Die Blumenriviera war das diesjährige Ziel der Reisegemeinschaft Wißgoldingen
Die Blumenriviera mit San Remo und Monaco — das war kürzlich das Ziel der Reisegemeinschaft Wißgoldingen. Über Ulm, Bregenz und das Rheintal führte die Route zunächst in das Fürstentum Liechtenstein.
WALDSTETTEN-WISSGOLDINGEN
(pm). Dort wurde im Angesicht der „Drei Schwestern“ auf dem Parkplatz neben der Autobahn das übliche gemütliche Vesper mit frischgebackenem Brot, Sekt und musikalischer Umrahmung eingenommen. Gestärkt ging es dann über Thusis, Bernardino ins Tessin, mit Pause am Luganer See und dann über Mailand, die Poebene an den Golf von Genua und die Mittelmeerküste.
Nach dem dichten Autobahnverkehr zwischen Mailand und Genua war die Fahrt auf der Küstenstraße mit den herrlichen Ausblicken auf das Meer – allerdings durch die vielen Tunnels oft unterbrochen – eine angenehme willkommene Abwechslung. Planmäßig erreichte die Gruppe das Hotel in Alassio, das nicht weit vom Meer entfernt lag. Einige unternahmen noch einen abendlichen Bummel an der Strandpromenade; die Mehrzahl erholte sich jedoch von der doch langen Anreise.
Am nächsten Tag lernten die Frauen und Männer die einheimische Reiseleiterin Jousi kennen, die die Ostälber die kommenden Tage begleitete. „Mit ihr haben wir einen Volltreffer gelandet“, so das Fazit der Gruppe. In „Berlusconi– Deutsch“, wie sie selbst sagte, erklärte sie der Gruppe die Sehenswürdigkeiten, erzählte von Land und Leuten und von ihrer Schwiegermutter und untermalte ihre Ausführungen immer wieder mit spontanen „Hallelujas“ und „Mamma Mias“.
Über die obere Küstenstraße mit überwältigenden Ausblicken auf das Meer, Buchten, Häfen und Küstendörfer erreichten die Ostälbler das Fürstentum Monaco. Die Gruppe beschränkte sich bei diesem ersten Besuch auf die Besichtigung des sehenswerten botanischen Gartens, der nicht nur wegen der wunderschönen Kakteen, sondern auch wegen der besonderen Lage mit Blick auf das Meer, den Hafen mit stolzen Yachten und den direkt ins Meer gebauten Flughafen sehenswert ist. Auch auf der weiteren Fahrt nach Nizza überraschten, neben den vielen Tunnels, die dicht aneinander gereihten Gewächshäuser. Neben einer interessanten Stadtrundfahrt in Nizza, bei der die Gruppe viel über die historischen Gebäude erfuhr, war ein Gang über den Markt besonders interessant.
Auf der Rückfahrt war dann in Monaco der längere Aufenthalt eingeplant, der ausgiebig zum Besuch des Fürstentums genutzt wurde. Schloss, Kathedrale, die verschiedenen Wohnungen der Fürstenfamilie, eine Führung durch das Schloss, der Bummel durch die engen Gässchen und vor allem auch die wunderschöne Aussicht wurde von allen sehr genossen.
Weniger schön war jedoch, dass beim Gang durch die Kathedrale ein Stehenbleiben zur näheren Betrachtung kaum möglich war, weil dann sofort ein „Avanti, avanti“ ertönte und man wirklich den Eindruck hatte, nur durchgeschleust zu werden. Auch das Paradieren vor dem Schloss und die Wachablösung muteten manchen märchenhaft und überholt an. Aber Tradition will eben gepflegt sein und erlaubt nicht einmal ein Ständchen im Schlosshof, ohne dass der Soldat in seiner schicken Uniform dezent einschreitet. Nach einer Busrunde auf dem berühmten Rundkurs der Rennstrecke brachte der Bus die Reisegruppe auf der unteren Küstenstraße zurück zum Übernachtungsort. Genua und Rapallo mit anschließender Schiffsrundfahrt nach Portofino wurde am nächsten Morgen als Ausflugsprogramm bekannt gegeben.
Zunächst bestaunten die Frauen und Männer den Hafen, von dem aus Schiffe ins ganze Mittelmeer und auch die Fähren nach Korsika und Sardinien starten. Auch luxuriöse Kreuzfahrtschiffe lagen vor Anker; „von unserer „Jousie“ erhielten wir Erläuterungen zu vielen Details, die wir zum Teil beobachtet hatten, aber nicht erklären konnten. So führte die Seilbahn, die uns bei der Anfahrt aufgefallen war, direkt vom Hafen in das
20 Kilometer entfernte Kraftwerk in Savano, um dieses ohne Umladung mit russischer Kohle zu versorgen.“
Die an Fenstern und Balkonen aufgehängten Trikots waren nicht, wie die Gruppe vermutete, zum Trocknen, sondern sind Bekenntnis zum jeweiligen Fußballclub. Auf einer Rundfahrt erfuhren die Reisenden, dass die Größe der Stadt sehr schmal ist und sich über eine Länge von
35 Kilometer erstreckt. An der ligurischen Küste entlang führte die Reise weiter. Unterwegs erfuhren die Frauen und Männer, dass wegen zu hohem Wetterrisiko die Schiffsreise nicht stattfinden kann. Statt nach Rapallo fuhr der Bus deshalb nach St. Margareten.
„Mit Kleinbussen erreichten wir dicht gedrängt den malerischen Fischerort Portofino. Das Geschaukel im Kleinbus auf den engen Sträßchen war sicherlich so groß wie der Seegang auf dem Meer. Die Mühen der Anreise lohnten sich jedoch auf jeden Fall, denn Lage und Flair mit Schloss und den gemütlichen Strand– und Straßencafés war einmalig.“
Ein weiteres Ziel am nächsten Tag war San Remo, seit
1861 einer der ältesten Kurorte in Italien. Schon vom Busparkplatz aus an der Promenade beeindruckte die große Front des Casinos. Über Treppen und durch enge Straßen erreichte die Gruppe die Altstadt, wo sie überrascht von dem riesigen Markt mit Hunderten von Ständen war. Neben dem großen Angebot herrschte ein noch größeres Gedränge. Manche suchten in der Kirche oder weiter entfernt vom Rummel nach einem stillen Plätzchen.
Nach einer Fahrt durch ein Seitental des bergigen Hinterlandes erreichten die Ostälbler ein stilles Plätzchen. In Colce Aqua (Süßes Wasser), das übrigens dem Vatican gehört, trafen sie zwar noch einige Besuchergruppen, weil sowohl die Burg als auch die Ruine in der herrlichen Landschaft Anziehungspunkte für Touristen sind.
Einige Kilometer weiter war die Reisegruppe jedoch fast allein und erlebten eine tolle Überraschung. Nach dem Gang durch uralte, verwinkelte aber noch bewohnte Häuser öffnete sich über einem kleinen Bach eine Felsenterrasse, auf der festlich gedeckt war und wo verschiedene Weine und allerhand einheimische Spezialitäten serviert wurden.
„Frohe Lieder, von unserem Musikanten am Akkordeon begleitet, sorgten bald für gute Stimmung. Aber auch die schönste Reise geht einmal zu Ende und am nächsten Morgen war es soweit. Über die bekannte Anreiseroute ging es über die Schweiz wieder heimwärts mit vielen neuen Eindrücken, schönen Erlebnissen in einer harmonischen Gemeinschaft.“
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