Weniger als ein Viertel der Studenten verbringt die vorlesungsfreie Zeit im Wohnheim
Stille. Man hört nur die eigenen Schritte. Es ist Mittag und die schwere Eingangstür ist verschlossen. Diese Eindrücke entstehen nicht etwa in einer Gefängniszelle, sondern im Eingangsbereich des Studentenwohnheims in der Oberbettringer Neißestraße.
SCHWÄBISCH GMÜND (ij). Von sonst
278 Studenten wohnt derzeit nicht einmal ein Viertel im Wohnheim Die Semesterferien sind Schuld an dieser trostlosen Atmosphäre. Jacqueline Stephan kreuzt den Weg und unterbricht die Lautlosigkeit. Sie studiert Englisch, Geographie und Religion an der PH und ist eine von den wenigen Bewohnern, die auch in den Ferien im Wohnheim bleiben. Sie berichtet von der aktuellen Stimmung dort und auch davon, wie es sich während des Semesters verhält.
Zur Vorlesungszeit eilen hier Studenten auf dem Weg zur PH vorbei oder liegen im Gras und sonnen sich. Hier direkt vor dem Gebäude mit
13 Stockwerken gibt es genug davon und nicht nur das. Für musische Typen steht ein Klavier in einem schallgedämmten Raum des Wohnheims, ein anderes Zimmer dient als Aufenthaltsraum. Dort trifft man sich zum DVD-Abend oder als Austauschstudent mit seinen Tutoren. Im Partyraum mit DJ-Pult oder bei abendlichen Grillfesten auf dem nahegelegenen Spielplatz mit Feuerstelle prosten sich Nachtschwärmer zu. An vielen Abenden bleiben die Studenten, von denen manche auch an der Hochschule für Gestaltung studieren, auch einfach in der gemeinsamen Küche und tauschen sich mit Mitbewohnern aus. Bei
20 Köpfen pro Stockwerk geht da der Gesprächsstoff so schnell nicht aus.
In der vorlesungsfreien Zeit von August bis Mitte Oktober begegnen sich auf einem Stock im Schnitt noch drei bis vier Bewohner. Die Einsamkeit hat aber auch Vorteile, meint Jacqueline. Sie kann sich im Wohnheim momentan voll und ganz aufs Lernen konzentrieren und ist deshalb dageblieben. Langweilig wird es ihr nicht, weder unter dem Semester, noch in den Ferien, auch wenn Gmünd für Studenten nicht so viel bietet. Ein paar Cafés findet Jacqueline zwar ganz nett, aber abends gehen sie und ihre Kommilitonen lieber nach Stuttgart. Auf manche „Partystockwerke“ im Wohnheim ist auch meistens Verlass oder die Studentin fährt nach Hause zur Familie.
In der Vorlesungszeit wird das Wohnheim wieder zum Leben erwachen. Bis dahin genießen Jacqueline und andere Gebliebene die Ruhe. Jacqueline findet sowieso: „Es kommt immer drauf an, was man draus macht.“
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