis
2,
0 Prozent und nicht wie von der Verwaltung behauptet
12,
5 Prozent sein.
Im alten Postamt könnte während der Gartenschau das zentrale Entrée mit Souvenirshops, Stadtinformationen und Themenausstellungen eingerichtet werden. Die Anbindung des ZOB an den fließenden Verkehr sei besser. Die Busse müssten nicht zwingend über den Bahnhofsvorplatz geführt werden, sondern könnten direkt aus dem Kreisel-West ein– und ausfahren. Die Anbindung der Rektor-Klaus-Straße für die Fußgänger ist ohne Querung der Remsstraße möglich. Der Schulweg vom ZOB zu den Schulen werde wesentlich sicherer.
Die Ledergasse könnte fußläufig ohne Querung der Remsstraße vom Bahnhof aus erreicht werden. Es bestehe eine direkte Blickbeziehung vom Bahnhofsvorplatz zum neuen Einkaufszentrum in der Ledergasse. Der zusätzliche Kreisel Ost (beim Horten) sei nur sinnvoll, wenn das Verkehrskonzept der Projektgruppe umgesetzt werde.
Die vorgenommene Bewertung des Entwurfs der Projektgruppe durch die Verwaltung in der Gemeinderatssitzung am
17. Juni sei damit widerlegt und sie habe gegenüber dem bisherigen städtischen Vorschlag deutliche Vorteile.
Die Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat sehen dies zum Teil völlig anders. So sagt Max Fuchs (
SPD): „Die wesentlichen Schwachpunkte der Kuhnert-Alternative wie Reduzierung des Remsparks, große Rampen für die Unterführung, Schräglage der Gartenschaufläche, Staus in der Unterführung, umständliche Verbindung Bahnhofsvorplatz-Ledergasse usw. bestehen nach wie vor. Wenn Herr Kuhnert von „Totschlagargumenten“ und „unfairer Bewertung durch die Stadtverwaltung“ spricht, die Kritikpunkte aber nicht widerlegen kann, zeigt das nur seine Hilflosigkeit. Der Eiertanz um die Verkehrsführung mit immer wieder neuen Vorschlägen muss nun ein Ende haben. Wir haben dadurch schon ein Jahr Zeit verloren. Der Kuhnert-Vorschlag, den bisher alle Fachleute negativ bewertet haben, gehört in den Papierkorb.
Auch Alfred Baumhauer (
CDU) sagt, dass seine Fraktion zu den bisherigen Beschlüssen stehe – und damit auch zu den Vorgaben für die Investoren. Diese sehen u.a. den Abriss des alten Postamts vor.
Uli Dombrowski (
FDP) dagegen sieht die bisherigen Beschlüsse des Gemeinderats nicht als endgültig an. Man müsse nach der effizientesten, besten und realisierbaren Lösung suchen. Allerdings habe er Bedenken, was die hier geforderte Unterführung angeht, die zum einen erheblichen Kosten verursache und zum anderen die vorhandene Fläche durch die Ein– und Ausfahrt einschränken würde, Dombrowski geht davon aus, dass sich der Individualverkehr bis in zehn Jahren ohnehin reduzieren werde. Er fordert, dass die Pläne und Kosten schnell auf den Tisch kommen und geht davon aus, dass man aufgrund der Architektur dann erkennt, was anstelle der alten Post wirklich stehen wird.
Brigitte Abele (Die Grünen) ist ganz klar für die Umsetzung des Gemeinderatsbeschlusses vom November
2008 und hält nichts davon, ins „Blaue“ zu planen. Die Ergebnisse des Investorenwettbewerbs seien sehr gut und sie halte nichts davon, die alte Post im Besitz der Stadt zu belassen und zu bezuschussen. Der Bürgerentscheid sei gescheitert, das Postamt müsse weg.
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