Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung

Anzeige

Lokalnachrichten

» Ostalbkreis | Dienstag, 11. August 2009

Lorcher Jägerschaft beteiligte sich auch dieses Jahr am Lorcher Kinderferienprogramm.

„Mit dem Jäger auf der Pirsch“. Unter diesem Motto veranstalteten die Jäger am Freitag eine Waldbegehung mit ganz frühem Ansitz zur Wildbeobachtung. Und was gab’s da nicht alles zu sehen – von den Rehen über die Eule bis hin zu den Lektionen der Hundeausbildung.

LORCH (jv). Unter der Leitung von Werner Rupp organisierten die Waidgenossinnen und Waidgenossen Elke Lohmüller, Klaus Günther, Hermann Schaffner, Kurt Trinkle, Daniel Ulmer sowie Alex Wörner und Tochter den Naturerlebnistag. Sie konnten sich über große Resonanz und entsprechendes Interesse freuen.
Bereits um 5.15 Uhr hatten sich 25 Mädchen und Buben, manche noch nicht so ganz wach, mit ihren Eltern am Treffpunkt „Leo“ am alten Schulhaus voller Erwartung und Spannung auf das Kommende eingefunden. Nach der Begrüßung und der Bekanntgabe einiger Verhaltensregeln im Wald – „vor allem ruhig sein auf dem Hochsitz“ – wurden die Kids den Jägern zugeteilt und mit Fahrzeugen in die verschiedenen Jagdreviere gebracht.
Das Warten dort hat sich gelohnt Viele heimische Wildtiere konnten von den Hochsitzen aus erkannt und in der freien Wildbahn beobachtet werden. Junge Rehe mit ihrem Muttertier waren darunter, sowie verschiedene Vogelarten, wie Wildtauben, Eichelhäher, Elstern, Bussard und Co. Auf einer Kanzel konnten die Kinder sogar zwei ziemlich seltene Schwarzspechte bei ihrem Zimmern verfolgen. Beeindruckend waren auch die vielen Vogelstimmen und Geräusche im Wald – besonders dann, wenn der Tag anbricht und viele gefiederte Sänger ihre so verschiedenen Lieder pfeifen.
Nach eineinhalb Stunden Ansitzzeit war der nächste Treffpunkt auf dem Kellerberg an der Feldscheune von Hans Bareiß ausgemacht. Die Jagdgesellschaft konnte hier erst mal das Erlebte austauschen und gegenseitig berichten.
Als Highlight hatte der Lorcher Falkner Günther Pelz sein Kommen zugesagt. Es dauerte auch nicht lange da erschien er mit einer Eule auf der mit einem Lederhandschuh bedeckten linken Hand. Die Augen der Kinder wurden fast so groß wie die der Eule, die ihren um bis zu 280 Grad drehbaren Kopf hin und her bewegte und aufmerksam schaute. Bei einer Kopfdrehung nach rechts kann eine Eule fast über die linke Schulter schauen. Ermöglicht wird diese Beweglichkeit durch 14 Halswirbel. Zum Vergleich: alle anderen Wirbeltiere, auch die Menschen, haben nur sieben Halswirbel. Damit Eulen auch bei wenig Licht noch Beute erkennen können, sind ihre Augen riesengroß und extrem lichtempfindlich. Sie nehmen rund ein Drittel des Kopfes ein. Hätten Menschen ähnlich bemessene Augen, müssten sie so groß wie Äpfel sein.
Nach richtig spannenden Informationen und Beantwortung vieler Fragen über Greifvögel durch den Falkner und dieser tollen Vorführung machte sich die Gesellschaft vom Kellerberg in Richtung Haldenberg zum nächsten Zielpunkt CVJM– Heim auf den Weg. Während dieses Fußmarsches durften die Kinder die anwesenden Jagdhunde an der Leine führen, wobei einer sie gar nicht mehr hergeben wollte. Unterwegs wurden Waldameisenburgen gezeigt und erklärt– wie wichtig dieses staatenbildende Insekt für die Natur und den Wald ist. Gezeigt wurden auch verschiedene Laub– und Nadelgehölze und an den Blättern, Nadeln und der Baumrinde den verschiedenen Arten zugeordnet. Wildspuren von Reh und Wildschweinen wurden bestimmt und Reviereinrichtungen, wie Salzlecken (wo das Wild die nötigen Mineralien aufnimmt) angelaufen. Hingewiesen wurde auch auf die Gefahren im Wald und die Krankheiten, die z.B durch Zeckenbisse ausgelöst werden können.
Am Treffpunkt Waldsportpfad angekommen wartete dort Hundeausbilder Otmar Baur mit seinem kleinen Münsterländer (KLM) Jagdhund , was für weitere Spannung sorgte. Baur erklärte zunächst warum man Jagdhunde braucht, dass es viele Rassen, kleine, große, für verschiedene Aufgaben gibt. Nach einem kurzen Marsch zum Götzensee zeigte dann der Jagdhund, wozu er ausgebildet wurde und was so ein Spezialist zu leisten vermag. Zunächst wurde eine Kaninchenschleppe quer durch Wald und sumpfige Wiesen geschleppt und am Ende das tote Kaninchen abgelegt.
Der Hund musste nur mit seinem phantastischen Riechorgan die Schleppe ausarbeiten und es dauerte nicht lange bis der kleine Münsterländer mit der Beute im Fang zurück kam und seinem Führer mit dem Befehl „aus“ sozusagen in die Hand legte. Am Götzensee zeigte er auch wie gut Hunde schwimmen können und holte aus tiefem Wasser einen sogenannten Apportierbock. Für solche Arbeiten sind vom Gesetz her brauchbare Jagdhunde auch zwingend vorgeschrieben und für den Jäger ein nicht wegzudenkender Freund und Helfer. Später konnten die Kinder Durst und Hunger an einem von den Jägerfrauen vorbereiten Vesper stillen. Die mitgebrachten einheimischen Wildtierpräparate – Gehörne, Geweihe und Felle – ordneten die Kinder nebenbei den Wildtieren zu, so dass nie Langeweile aufkam. Inzwischen hatten sich auch die Eltern zur Abholung ihrer Nachkommen eingefunden. Alle waren begeistert und wollen beim Nächsten mal wiederkommen. Mit auf den Nachhauseweg gab es noch Prospekte über Wild, Jagd und Natur, Verhaltenanweisungen in der Natur, Stundenpläne mit Tiermotiven und verschiedene andere Broschüren von Wild, Jagd und Natur.
 

Noch keine Kommentare vorhanden.

Neuen Kommentar hinzufügen