Der Oberbürgermeister schaut im Gmünder Jugendhaus vorbei
OB Richard Arnold zieht seine Schuhe aus. Er ist zu Besuch im Jugendhaus. Beim Fußballspielen in Socken schließen ihn die Kinder, die dort am Ferienprogramm teilnehmen, ins Herz. Er nutzt die Chance, mehr über ihre Sorgen und Nöte zu erfahren. Von Isabelle Jahn
SCHWÄBISCH GMÜND. Deutscher Hip-Hop schallt in und vor dem Jugendhaus aus Lautsprechern. Kinder zwischen sechs und
13 Jahren spielen draußen am Basketballkorb, an der Tischtennisplatte und andere sitzen noch etwas verschlafen auf dem Sofa. Diplompsychologe Hermann Gaugele ist Leiter des Jugendhauses und berät Kinder und Jugendliche in Notlagen. Die meisten Kinder wüssten zwar vom Besuch des Oberbürgermeisters, so Gaugele, man habe die Kinder aber nicht groß vorbereitet.
Plötzlich ruft jemand „er ist schon draußen!“ und die Kinder hüpfen in Richtung Basketballplatz. Dort prellt der OB bereits den Ball und ist bemüht, in den Korb zu treffen — trotz Instruktion der Kinder vergebens. Arnold und Gaugele widmen sich dann doch besser dem Theoretischen, immer umringt von vier, fünf Mädchen und Jungen. Für den kommunalen Jugendplan ist die Kommunikation der Gemeinden untereinander wichtig. Arnold lobt das soziale Engagement auch im Jugendraum Straßdorf. In seiner Heimatstadt Herdtlinsweiler sei die Jugend ebenso aktiv, lobt der OB. Sie habe einen Bauwagen als Jugendtreffpunkt gekauft und hergerichtet, in den sie selbst verdientes Geld investiert habe.
Arnolds Anliegen ist ein „Ferienprogramm mit Gmündbezug, um die Identifikation zu stärken.“ Er wünscht sich viele Ausflüge für die Kinder und schlägt den Königsturm und das Münster als Ziele vor. Mit Gruselgeschichten vom Verlies des Königsturms, welche laut Arnold „echt passiert sind“, weckt er das Interesse der Kinder. „Henry, lass mich ausreden“, ermahnt er einen der Jungs, denn der OB hat den Kindern noch etwas zu berichten: Ein Teil der Gmünder Stadtmauer soll für die Landesgartenschau wieder aufgebaut werden, denn Werke wie sie prägen „die Unverwechselbarkeit von Gmünd“.
Sportlich geht’s wieder weiter: im Fitnessraum wird an den Geräten geturnt. In Zukunft soll in einem größeren Raum geschwitzt werden. Da sind sich Hermann Gaugele, die Leiterin des Schul– und Sportamts, Karin Schüttler, und der OB einig. So würden noch mehr Jugendliche angezogen, denn „man erreicht die Leute über diese Maßnahmen“, meint Arnold. Man sucht noch nach Sponsoren aus der Wirtschaft. Neben der sportlichen Betätigung werden die Jugendlichen bei Hausaufgaben und Bewerbungsschreiben betreut. Sozialpädagogen und Jugend– und Heimerzieher bemühen sich, die Kinder und Jugendlichen dort zu unterstützen, wo sie Hilfe brauchen. Außerdem bietet das Jugendhaus Freizeitangebote wie Spieleabende oder künstlerische Betätigung mit Pinsel und Schere an. Für kulinarisch Neugierige gibt’s eine Koch-AG.
Oben im großen Saal ist Richard Arnold Stürmer: die Kinder toben sich beim Fußball aus und er macht mit. Hier spielen nicht nur die Kinder in Socken, auch der OB stellt seine Schuhe neben dem Spielfeld ab. Schließlich verabschieden sich die Kinder wehmütig mit einem „Tschüss Richard Arnold“. Der OB tröstet etwas in Eile mit einer Einladung: „Kommt mich doch bald im Rathaus besuchen.“
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