Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung

Anzeige

Lokalnachrichten

» Ostalbkreis | Samstag, 01. August 2009

Wasserverband Kocher-​Lein hat den Rehnenmühle-​See saniert

Beim offiziellen Treffen zum Abschluss der Sanierungsarbeiten am Hochwasserrückhaltebecken Rehnenmühle ließ Landrat Klaus Pavel seinen Blick vom Staudamm aus über den See schweifen und war vom Anblick begeistert. Von Dorothee Wörner

DURLANGEN/​TÄFERROT. Die idyllische Lage mit den gepflegten Wiesen und Waldrändern lade geradezu ein, einen Urlaubstag an diesem Ort zu verbringen, meinte der Kreis-​Chef.
Der Eindruck der unverfälschten Natur täuscht darüber hinweg, dass es sich um einen der elf künstlichen Seen handelt, die vom Wasserverband Kocher-​Lein im Ostalbkreis und im Rems-​Murr-​Kreis zum Hochwasserschutz betrieben werden. Denn die beschauliche Lein hat ihre Tücken, im schlimmsten Fall eines Jahrhunderthochwassers kann sie von 4 Kubikmeter Wasser in der Sekunde auf über 240 Kubikmeter Wasser/​sec. Anschwellen, mit verheerenden Folgen für die Leintalgemeinden, die erst seit der Gründung des Verbandes vor 52 Jahren und dem Bau der Rückhaltebecken vor Hochwasser geschützt sind. Der Rehnenmühlestausee ist mit 5 ha Dauerstaufläche das größte Rückhaltebecken des Verbandes und wurde seit gut einem Jahr in verschiedenen Bereichen saniert. Über 25.500 m³ eingeschwemmtes Erdmaterial wurde ausgeräumt und im Zug der Flurbereinigungsmaßnahmen in Iggingen auf Ackerflächen verbracht, Stahl– und Wasserbauteile am ca. 10 m tiefen Mönchsschacht wurden erneuert, ein neues Betriebsgebäude mit einer neuen Mess– und Steuerungseinrichtung wurde erstellt mit dem gleichzeitig auch der Wasserzulauf für das Triebwerk der unterhalb liegenden Rehnenmühle gesteuert werden kann. Damit Spaziergänger die Gegend um den See „erwandern“ können, wurden Wegelücken geschlossen.
Gestern trafen sich Landrat Klaus Pavel, Regierungsvizepräsident Josef Kreuzberger vom Regierungspräsidium Stuttgart, die Vertreter des Verbandes, die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden, Erhard Winkler vom Planungsbüro Winkler und Partner, Vertreter der ausführenden Baufirmen und die Mitarbeiter zum offiziellen Abschluss der Sanierungsarbeiten.
Bürgermeister Georg Ruf aus Abtsgmünd, als Vorsitzender des Verbandes in dem 18 Kommunen zusammengeschlossen sind, erläuterte die Maßnahmen. Er bedankte sich bei den beteiligten Planern und Unternehmen und bei Melchior Rettenmaier aus Ellwangen, dem technischen Leiter des Verbandes, der mittels Datenfernüberwachung alle Rückhaltebecken zentral steuert und überwacht. Bürgermeister Ruf nannte die Gesamtkosten in Höhe von 882.000 Euro und bedankte sich außerdem bei Regierungsvizepräsident Kreuzberger für die 70-​prozentige Förderung durch das Land , wie auch für die unbürokratische Zusammenarbeit. Dieser betonte die Wichtigkeit des Hochwasserschutzes, für den das Land Baden-​Württemberg beträchtliche Finanzmittel bereit stelle. Das Land stelle sich der großen Verantwortung um Schäden durch Hochwasser zu minimieren, aus diesem Grund werden auch weitere Rückhaltebecken, wie beispielsweise im Remstal, vor Lorch, gefördert.
Drei Wasserverbände werden vom Ostalbkreis fachtechnisch betreut, Landrat Pavel meinte dazu: „Wir sind mit 32 Rückhaltebecken eine schöne Seenlandschaft mit einem unglaublichen touristischen Mehrwert“, er erinnerte aber auch daran, dass die einzelnen Gemeinden alleine mit dem Hochwasserschutz völlig überfordert wären und in diesem Jahr mit den vielen Regenfällen „haben wir den Beweis, dass dieses System funktioniert“. Auch er gab den Dank weiter an die Baufirmen für die enormen Tiefbauarbeiten, an den Vorsitzenden Georg Ruf der „ihm den Rücken frei halte und gemeinsam mit Geschäftsführerin Annegret Glombik dafür sorge, dass der Wasserverband Kocher-​Lein hervorragend geleitet werde.
 

Noch keine Kommentare vorhanden.

Neuen Kommentar hinzufügen