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» Ostalbkreis | Donnerstag, 13. August 2009

Dank des Geselligkeitsvereins gelebte Tradition im Abtsgmünder Ortsteil Straßdorf

Die Herstellung von feinsten Ziegenhaarbürsten konnten die Besucher des Straßdorfer Sommerfestes mitverfolgen. Auch sonst war wieder viel geboten bei dem dreitägigen Fest, bei welchem die knapp 45 Einwohner des Abtsgmünder Teilortes Straßdorf wieder viel Gemeinschaftssinn bewiesen.

ABTSGMÜND-​STRASSDORF (fa). Am Freitagabend begann das beliebte Fest mit der Bierprobe, das Erwin Mettmann mit humorvollen Worten eröffnete. Dieser ist bereits seit der Gründung vor 32 Jahren der 1. Vorsitzende des Geselligkeitsvereins und der Verein findet immer wieder etwas „Altes“, aber eben auch Interessantes zum Vorstellen.
Das Straßdorfer Fest ist inzwischen das einzige Fest alte Art mit zünftiger Bierprobe und großem Festzeltbetrieb in der Gesamtgemeinde Abtsgmünd. Dementsprechend groß war wieder der Andrang in den vergangenen drei Tagen. Der Musikverein Pommertsweiler unter Leitung von Magnus Barthle sorgte dabei mit viel Schwung und Elan bei der Bierprobe für gute Stimmung im vollbesetzten Festzelt.
Die Straßdorfer Frauen hatten viel zu tun, um ständig für Nachschub an frischem Hitzkuchen zu sorgen, der traditionsgemäß in den örtlichen, immer noch benutzten zwei Holzbackhäuschen hergestellt wird. Dabei war wieder besonders viel Vorarbeit notwendig, den Schnittlauch, Zwiebeln und Grieben sowie der der Teig mussten auch vorbereitet sein.
Aber auch sonst lief an den drei Festtagen alles im richtigen Takt ab. Sehr guten Zuspruch fand der Tanzabend mit der Kapelle „ Golden Island“ am Samstagabend und kräftig das Tanzbein geschwungen.
Traditionsgemäß stellt der Geselligkeitsverein jedes Jahr ein altes Handwerk oder einen bäuerlichen Brauch vor.
In diesem Jahr zeigten die Nikolauspflege aus Esslingen die Herstellung von Bürsten, Besen und sonstigen Geräten in herkömmlicher Handarbeit, welche früher und auch noch heute im Haushalt verwendet werden.
Erstaunt schauten Erwachsene und Kinder. wie die „wilde Hilde“, Hilde Grimm von der Nikolauspflege, Haus des Blindenhandwerks aus Esslingen, mit flinken Fingern die kleinen Bündel aus Naturfasern, Schweineborsten und vor allem feinstem Ziegenhaar in die Holzvorlagen aus Buchenholz einfädelte und mit feinem Draht befestigte.
Leider werde es immer schwerer, alte Handwerker zu finden, die noch ihren Beruf ausüben und der heutigen Generation zeigen können, bedauerte Erwin Mettmann vom Geselligkeitsverein.
Der Begriff „saufen wie die Bürstenbinder“ komme daher, dass vor allem bei der Verarbeitung von Naturfasern viel Staub angefallen sei, sagte einer der Vertreter der Nikolauspflege, deswegen hätten die Bürstenbinder viel trinken müssen, und manchem sei eben das Wassertrinken mit der Zeit zu langweilig geworden. Während die älteren Besucher des Festes sich gerne an die alten Zeiten mit ihren vielfältigen traditionellen Handwerksberufen erinnerten, waren unter den jüngeren Festbesuchern doch viele erstaunte Blicke zu erkennen.
Ein Hobby-​Kick mit mehreren Mannschaften bot am Sonntag weitere Kurzweil, nachdem man sich mit den beliebten Straßdorfer Grillhähnchen verköstigt hatte. Und das war noch längst nicht alles. Zahlreiche Besitzer von „ Traktor-​Oldtimern“ trafen sich mit ihren liebevoll restaurierten Fahrzeugen auf dem Festplatz, um dem Geselligkeitsverein ihre Referenz zu erweisen. Namen wie Lanz, Hanomag, Normag, Fahr oder Bautz weckten wehmütige Erinnerungen bei den älteren Landwirten, die sich Jahrzehnte zurückversetzten, in eine Zeit, in der sie vom Pferde, Kuh– oder Ochsengespann l auf motorisierte Arbeitsgeräte umgestellt haben. Kein Wunder, dass diese Traktoren inzwischen als Oldtimer zählen. Das Fest endete mit der Siegerehrung des Hobby-​Kicker-​Turniers bei Tanz– und Unterhaltungsmusik mit dem „Felsquellecho“.
 

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