Stammtisch der Ostalb-ECZ-Opfer am 25. August
Die Insolvenz der ECZ GmbH, einer als Schneeballsystem geführten Autohändler-Gesellschaft in Tettnang am Bodensee, schockte 2008 auch zahlreiche Kunden auf der Ostalb.
MUTLANGEN
(pm). Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaften gegen die Verantwortlichen des Einzelunternehmens
EU Car Zentrale und der
ECZ GmbH dauern an, da zahlreiche Personen ein Geflecht gebildet hatten, das nur nach und nach aufzuklären war.
Der Hauptverantwortliche Nils H. ist nun aussagebereit und reist von der Vollzugsanstalt zu Verhandlungsterminen in Zivilrechtsstreitigkeiten, in denen er als Zeuge vernommen wird. Zahlreiche Klagen sind anhängig, bei denen auch ehemalige Vermittler im Publikum gespannt zuhören. Denn bereits seit langem richtet sich das Interesse auch auf die Unterstützer des Betrugs mit Mietkauf– und Barkauf mit Haltedauer-Verträgen.
Unter den Geschädigten der
EU Car Zentrale im Raum Gmünd machte sich letzte Woche ein Gefühl der Genugtuung breit. Nach umfangreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ravensburg wurde der Hintermann der ECP
GmbH („Euro Car Pool“) verhaftet. Er hatte stets beteuert, dass die von seiner Frau offiziell als Geschäftsführerin geführte ECP von den Machenschaften der
EU Car Zentrale-Verantwortlichen und den Inhalten der Endkundenverträger der
EU Car Zentrale nichts gewusst hätte.
Die ECP klagt gegen zahlreiche
EU Car Zentrale-Kunden, die ihr Fahrzeug erhalten hatten, auf Zahlung von hohen Nutzungsentschädigungen und stellt sich selbst als geschädigt dar. Als außenstehende Gesellschaft wollte die ECP
GmbH die Anzahlungen an die
EU Car Zentrale nicht gegen sich gelten lassen. Die Kunden sahen dies freilich anders. Um Druck auszuüben, hatte sie für die Stilllegung zahlreicher Fahrzeuge durch die Zulassungsbehörden gesorgt, so im Ostalbkreis und Rems-Murr Kreis.
Durch die Verhaftung des Herrn H., offiziell Verkaufsleiter der ECP
GmbH, sehen sich die Opfer, die nicht glauben konnten, dass die ECP, die schließlich seit langer Zeit mit der
EU Car Zentrale Geschäfte machte, nichts wusste, in ihrer Ansicht bestärkt. Erneut stellt sich die Frage, was die Vermittler wussten, sagte der Gmünder Rechtsanwalt Daniel Preiß. Er ist Vertrauensanwalt des AvD und mit ECP– Mahnverfahren gegen Kunden, die über einen Mutlanger Kfz-Betrieb bestellt hatten, beschäftigt.
In einem Zusammenschluss der Ostalb-Opferanwälte kooperiert er mit dem Wirtschaftsrechtler Thorsten Fink. Rechtsanwalt Fink ist seit der
ECZ–Insolvenz mit
EU Car Zentrale-Betrugsfällen beschäftigt und hatte Kontakt zu vielen Opfern und Anwälten der Opfer-Allianz. Er hatte den Bericht der Insolvenzverwaltung in Ravensburg im August
2008 live mitverfolgt und Rechtsstreite in Sachen
EU Car Zentrale in Stuttgart und Gmünd geführt.
Der Rechtsanwalt sagte zur aktuellen Gemütslage wörtlich: Am Meisten enttäuscht die Geschädigten im Ostalbkreis der Aufwand, die schwierige Informationslage und dass die
EU Car Zentrale Agenturen bis heute keine finanzielle Unterstützung dafür angeboten haben, dass die Verträge von der
ECZ GmbH nicht eingehalten wurden. Ohne die Agentur in Mutlangen hätten viele Opfer schließlich die Verträge nicht abgeschlossen, erklärten die Gmünder Opferanwälte.
Wie vielen
EU Car Zentrale-Geschädigten die Festnahme und zu erhoffende Wendung in den ECP-Fällen nutzt, ist eine andere Frage. Zahlreiche Opfer haben von der ECP
GmbH Fahrzeuge im Vergleichsweg herausgekauft um Kostenrisiken zu vermeiden und wollen nichts mehr von der Sache hören.
Das allerdings dürfte schwierig werden, wenn die Strafprozesse laufen. Um den Opfern, die weiterhin an der Sache interessiert sind, eine Plattform zu geben sich auszutauschen und über die Folgen und weitere Ansprüche wie Regress zu sprechen, wird im Tennisheim-Restaurant Schießtal („Center Court“) am Dienstag,
25.August, ab
19 Uhr ein Opfer-Stammtisch stattfinden, zu dem alle
ECZ–Endkunden-Opfer eingeladen sind.
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