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Kultur |
Dienstag, 11. August 2009
Erster Teil der RZ-Serie „Ein Streifzug durch die Daimler Kunst Sammlung“
Die Rems-Zeitung unternimmt in einer Serie einen Streifzug durch die Daimler Kunst Sammlung, heute beginnend mit der Klassischen Moderne.
AUSSTELLUNG. Eine der ältesten deutschen Unternehmens-Sammlungen ist derzeit zum ersten Mal zu Gast in Schwäbisch Gmünd: die Daimler Kunst Sammlung. Seit
1977 hat sie kontinuierlich internationale Kunst angekauft und in Auftrag gegeben.
Bis heute ist sie auf
1800 Werke von mehr als
600 Künstlern angewachsen. Die Highlights aus
100 Jahren zeigt das Museum im Prediger mit rund
100 Werken. Das Spektrum reicht von der Klassischen Moderne und Nachkriegsavantgarde über europäisches ZERO und Minimalismus-Tendenzen bis hin zu Auftragswerken und internationaler zeitgenössischer Kunst. Auf diese Weise vermittelt die Ausstellung ein umfassendes Bild abstrakter Kunstentwicklungen und Bildideen des
20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.
Die Werkgruppe der Klassischen Moderne in der Daimler Kunst Sammlung zeichnet ein Bild der Entwicklung der Kunst bis in die
1960er Jahre des
20. Jahrhunderts mit Konzentration auf den süddeutschen Raum. Ausgangspunkt der Werkschau bildet Adolf Hölzel (
1853 –
1934), der zu Beginn des
20. Jahrhunderts richtungweisend an der Entfaltung abstrakter Tendenzen arbeitete. Hölzel,
1905 als Lehrer an die Stuttgarter Akademie berufen, zählte unter anderem Willi Baumeister, Adolf Fleischmann, Camille Graeser, Oskar Schlemmer und Johannes Itten zu seinen später prominenten Schülern; sie alle sind in der Ausstellung durch repräsentative Einzelwerke vertreten. Von Adolf Hölzel zeigt die Ausstellung das Gemälde „Der barmherzige Samariter“ aus dem Jahr
1909. Das Werk steht exemplarisch als Zeugnis von Gemälden mit religiösen Szenen schon im Stil einer zügig angelegten, pastos aufgetragenen flächenhaften Komposition, deren malerische Expressivität sich gegenüber dem inhaltlichen Motiv verselbständigt. Allein der Titel der Arbeit kann (noch) auf das Sujet verweisen, nämlich auf das „Gleichnis Jesu über die Nächstenliebe“. Mit seiner auf Linie, Form und Farbe basierenden Malerei war Hölzel ein Pionier der ungegenständlichen Kunst im südwestlichen Deutschland zu Beginn des
20. Jahrhunderts.
Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum
13. September, im Museum und Galerie im Prediger; Öffnungszeiten: dienstags, mittwochs, freitags von
14 bis
17 Uhr, donnerstags von
14 bis
19 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen von
11 bis
17 Uhr. Montags ist die Ausstellung geschlossen.
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